Christian Vander – wenig gespielt, trotzdem viel gewonnen: „Ich bin nicht unglücklich“

Die ewige „Zwei“ tritt zufrieden ab

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Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich Christian Vander von den Werder-Fans. ·

Bremen - Der Wille, „trocken“ zu bleiben, war da. Aber die Tränen siegten. Christian Vander konnte sie bei seiner Verabschiedung im Weserstadion am Samstag nicht zurückhalten.

„Es hat mich schon ein bisschen mitgenommen“, gestand der 32 Jahre alte Torhüter, nachdem er die bei Werder übliche Collage mit Fotos aus acht Bremer Jahren entgegengenommen hatte. Aber nicht das Abschiedsgeschenk, sondern ein Gruß von der Tribüne hatte ihn die Fassung gekostet: „Meine Frau und ein paar Freunde hatten ein riesiges Banner gehisst. Das habe ich im Augenwinkel gesehen, da ist mir das Herz in die Hose gerutscht.“ Und das Wasser in die Augen gestiegen.

Für Vander, den treuen Ersatztorwart, geht am Saisonende nicht nur die Zeit bei Werder zu Ende, sondern gleich die Karriere. Er macht Schluss, wechselt in den Bremer Trainerstab. Fortan bildet er junge Torleute aus, wird Lehrgänge besuchen, Hospitationen in anderen Clubs absolvieren. Damit er irgendwann auch als Torwarttrainer im Profi-Bereich ankommt. „Ich bin froh, dass ich etwas gefunden habe, das ich gerne mache, wofür ich brenne“, sagt Vander: „Dann kommt jetzt nach der aktiven Zeit nicht das große Schwarze Loch.“

Dass der Übergang nahtlos funktioniert, ist von langer Hand geplant. Vander wollte es so, hat in den vergangenen Jahren deshalb auf einen Clubwechsel verzichtet und ist bei Werder freiwillig in die dritte Reihe zurückgetreten. Irgendwie typisch für einen, der in seiner Karriere ohnehin nur selten ganz vorne gestanden hat. Lediglich 30 Erstliga-Einsätze (elf für Werder) und zehn Zweitliga-Partien stehen in seiner Vita. Dazu vier in der Champions League, zwei in der Europa League. Mehr ist in eineinhalb Jahrzehnten nicht zusammengekommen. „Wenig, ich weiß“, gibt Vander zu, „aber ich habe es trotzdem geschafft, mich 15 Jahre im Profi-Geschäft zu halten. Also kann ich nicht viel falsch gemacht haben.“

Die Highlights sind dennoch rar, deshalb aber umso stärker in Erinnerung. Vander: „Spiele gegen Real Madrid und AC Mailand sind bei mir natürlich ganz besonders präsent. Ich finde es okay, wie alles für mich gelaufen ist. Ich bin nicht unglücklich.“

Wichtiger als eine Unmenge an Partien ist dem Schlussmann ohnehin, dass er auf seinen Stationen Mönchengladbach, Uerdingen, Bochum und Bremen „überall Freunde gefunden“ hat: „Ich habe immer versucht, respektvoll mit allen umzugehen, würde deshalb wohl bei allen auf offene Türen stoßen. Im Rückblick kann ich sagen, dass gerade auf dieser Schiene viel Positives gelaufen ist.“

Auch wenn die Karriere nun vorbei ist, bleibt ihm die Rolle als Nummer zwei möglicherweise erhalten – in der Werder-Traditionself. Die wird von Dieter Burdenski (62) gemanagt, und der steht gerne selber noch zwischen den Pfosten. „Aber nur für eine Halbzeit“, scherzt Vander, „dann braucht er eine Pause und läutet die dritte Halbzeit ein. Dann braucht er einen im Tor.“ Vander wäre bereit – wie fast immer, wenn er in den vergangenen 15 Jahren gerufen wurde. · csa/kni

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