4:4 - Wahnsinn an der Weser, aber Werder ist raus

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Der Bremer Marko Marin (M) und Carlos Marchena (l) sowie Torwart Cesar Sánchez aus Valencia kämpfen um den Ball.

Bremen - 1:3 zur Pause, ein erneutes “Wunder von der Weser“ lag in der Luft, doch alles Aufbäumen half nichts: Werder Bremen ist nach einem packenden Pokal-Fight in der Europa League gescheitert.

Wegen einer desaströsen Defensivleistung kamen die Bremer am Donnerstag im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Valencia nicht über ein 4:4 (1:2) hinaus. David Villa mit einem Dreierpack (2./45./65.) sowie Juan Manuel Mata (15.) markierten die Treffer für die Spanier. Bei den Hausherren, die hochkarätige Torchancen vergaben, aber vor allem in der Abwehr komplett neben sich standen, trafen Hugo Almeida (26.), Torsten Frings (57./Foulelfmeter), Marko Marin (62.) und Claudio Pizarro (84.). Im Hinspiel hatte Bremen ein 1:1 erreicht. “Wir müssen hinten gut stehen und keinen Treffer zulassen“, hatte Klaus Allofs vor Spielbeginn gefordert - nach nur 117 Sekunden war die Zielsetzung von Werders Clubchef Makulatur und Bremens Taktik über den Haufen geworfen: Gäste-Regisseur David Silva fing einen Pass von Naldo ab, schickte Villa steil und der überwand Bremens Torhüter Tim Wiese ins lange Eck.

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Werder Bremen - FC Valencia

Bremen war nur kurz geschockt und hätte durch Claudio Pizarro den Ausgleich machen müssen. Der Peruaner schob den Ball alleine vor Keeper Cesar Sanchez am Pfosten vorbei (10.). Besser machte es fünf Minuten später Mata, der schon im Hinspiel erfolgreich war und einen Silva-Steilpass zum 2:0 verwertete. Werder musste damit zum Weiterkommen drei Tore schießen, ein bedingungsloser Sturmlauf war gefordert, und die Bremer enttäuschten ihre 24 200 Fans zunächst nicht: Über Mesut Özil und Marin rollten ein Angriff nach dem anderen in Richtung Valencia-Abwehr - und diese entpuppte sich mehrmals als nicht europacup-reif. Almeida markierte vier Minute nach seiner Einwechslung den Anschlusstreffer. Offenbarte die Hintermannschaft der Gäste in den ersten 45 Minute riesige Löcher, so grenzte das Auftreten von Werders Verteidigern an Arbeitsverweigerung.

Ohne Übersicht, behäbig und viel zu ängstlich traten Naldo, Mertesacker und Co. gegen wirbelnde Spanier auf, das dritte Gegentor war nur eine Frage der Zeit. In der 25. Minute allein vor Wiese zu uneigennützig, ließ Villa dem Bremer Keeper kurz vor der Pause keine Chance. Erneut bedient vom überragenden Silva, hatte der EM-Torschützenkönig 2008 im Strafraum inmitten von einem halben Dutzend Bremern alle Zeit der Welt, den Ball anzunehmen und zu vollenden. “So kann man nicht verteidigen, das ist viel zu naiv“, kritisierte Allofs in der Pause beim TV-Sender “Sky“. “Ich weiß nicht, was in die Mannschaft gefahren ist“. Als koste es kaum Kraft, setzten beide Teams ihr Offensivspektakel auch nach dem Seitenwechsel fort: Vorteile hatten dabei zunächst die Hausherren. Einen Foulelfmeter verwandelte Frings zum Anschlusstreffer, nur fünf Minute später gelang Marin nach einem Freistoß-Trick der Ausgleich. Das Weserstadion tobte - aber nur für drei Minuten, bis Villa einen Konter zum 4:3 vollendete. Bremens Ausscheiden schien besiegelt, aber Pizarro machte es kurz vor Schluss noch einmal spannend - ein Happy End blieb jedoch aus.

dpa

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