Ex-Coach schwärmt von Rückkehrer Pavlovic / Auch Hüsing will sich bei Werder durchbeißen

Doll: „Mateo bringt alles mit“

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Mateo Pavlovic will bei Werder angreifen

Aus Neuruppin berichtet Malte Rehnert - Wenn Jannik Vestergaard nach seinem Sonderurlaub wegen der U21-EM dazustößt, sind sie zu sechst! Auf keiner Position ist Werder so üppig besetzt wie in der Innenverteidigung. Vestergaard, Alejando Galvez, Assani Lukimya, Luca Caldirola, Mateo Pavlovic und Oliver Hüsing – das sind eigentlich zwei zu viel. Und in dieser Konstellation werden die Bremer sicher auch nicht in die Saison gehen. Caldirola bleibt ein Verkaufskandidat. Pavlovic und Hüsing, die beide ausgeliehen waren, kämpfen nach ihrer Rückkehr um einen Platz bei Werder. Schaffen sie es nicht bei den Profis, sollen sie erneut abgegeben werden. Oder sie starten erst mal in der U23 in der Dritten Liga. So sieht‘s aktuell aus bei dem Abwehr-Duo:

Der 1,96 Meter lange Kroate mit dem braunen Wuschelkopf kann es packen bei Werder – das glaubt Thomas Doll, der den Verteidiger während dessen anderthalbjähriger Ausleihe an Ferencvaros Budapest in Ungarn trainierte. „Mateo bringt alles mit. Er ist schnell, kopfballstark und dynamisch, hat einen eleganten Laufstil und spielt vernünftige Pässe. Bessere Voraussetzungen kann man eigentlich gar nicht haben“, findet Doll, der am Sonntag zuletzt mit Pavlovic telefonierte. „Er hat sich noch mal bei mir bedankt“, sagt der Coach.

Zu Beginn seiner Zeit in Ungarn ist Pavlovic „sehr verunsichert“ gewesen, erinnert sich Doll: „Aber mit der Zeit wurde er immer selbstbewusster, taktisch besser und zu einem absoluten Stabilisator unserer Abwehr.“ Deswegen sei Ferencvaros auch „bis an die Schmerzgrenze“ (Doll) gegangen, damit der 25-Jährige bleibt. Vergeblich. Nun ist Doll schon „sehr, sehr gespannt, wie es mit Mateo weitergeht. Jetzt kommt es darauf an, wie er es auf die Straße bringt. Es ist wie bei Sebastian Vettel. Der fertige Ferrari steht da – und er muss ihn zum Fahren kriegen.“ Dabei sollte Pavlovic, so der Rat seines Ex-Trainers, „ein bisschen frecher und pfiffiger“ auftreten und sich „voll reinknallen. Nur dann hat er eine Chance.“

Was Pavlovic vorhat, hat er gleich beim Trainingsauftakt deutlich gemacht: „Ich glaube an mich und hoffe, dass ich in Bremen bleiben kann.“ Ob’s klappt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Ein guter Anfang ist ihm schon mal gelungen. Er ist körperlich, so der Eindruck im Schwitz-Trainingslager in Neuruppin, voll auf der Höhe. Und im ersten Testspiel gegen Neuruppin traf er sofort, per Kopf zum 5:0.

Trainer Viktor Skripnik hält Pavlovic, den er damals in der U23 unter seinen Fittichen hatte, die Tür weit auf: „Alle können sich in der Vorbereitung präsentieren, auch Mateo – und die Besten bleiben am Ende hier.“ Dass der kroatische Schlaks dazugehört (Vertrag bis 2016), scheint nicht ausgeschlossen. Denn Skripnik hält viel von ihm: „Man merkt, dass er in seiner Zeit bei Ferencvaros ein Mann geworden ist. Er gehört zu uns – und wir wollen ihn live erleben.“ Auch Sportchef Thomas Eichin schätzt Pavlovics Stärken: „Er ist beidfüßig, extrem kopfballstark und schnell für seine Größe. Es wird interessant zu sehen, wie er sich schlägt.“

Geht es aufwärts mit Oliver Hüsing? Der Rückkehrer aus Rostock hat in Bremen ein großes Ziel: „Ich will hier in der Bundesliga spielen.“

Oliver Hüsing
Der 22-Jährige ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich Ausleihen lohnen können. Bei Werder (Vertrag bis 2017) steckte er in einer Sackgasse. Er spielte zwar regelmäßig in der U23, aber eben nur in der Regionalliga. Er wollte aber mehr – und Werder wollte auch, dass er stärker gefordert wird. Deshalb wurde Hüsing im Winter für ein halbes Jahr an Drittligist Hansa Rostock ausgeliehen. Ein Geschäft, von dem alle profitierten. Hüsing, weil er regelmäßig auf höherem Niveau zum Einsatz kam. Rostock, weil der Spieler mit starken Leistungen half, den Abstieg zu verhindern. Und Werder, weil der Innenverteidiger gestärkt und mit viel Selbstvertrauen nach Bremen zurückgekehrt ist. Im Trainingslager wirkt der kantige Abwehrmann top-motiviert – findet auch Werders Co-Trainer Torsten Frings. „,Olli‘ zeigt sich hier super, er ist sehr fit. Das halbe Jahr in Rostock hat ihm richtig gut getan. Er hat sich deutlich weiterentwickelt, macht es momentan hervorragend.“

Hüsing selbst ist auch zufrieden. „Ich bin gut drauf. Bei Hansa habe ich noch mal einen Schritt gemacht, vor allem körperlich. In der Dritten Liga wird sehr körperbetont gespielt, daran konnte ich mich gewöhnen. Und es war ganz gut für mich, nach zehn, elf Jahren am Stück mal aus Bremen herauszukommen.“

In Rostock hätten sie ihn liebend gerne behalten. Hüsing köpfte zwei Tore, eines davon war der Siegtreffer beim 2:1 in Halle. Vor allem aber stabilisierte er die Abwehr, so dass die Hansa-Kogge, in der Hinrunde in argen Abstiegsnöten, letztlich nicht unterging. Hüsing erhörte die Rostocker Wünsche jedoch nicht: „Für mich war klar, dass ich nach Bremen zurück möchte. Denn hier will ich mich auf Dauer durchsetzen und in der Bundesliga spielen.“ Bisher stehen erst zwei Kurzeinsätze zu Buche.

Dass die Konkurrenz groß und namhaft ist, weiß Hüsing. Er denkt deshalb in kleinen Schritten. „Das habe ich in den letzten Jahren immer gemacht. Wenn ich es in den Bundesliga-Kader schaffe und Spielpraxis in der U23 sammle, wäre das für den Anfang gut.“

"Abschiedstraining" in Neuruppin - Lorenzen dabei

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