Ex-Bremer Labbadia startet beim HSV

„Leinen los“ – und die Frau im Urlaub

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HSV-Coach Labbadia

Hamburg - Er ist wieder da! Gestern Mittag präsentierte der Hamburger SV Bruno Labbadia als neuen Trainer. Für den 49-Jährigen, der von 1996 bis 1998 für Werder gestürmt hatte, ist es das zweite Engagement bei den Hanseaten. Wie er am Sonntag das Nordderby in Bremen gewinnen und den Tabellenletzten HSV vor dem Abstieg retten will, erklärte Labbadia gestern während der Pressekonferenz.

Was stimmt Sie optimistisch, dass der HSV nicht absteigt?

Bruno Labbadia: Es ist der Glaube. Die Situation ist schwierig, da brauchen wir jetzt auch kein Blabla zu machen und nicht zu erzählen, was wir machen wollen. Es muss jetzt einfach alles ein ganzes Stück besser laufen. Wir brauchen auch eine Portion Glück, die gehört dazu. Aber wir können uns nur am eigenen Schopfe packen und arbeiten. Das ist die einzige Chance.

Wie ist der erste Eindruck von der Mannschaft?

Labbadia: In der jetzigen Situation ist es klar, dass die Mannschaft nicht vor Selbstvertrauen strotzt und dass alle ,Hurra‘ schreien. Die ganze Situation ist nicht einfach. Ich werde aber keine Scheißhausparolen ausgeben. Wir sind alle gefordert, der ganze Club. Wir können nicht erwarten, dass uns irgendeiner groß hilft. Wir haben nur die Möglichkeit, uns selber zu helfen. Wir können keine Versprechungen machen.

Wie sehen die nächsten Tage bis zum Nordderby am Sonntag bei Werder Bremen aus?

Labbadia: Meine Frau hat heute Geburtstag, die habe ich gestern Nacht direkt in den Urlaub geschickt. Jetzt heißt es: Leinen los und Derby gewinnen. Wir müssen die Barrieren sofort umstoßen. Deswegen fahren wir ins Kurztrainingslager nach Rotenburg. Ich muss die Zeit nutzen, um mit den Spielern zu reden. Ich glaube, wir können sehr viel trainieren, aber der Kopf ist jetzt wichtig. Ich muss herausfinden, wo hakt es bei dem einen oder anderen. Ich muss jeden Millimeter ummähen, deswegen brauchen wir viel Zeit miteinander.

Wie intensiv haben Sie über das persönliche Risiko nachgedacht?

Labbadia: Ich lebe sehr, sehr gerne in dieser Stadt. Natürlich hätte man warten können bis zu einer anderen Situation. Ich denke, es gehört dazu, schwere Aufgaben einfach mal anzugehen und nicht groß zu überlegen. Ich habe meine Frau vor die Wahl gestellt: Mallorca oder HSV – aber ich habe sie dann nicht ausreden lassen...

Sie haben am Morgen bereits mit der Mannschaft trainiert. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand des Teams?

Labbadia: Fakt ist, wir sind 18.. Da stehen wir momentan zu Recht. Die Tabelle lügt nicht. Das Warum und Weshalb interessiert mich auch nicht. Das Entscheidende ist jetzt, mich zu fokussieren. Es kamen so viele Leute auf mich zu. Die Hauptaufgabe, die ich jetzt von Peter Knäbel (dem bisherigen Trainer und Jetzt-Wieder-Sportdirektor, Anm. d. Red.) erwarte, ist es, mir den Rücken frei zu halten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der HSV absteigt, liegt Statistiken zufolge bei 90 Prozent. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit für den Klassenerhalt ein?

Labbadia: Das ist ja eigentlich egal. Ich weiß nur, wir wollen zu den zehn Prozent gehören. Fußball ist geil, wenn man gewinnt.

sid

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