Ex-Keeper steigt vielleicht in den Ring – Wrestling-Szene freut sich, warnt aber auch

Wiese als Wrestler? „Da gibt es Backenfutter fürs Leben“

+
Muskelmänner unter sich: Möglich, dass Tim Wiese das Ergebnis vieler Besuche im Fitnessstudio bald als Wrestler präsentiert.

Bremen - Muskeln satt, jede Menge Tätowierungen, dazu eine gepflegte Bräune – der Steckbrief von Tim Wiese ähnelt dem eines Profi-Wrestlers. Und tatsächlich: Der ehemalige Nationalkeeper denkt nach eigener Aussage über einen Wechsel der Sportart nach. Vielleicht gibt es den 32-Jährigen demnächst als Catcher im Ring zu sehen.

Alpha Female hält Wiese die Tür zum Wrestling auf: „Die Muskeln und den Look hat er ja.“

Eine wilde Idee – und eine schlechte noch dazu, meint Eddy Steinblock, eine Legende in der deutschen Wrestling-Szene. Sollte Wiese tatsächlich in den Ring steigen, „werden sie ihn eindrehen wie eine Wurst“, so Steinblock: „Dann gibt es Backenfutter fürs Leben.“ Der 58-Jährige – gebürtig aus Bremen, wohnhaft in Wilstedt/Landkreis Rotenburg – weiß, wovon er spricht. Seit Jahrzenten steht er als „The Big German“ im Ring, hat diverse Titel gewonnen. Für ihn ist klar: Catchen ist kein Kaffeekränzchen – nichts, was man mal eben so macht. Bei der harten Show mit spektakulären Würfen und brutalen Landungen sind Schmerzen garantiert. Und Verletzungen nicht auszuschließen. „Wenn du da einmal falsch fällst, sitzt du nur noch im Rollstuhl. Ich habe selbst schon im Gipsbett gelegen. Für den Sport brauchst du einfach jede Menge Mattenerfahrung“, warnt Eddy Steinblock. Soll heißen: Vorbildung in Kampfsportarten ist absolute Grundvoraussetzung. Aber die hat Wiese nicht. Deshalb rät Steinblock dringend: „Schuster, bleib bei deinen Leisten! Wiese mag ja im Fußball einiges erlebt haben, aber das war Kindergarten gegenüber dem, was ihn im Wrestling erwarten würde. Ich hoffe, dass es sich bei der ganzen Sache nur um einen PR-Gag handelt.“

Laut Tim Wiese nicht. Die „Bild“-Zeitung hatte gestern berichtet, dass die WWE (World Wrestling Entertainment) ihm ein Angebot gemacht hat. Der weltweit größte Veranstalter für Wrestling-Shows würde den 32-Jährigen demnach sogar ausbilden wollen – um ihn dann von den Top-Stars der US-Szene kunstvoll auf die Bretter schmettern zu lassen. „Mir liegt eine offizielle Anfrage der WWE vor. Ich werde mir alles in Ruhe anhören“, sagte Wiese. Und erklärte als harter, furchtloser Kerl, der er sein muss: „Schiss habe ich nicht.“

Eddy Steinblock in Aktion. Die Wrestling-Legende rät Tim Wiese von einem Ausflug zum Wrestling ab.

Wiese als Wrestler – das würde ungefähr in die Kategorie Ailton und Dschungelcamp gehören. Der Szene wäre es freilich egal. Sie würde sich auf den neuerdings extrem muskelbepackten Ex-Fußballer freuen. So viel plötzliche Gratis-Publicity hat schließlich jeder gern. Christian Städter, Wrestler aus Visselhövede und in der Deutschen Wrestling Allianz (DWA) als „Crazy Johnny Tiger“ aktiv, hätte jedenfalls nichts gegen Wiese als Gegner. Oder wäre Opfer die ehrlichere Bezeichnung? „Er ist zwar schon ein bisschen zu alt, um mit dem Wrestling anzufangen. Aber er soll es ruhig probieren. Ich lade ihn ein. Aber soviel kann ich sagen: 95 Prozent derer, die ein Probetraining machen, lassen es sofort wieder sein.“ Wieso? „Weil’s weh tut.“

Dennoch: Locken kann man ja mal. Auch „Alpha Female“, bürgerlich als Jazzie Garbert unterwegs und eine starke Frau im Wrestling-Business, macht Tim Wiese Avancen: „Ich hoffe, dass er das Herzblut fürs Wrestling hat. Die Muskeln sind ja vorhanden, der Wrestler-Look auch – jetzt muss er nur noch Englisch können, um seinem Gegner klarzumachen, dass er ihm gleich den Kopf abreißt…“

csa

Mehr zum Thema:

Die Bachelorette 2017: Das sind die Kandidaten

Die Bachelorette 2017: Das sind die Kandidaten

Gomez zu Hass-Tiraden in Braunschweig: "Wie Affen"

Gomez zu Hass-Tiraden in Braunschweig: "Wie Affen"

Ranking: In diesen Berufen gibt es die meisten Urlaubstage

Ranking: In diesen Berufen gibt es die meisten Urlaubstage

Sonnenbaden für Profis: Zwölf coole Extras fürs Cabrio

Sonnenbaden für Profis: Zwölf coole Extras fürs Cabrio

Meistgelesene Artikel

Willi Lemke über Bayern: „Das ist peinlich"

Willi Lemke über Bayern: „Das ist peinlich"

Ludwig Augustinsson hat mit Werder Großes vor

Ludwig Augustinsson hat mit Werder Großes vor

Philipp Bargfrede und die ganz spezielle Kraft

Philipp Bargfrede und die ganz spezielle Kraft

Werder erhöht Dauerkarten-Preise

Werder erhöht Dauerkarten-Preise

Kommentare