EXpertise von Jurica Vranjes

„Kein Rückschlag, aber jetzt kommt der Wendepunkt“

Jurica Vranjes spielte von 2005 bis 2011 bei Werder Bremen.
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Jurica Vranjes spielte von 2005 bis 2011 bei Werder Bremen. (Archivfoto)

Bremen - Das Spiel gegen den SC Freiburg wird ein Wendepunkt für Werder Bremen, meint der Ex-Bremer Jurica Vranjes. Es bestimme die Richtung der restlichen Hinrunde.

Am Samstag wird Jurica Vranjes ganz besonders nach Bremen schauen. „Das Spiel ist Werders Wendepunkt“, behauptet der Ex-Profi: „Gewinnst du gegen Freiburg, bist du im Mittelfeld. Verlierst du, hast du bis Weihnachten nur noch Abstiegskampf. Und dann muss Frank Baumann vielleicht schon schauen, wie er die Mannschaft im Winter noch verstärkt.“

Natürlich glaubt Vranjes an einen Werder-Sieg, er ist ja ein stets positiver Mensch. Doch der 36-Jährige warnt zugleich: „Freiburg kann jede Mannschaft schlagen – auch auswärts. Die haben Nils Petersen, die haben eine richtig gute Mannschaft – und die haben diesen herrlich verrückten Trainer.“ Gemeint ist Christian Streich. Der 51-Jährige passe perfekt zu dieser Mannschaft, er könne auch sehr gut mit jungen Spielern umgehen, glaubt Vranjes.

Eigentlich findet der Kroate jüngere Trainer besser. „Du musst gerade mit den jungen Spielern heutzutage anders umgehen. Dafür musst du vom Alter näher dran sein.“ Als bestes Beispiel dafür nennt er Julian Nagelsmann. Der erst 29-Jährige mischt gerade mit 1899 Hoffenheim die Bundesliga auf. Auch dem acht Jahre älteren Alexander Nouri stellt Vranjes ein gutes Zeugnis aus. „Er macht das gut. Der Trainerwechsel hat etwas gebracht. Die Mannschaft hat in den letzten Spielen Charakter gezeigt und auch ganz gut gepunktet.“

Sieben Zähler aus fünf Spielen lautet Werders Bilanz unter dem Nachfolger von Viktor Skripnik. Zwischendurch herrschte sogar wieder etwas Euphorie in Bremen, die ist durch die 1:3-Niederlage in Leipzig verschwunden. Alle rätseln, was diese Pleite beim Aufsteiger zu bedeuten hat. „Nicht viel“, sagt Vranjes: „Das war kein Rückschlag. Du kannst doch jetzt nicht plötzlich alle Spiele gewinnen. Und Leipzig ist eine richtig gute Mannschaft, die hat einen Lauf.“ Außerdem habe sich Werder auch nicht vorführen lassen, sondern sei bis kurz vor Schluss im Geschäft gewesen.

"... ansonsten kann Werder sich nach einem neuen Torwart umsehen"

Allerdings: Gegen Freiburg erwartet Vranjes einen ganz anderen Werder-Auftritt. „Da darf nicht nur verteidigt werden, es muss nach vorne gespielt werden. Werder steht schon etwas mehr unter Druck.“ Das gilt auch für Keeper Felix Wiedwald. Die ehemalige Nummer eins steht nur wieder im Tor, weil sich Jaroslav Drobny verletzt hat. „Felix muss diese Chance nutzen und darf keine Fehler machen. Ansonsten kann Werder sich für den nächsten Sommer schon mal nach einem neuen Torwart umsehen. Der Drobny ist ja auch schon 37 Jahre alt und kann nicht ewig spielen“, meint Vranjes.

Mehr Phantasie hat der Kroate bei Max Kruse. „Ich freue mich schon auf ihn“, sagt er über den noch verletzten Neuzugang aus Wolfsburg und fügt noch schmunzelnd an: „Wenn er in der Reha vier, fünf Kilo runtertrainiert hat, dann wird Werder ganz viel Freude an ihm haben.“

Zur Person: Jurica Vranjes (36) stand von 2005 bis 2011 bei Werder unter Vertrag und absolvierte 90 Bundesliga-Spiele für die Bremer. Dazu kam er zwölf Mal in der Champions League zum Einsatz. 2009 gewann der Mittelfeldspieler mit Werder den DFB-Pokal. Der ehemalige kroatische Nationalspieler (26 Einsätze) lief nach seiner Bremer Zeit noch für Aris Saloniki und HNK Rijeka auf. Vor vier Jahren beendete Vranjes seine Karriere und arbeitet nun als Spielerberater.

kni

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