Ex-Werder-Profi gibt Tipps fürs Bayern-Spiel

Borowskis Empfehlung: „Eklig und mutig sein“

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Tim Borowski geht es gut. Der Ex-Profi beschäftigt sich auch ohne Job bei Werder noch sehr viel mit Grün-Weiß.

Bremen - Vor gut fünf Monaten hat er Werder Hals über Kopf verlassen und seinen Job als sportlicher Leiter der U23 hingeschmissen. Ein Grün-Weißer ist Tim Borowski trotzdem geblieben. Daran hatte schon sein kurzer Ausflug als Spieler zum FC Bayern nichts ändern können. Seinem Ex-Club in München schaut er zwar gerne zu, aber seine Daumen drückt er nur Werder – natürlich auch am Samstag im direkten Duell in der Allianz-Arena (18.30 Uhr). Und der Ex-Nationalspieler empfiehlt seinen Bremern, „eklig und mutig zu sein. Dann können wir auch dort etwas holen.“

Ja, ja – dieses Wir rutscht Borowski immer mal wieder heraus, wenn er von Werder spricht. Die Verbindung zum Verein sei immer noch „sehr eng“, sagt der 35-Jährige und grinst: „Alte Liebe rostet nicht. Es sind ja noch viele Freunde von mir da.“ Über die Gründe für sein abruptes Ende bei Werder möchte er aber weiterhin nicht sprechen. Nur so viel: Die Entscheidung bereut er nicht, „ich bin zufrieden, mir geht es gut. Ich habe genug zu tun.“

Da wäre zum Beispiel sein neuestes Projekt: Die Liveticker-App „ticr“, die vor allem Amateurclubs ansprechen soll. Borowski ist einer der Gesellschafter – genauso wie sein Ex-Werder-Kollege Fabian Ernst. „Eine spannende Geschichte“, sagt Borowski, der aber auch eine Rückkehr direkt ins Fußball-Geschäft nicht ausschließen will: „Der Reiz ist schon da.“

Doch aktuell ist er nur Beobachter – wie auch am Samstag. „Ich freue mich richtig auf dieses Spiel“, sagt Borowski und macht diesen Gemütszustand vor allem an Werder fest: „Es ist super anzusehen, was in den letzten beiden Spielen passiert ist. Werder hat sich auf seine Stärken fokussiert und nicht nur gekämpft, sondern auch richtig gut Fußball gespielt.“ Prompt habe er in Bremen eine „viel bessere Stimmung“, ausgemacht: „Es ist wieder ins Positive gekippt. Das freut mich für die Jungs.“ Damit sind vor allem Viktor Skripnik und Torsten Frings gemeint. Mit ihnen hat er einst zusammen gespielt, nun sitzen sie auf der Trainerbank. Auch auf dem Feld stehen noch Ex-Kollegen: Clemens Fritz und Claudio Pizarro. „Unglaublich, was die noch leisten“, schwärmt Borowski. Beim schon 37-jährigen Pizarro ist er überzeugt, „dass er auch noch mit 45 trifft“.

Auch für Werder? „Er gehört hier einfach hin! Und ich weiß, dass sich seine Familie und er in Bremen sehr, sehr wohl fühlen.“ Aber eine Garantie für eine Vertragsverlängerung sei das nicht. „Ich denke nicht, dass Claudio innerhalb der Bundesliga wechselt oder nach China geht. Aber ein absoluter europäischer Topclub oder die USA könnten ihn vielleicht noch mal reizen“, meint Borowski. Deswegen sollte Werder sich beeilen, „aber ich gehe davon aus, dass die Gespräche schon laufen“. Vielleicht gibt es ja die Vollzugsmeldung, wenn sich Pizarro zum Rekordtorschützen schießt. Ein Treffer fehlt ihm noch, dann hat er Marco Bode (101 Bundesliga-Tore für Werder) eingeholt. Aber das müsse nicht unbedingt am Samstag in München passieren, findet Borowski: „Im Weserstadion wäre das irgendwie schöner. In München müssen dann einfach mal andere treffen.“

Fritz kommt da nicht in Frage. Der Kapitän hat wie Zlatko Junuzovic eine Gelbsperre provoziert. Nun droht Beiden vom DFB eine zusätzliche Strafe wegen Unsportlichkeit. „Das ist lächerlich“, findet Borowski: „Das wird seit 30 Jahren so gemacht – und keinen hat es interessiert.“ Ob es sinnvoll ist, sich quasi selbst aus dem Verkehr zu ziehen, um bei den vermeintlich wichtigeren Aufgaben sicher dabei zu sein, da hat Borowski so seine Zweifel: „Man kann sich auch einen Tag später im Training eine Zerrung zuziehen – und dann hat es gar nichts gebracht.“

Borowski hat jedenfalls nie auf ein Spiel bei den Bayern freiwillig verzichtet. „Aber wir sind da ja auch immer in den festen Glauben hingefahren, gewinnen zu können“, erinnert der Double-Sieger von 2004 an die guten, alten Werder-Zeiten. Doch er macht auch seinen Nachfolgern Mut: „Wir können da was holen, wenn wir bereit sind, diese unglaubliche Ballmaschine zu ertragen. Dann müssen wir überfallartig nach vorne spielen und mit drei, vier Mann brutal in die Spitze gehen. Ich bin davon überzeugt: Diese Mannschaft kann das.“

Einen Tipp wagt Borowski aber nicht. „Darin bin ich immer so schlecht, das lasse ich lieber“, sagt er, aber der 35-Jährige verspricht: „Ich werde Werder daheim vor dem Fernseher so gut ich kann unterstützen.“

kni

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