Euro-Gipfel in Bremen: „Es liegt nur an uns…“

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Sturm-Duo ohne Drang: Claudio Pizarro (li.) wartet seit drei Spielen auf ein Erfolgserlebnis, Markus Rosenberg (re.) sogar schon das ganze Jahr.

BREMEN - von Carsten Sander. Markus Rosenberg bekam gestern Besuch. Fans aus Schweden hatten beim Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 (heute, 15.30 Uhr) zugeschaut und verwickelten ihren Landsmann hinterher natürlich in Gespräche. Auch des Schwedischen nicht mächtige Zuhörer erschloss sich, dass der Stürmer von Werder Bremen viel Aufmunterndes zu hören bekam. Er kann es gebrauchen.

Denn Rosenberg hat in diesem Kalenderjahr noch überhaupt nicht getroffen und muss sich folglich als Hauptangeklagter fühlen, wenn Werder-Chef Klaus Allofs über die beängstigende Abhängigkeit von Torjäger Claudio Pizarro spricht. „Wenn er nicht trifft, sind andere in der Pflicht. Aber die waren nicht zur Stelle“, sagt Allofs mit grimmigem Blick auf die zurückliegenden Partien gegen den 1. FC Nürnberg und Hertha BSC. Pizarro (schon 15 Saisontore) blieb jeweils torlos, Werder verlor jeweils 0:1. Und muss nun mit einem mehr als mulmigen Gefühl in den Europa-League-Gipfel gegen Hannover gehen.

Abschlusstraining am Samstag

Abschlusstraining bei Werder Bremen

Was, wenn Pizarro wieder nicht trifft? Kann Werder dann trotzdem gewinnen? Vielleicht durch den frisch aufgemunterten Rosenberg? Um ehrlich zu sein, gibt es für Letzteres kaum Hinweise. Der Schwede selbst spricht von einer Blockade – nicht in den Beinen, sondern im Kopf. „Zu Beginn der Rückrunde hatte ich viel Pech im Abschluss“, erinnert er an Pfosten- und Lattentreffer gegen Kaiserslautern, Leverkusen und Freiburg. „So etwas setzt sich im Kopf fest“, sagt der 29-Jährige und malt aus, wie es auch hätte sein können: „Wenn ich in den ersten drei Spielen drei Tore mache, mache ich danach wahrscheinlich gleich

Prödl wieder im Kader

nochmal drei. Aber so…“ So läuft es einfach nicht. Rosenberg ist gefangen im Misserfolg, muss sich irgendwie befreien. „Ein Tor, ich brauche nur ein Tor“, fleht er beinahe schon.

Allofs fleht auch. Nach den selben Dingen wie Rosenberg. „Wir werden es in den kommenden Wochen brauchen, dass nicht nur Claudio Pizarro trifft“, meint der Bremer Geschäftsführer. Und gegen Hannover fangen heute die kommenden Wochen an. Werder will und muss den auf einen Punkt geschmolzenen Vorsprung auf die Niedersachsen wieder vergrößern. Bei einer Niederlage – der dann dritten in Folge – würden die Bremer erstmals seit dem zweiten Spieltag die europäischen Ränge verlassen. Keine schöne Vorstellung. Mittelfeldspieler Marko Marin, der erneut den Vorzug vor Mehmet Ekici bekommt, will aus der Vision keine Realität werden lassen: „Drei Punkte sind für uns jetzt ganz wichtig. Es liegt nur an uns, dass der Abstand wieder größer wird.“

Die hinter Hannover lauernde Konkurrenz hat jedenfalls schon mal für die Bremer gespielt. Der VfB Stuttgart ließ beim 0:0 gegen Kaiserslautern Punkte, der 1. FC Nürnberg verlor in Mainz. Die Einladung, einen Riesenschritt Richtung Europa League zu machen, ist damit ausgesprochen. Werder muss sie mit einem Sieg gegen 96 nur noch annehmen.

Möglicherweise wird Sebastian Prödl dabei helfen. Der Österreicher, der sich zum Rückrundenauftakt in Kaiserslautern mehrere Frakturen im Gesicht zugezogen hatte, wurde von Trainer Thomas Schaaf gestern erstmals wieder in den Kader berufen. Für den Innenverteidiger keine Überraschung: „Ich bin im Training absolut normal in die Kopfballduelle gegangen. Ich bin bereit.“

Schaafs Vertrauen in Prödl ist sogar so groß, dass er ihm den Vorzug vor Mikael Silvestre gibt. Der Franzose sitzt heute nur auf der Tribüne. Sebastian Boenisch fehlt verletzt, Denni Avdic kommt bei der U 23 zum Einsatz.

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