Fritz soll auf der Problemposition der Viererkette kein Stammgast werden

Die ewige Suche nach der rechten Lösung auf links

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Clemens Fritz bekleidete gegen den HSV überraschend die Position des Linksverteidigers. Als Dauerlösung ist der Kapitän dort aber nicht vorgesehen. ·

Bremen - Die Suche nach dem perfekten Linksverteidiger – manchmal kommt es einem so vor, als ob sie bei Werder Bremen schon bis ins Neolithikum, die Jungsteinzeit, zurückreicht.

Ewig lange fahndet Trainer Thomas Schaaf schon nach der Idealbesetzung für die Problemposition in der Viererkette. Dabei kam schon so mancher Kandidat und wurde unverrichteter Dinge wieder fortgeschickt. Zu Beginn der Saison wähnte sich der Club nun auf einem guten Weg. In Lukas Schmitz, Florian Hartherz und Aleksandar Ignjovski stehen drei Kandidaten im Kader – einer von denen muss es doch packen. Aber wer spielte am Samstag? Clemens Fritz!

Manch einer rieb sich vor dem Nordderby gegen den Hamburger beim Blick auf die Mannschaftsaufstellung verdutzt die Augen. Kapitän Fritz, gerade vom Rechtsverteidiger zum Mittelfeldabräumer umfunktionierter Rechtsfuß, verteidigte plötzlich auf der linken Seite. Und das obwohl weder Schmitz noch Ignjovski (beide auf der Bank) oder Hartherz (nur auf der Tribüne) verletzt waren. Sind jetzt etwa alle drei nicht tauglich?

„Der logische Grund, weshalb jemand nicht spielt, ist doch immer, dass seine Leistung nicht reicht“, räumt Schaaf ein. Im konkreten Fall zählten aber auch andere Faktoren. Etwas kryptisch sagt der Coach: „Es war keine Entscheidung gegen jemanden, sondern für andere.“ Was heißen soll: Schaaf wollte keinen Mittelfeldspieler rausnehmen. Gegen Borussia Dortmund hatten ihn Aaron Hunt, Zlatko Junuzovic, Fritz und Kevin De Bruyne (dort noch als Mittelstürmer) überzeugt. Weil nun aber Nils Petersen ins Team zurückkehrte, hätte einer weichen müssen oder eben links in die Viererkette verschoben werden können. Fritz, der erfahrene Außenverteidiger, bot sich an. „Ich wollte nicht alles kreuz und quer umbauen. Und Clemens hat das schließlich schon mal gespielt“, so Schaaf. Ja, aber nur ein einziges Mal, und das liegt so lange zurück, dass sich der 31-Jährige selbst kaum erinnern kann: „Je länger ich drüber nachdenke, umso mehr glaube ich, dass es in Berlin war…“

Wie auch immer: Damals wurde keine Dauerlösung daraus, diesmal soll es auch keine werden. „Nein“, sagt Schaaf, „das glaube ich nicht“. Er hofft nach wie vor auf einen der drei anderen Kandidaten.

Ignjovski hatte seine große Chance allerdings mit einer fehlerhaften Vorstellung beim 1:2 in Dortmund vertan. Schmitz, in der Vorbereitung noch auf der Pole Position, habe zuletzt nachgelassen, so Schaaf. Und Hartherz ist mit 19 Jahren ohnehin der Herausforderer – aber einer, der sich auch durch einen Tribünenplatz und die Rückversetzung in die U 23 nicht entmutigen lässt. Während Lukas Schmitz („Besser, wenn ich nichts sage“) offenbar vergrätzt schweigt, geht der Junioren-Nationalspieler die Sache nach zehn Einsätzen in der Vorsaison (Kreiszeitungs-Durchschnittsnote 3,90) forsch an: „Im Frühjahr habe ich viele Schritte auf einmal gemacht. Jetzt muss ich professionell sein und einen neuen Anlauf nehmen. Das macht mich nur noch härter und besser.“

Die Lösung Clemens Fritz hat allerdings auch Hartherz am Samstag „ein bisschen überrascht. Aber es wird im Moment viel ausprobiert und rumgedoktort.“ Wie eigentlich immer auf der Linksverteidigerposition. Hartherz gibt sich, obwohl aktuell der Außenseiter, selbstbewusst: „Vielleicht kann ich das ja bald beenden. Schließlich gibt es nur sehr wenig gute Linksfüße, die die Position auch offensiv ausfüllen.“ · csa

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