Ex-Bremer glänzt im Frankfurter Tor

Wiedwald und sein „Super-Job“

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Starke Auftritte: Felix Wiedwald (Bild) hat dafür gesorgt, dass Frankfurts Stammkeeper Kevin Trapp kaum noch vermisst wird.

Werder-Bremen - Von Manfred Bock. Felix Wiedwald erweckt nicht den Eindruck, als sei er sonderlich nervös oder aufgeregt. Mit beinahe norddeutscher Gelassenheit blickt der Torwart von Eintracht Frankfurt auf das, was ihm am Sonntag bevorsteht: das Wiedersehen mit Werder Bremen. „Ich freue mich auf ein schönes Spiel. Ich habe eine lange Zeit dort verbracht. Und die Verantwortlichen, die damals dort waren, setzen jetzt hier auf mich.“ An der Weser durfte der 24-Jährige jedoch bestenfalls als Ersatztorwart auf die Bank, wenn sich Tim Wiese verletzt oder eine Sperre eingehandelt hatte. Am Main ist Wiedwald plötzlich unter Chefcoach Thomas Schaaf und Torwarttrainer Michael Kraft mittendrin statt nur dabei.

Zwar hat er davon profitiert, dass sich Kevin Trapp Ende September das Syndesmoseband riss – doch dass der Stammkeeper mittlerweile so gut wie gar nicht vermisst wird, ist Wiedwalds Verdienst. Der aus Thedinghausen stammende Tormann, der aus einer Handball-Familie kommt und beim TSV Achim zunächst das kleinere Gehäuse hütete, war nicht erst beim 2:0 gegen Borussia Dortmund („mein erstes Zu-Null-Spiel“) ein Leistungsträger.

Und er ist extrem selbstbewusst. Gegen den BVB parierte er mehrfach hervorragend und traute sich im eigenen Sechzehner sogar ein kleines Dribbling zu. Von den Verantwortlichen gab es hinterher Lob en masse. „Felix hat uns im Spiel gehalten“, erklärte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Und Schaaf fügte an: „Felix konnte eine ganze Menge für sich tun – und für uns auch.“ Das ist auch deswegen wichtig, weil niemand weiß, ob der zum Kapitän gekürte Trapp seinen bis 2016 laufenden Vertrag erfüllt. In seinem Kontrakt soll eine Ausstiegsklausel für den Sommer 2015 enthalten sein. Und davon wiederum macht Wiedwald abhängig, ob er ein neues Arbeitspapier unterschreibt. Klar ist: Der 1,90 Meter große Schlussmann sieht sich als Nummer eins – womöglich auch bei einem anderen Club. Dazu passt diese Aussage: „Ich habe Blut geleckt und will natürlich drinbleiben. Ich versuche, mich von Spiel zu Spiel weiterzuentwickeln.“

Was recht eindrucksvoll gelingt. In seinen bisherigen neun Erstliga-Einsätzen bekam er gute Noten – der „kicker“ bewertete ihn nie schlechter als 3,5. Was auffällt: Wiedwald spielt mutig mit, klärt im Stile eines Liberos weit vor dem Strafraum, fährt im Torraum mit den Fäusten dazwischen, weist die Mitspieler an. „Er macht einen Super-Job“, findet Frankfurts Torgarant Alexander Meier. Und Sportchef Bruno Hübner, der Wiedwald einst zum MSV Duisburg holte und zwei Jahre später nach Frankfurt lotste, glaubt: „Er wird immer besser. Man merkt, dass er jetzt regelmäßig Spielzeit in der ersten Liga erhält.“

Vor nicht allzu langer Zeit hatte Hübner noch indirekt Kritik an Wiedwald geübt, die Frankfurter Schaffenskrise im Herbst – nach dem vogelwilden 4:5 gegen Stuttgart – auch auf Trapps Ausfall zurückgeführt. Das muss Wiedwald gewurmt haben. Aber er ist keiner, der öffentlich Unruhe anzettelt. Übrigens genauso wenig wie der ehemalige Nationaltorwart Timo Hildebrand, der sich als Back-up brav hinten anstellt.

Wenn Werder nun in die Bankenstadt reist, wird Wiedwald viele ehemalige Weggefährten wiedersehen. Es wird ein Spiel, dem er ohne Vorbehalte begegnet: „Ich habe zwölf Jahre in der Jugend bei Werder gespielt – es war immer mein Traum, für Bremen in der Bundesliga aufzulaufen. Aber es hat im Endeffekt nicht gepasst. Und dann habe ich eben einen anderen Weg eingeschlagen.“ Einen, der ihn bis in die Bundesliga brachte.

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