Ex-Bremer kämpft in Brasilien mit Palmeiras gegen den Abstieg, ist aber sehr begehrt / Großer Wirbel um seine Vertragsverlängerung

Wesley – nur als Fotograf ein erfolgreicher Knipser

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In Brasilien ist Wesley wieder glücklich.

Sao Paulo - Diese Aktion nach seinem Treffer bei Werders 5:3 gegen Freiburg ist legendär. Wesley schnappte sich nach seinem Tor zum Endstand die Kamera eines Fotografen und knipste vor der Ostkurve den sich freuenden Marko Arnautovic und die jubelnden Werder-Fans. Allerdings: Abgesehen von diesem Foto-Shooting im August 2011 sind weitere prägende Erinnerungen an den Brasilianer nicht wirklich präsent. Denn es gibt schlichtweg keine.

Rund 7,5 Millionen Euro hatten die Hanseaten im August 2010 an den FC Santos gezahlt, der Spieler konnte die hohen Erwartungen jedoch nie erfüllen. Wesley Lopes Beltrame, wie er mit komplettem Namen heißt, kam allerdings auch in eine Mannschaft, in der es nicht stimmte. Werder, damals Champions-League-Teilnehmer, stürzte in der Bundesliga ins untere Mittelfeld – und die teure Neuverpflichtung stürzte mit. „Er war hier unglücklich“, sagte sein Landsmann und damaliger Teamkollege Naldo später. Nach nur 26 Bundesligaspielen und zwei Toren wechselte der heute 27-Jährige nach zähen Verhandlungen im März 2012 zu Palmeiras Sao Paulo. „Es war Zeit zu gehen“, meinte der Südamerikaner. Immerhin zahlte der neue Club noch knapp sechs Millionen Euro an Ablöse.

Doch in der Heimat lief es für den zweifachen Nationalspieler noch schlechter. Beim erst vierten Einsatz für seinen neuen Verein erlitt der Mittelfeldspieler einen Kreuzbandriss im rechten Knie und fehlte sieben Monate. Ohne ihn wurde Palmeiras zwar im Juli 2012 Sieger der „Copa do Brasil“, stieg am Saisonende allerdings in die Serie B ab. „Eine sehr harte Zeit für mich“, gestand der Profi.

In Bremen hatte Wesley nicht viel zu lachen.

Ein fitter und für einen Zweitligisten extrem gut bezahlter Wesley half dann, dass der Traditionsclub ein Jahr später wieder in die höchste Spielklasse aufstieg. In 23 Partien steuerte er in der Saison 2013 sechs Tore und sieben Vorlagen zum Zweitliga-Titel bei. Auch in der laufenden Spielzeit ist er Stammspieler, steckt mit dem Aufsteiger aber wieder im Abstiegskampf. Dazu gibt es großen Wirbel um den Mittelfeldrenner. Denn sein Kontrakt läuft Ende Februar 2015 aus, bereits jetzt kann er einen Vorvertrag bei einem neuen Verein unterschreiben und dann ablösefrei wechseln. Sein klammer Club will den Profi aber nicht kostenlos ziehen lassen, eine Vertragsverlängerung zu aktuellen Konditionen ist jedoch auch nicht möglich. Der FC Sao Paulo hat bereits seine Fühler ausgestreckt, der Spieler hält sich bedeckt und möchte sich nicht öffentlich über seine Zukunft äußern.

Dafür lässt er auf dem Platz Taten sprechen: Wesley erzielte beim 4:2-Sieg gegen Chapecoense den Treffer zum 1:1-Ausgleich und half mit, dass Palmeiras wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelte. Sein Jubel fiel diesmal weniger spektakulär aus – er lief zur Trainerbank und feierte mit den Reservespielern. Der Erfolg war so etwas wie die Initialzündung, es folgten weitere Siege – und vier Spieltage vor dem Saisonende (in Brasilien wird im Kalenderjahr gespielt) beträgt der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz fünf Punkte. Wesley dürfte also weiter erstklassig knipsen.

bri

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