Überraschende Nullnummer

+

Bremen - von Carsten Sander.  Christoph Bohnhorst und Frank Willenborg gingen besonders gründlich zu Werke. Vor beiden Halbzeiten zerrten, zupften und zogen die beiden Schiedsrichter-Assistenten an den Tornetzen, um – das Phantom-Tor von Sinsheim lässt grüßen – auch ja kein Loch zu übersehen. Aber sie hätten sich die Mühe sparen können.

Denn weder Werder Bremen noch der SC Freiburg schafften es gestern, den Ball ins Netz zu bugsieren – nicht von außen wie Leverkusens Kießling am Freitagabend und auch nicht von der regulären Seite. Überraschend für alle Statistiker endete die Bundesliga-Partie zwischen den Bremern und den Breisgauern 0:0. Überraschend, weil in den Begegnungen der beiden Teams im Bremer Weserstadion immer Tore gefallen waren. Sagenhafte 4,42 im Schnitt, in der Gesamtbilanz 3,93. Gestern ging aber nichts, und die Torfabrik Bundesliga verzeichnete am neunten Spieltag ihr erstes torloses Spiel.

„Mit diesem Ergebnis“, dozierte Werder-Coach Robin Dutt hinterher, „dürfen wir nicht zufrieden sein“. Denn der Anspruch von Bremen müsse es sein, gegen jeden Gegner gewinnen zu wollen. Doch die 90 Minuten gegen weiterhin sieglose Freiburger haben gezeigt, dass Werder den eigenen Ansprüchen noch nicht genügt. Jedenfalls nicht in allen Teilbereichen. Gestern waren es die „verbesserte Spielanlage“, die Widerstandskraft, am Ende nicht alles im Hurra-Stil nach vorne zu werfen, und die Abwehrarbeit („Die fand ich ganz okay“), die Dutt zufrieden stellten. Aber eben nicht das Resultat. „Ich hätte mir ein 1:0 gewünscht – dann hätten Sie mich auch gerne wieder Dusel-Dutt nennen können“, scherzte der 48-Jährige.

Für Werder war es das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage und das dritte Remis in Serie. Eine Serie, das gab selbst Dutt zu, „die man so und so sehen kann“. Negativ, weil Werder aus den letzten sieben Partien nur einen Sieg (2:0 gegen den HSV) eingefahren hat. Oder aber positiv, „weil wir mittlerweile schwer zu schlagen sind. Das war jetzt schon unser viertes Zu-Null-Spiel der Saison – und das nach neun Spieltagen. Ich glaube, damit hat nach der Vorsaison niemand gerechnet“, argumentierte Dutt für die Pro-Werder-Sichtweise.

Allerdings hing auch gegen den SC Freiburg der Punkt an einem seidenen Faden. Es war das pure Glück, dass Matthias Ginter in der 89. Minute mit seinem Kopfball nach einer Ecke nur die Latte und nicht ins linienrichtergeprüfte Netz traf. Das war die große Chance für die Gäste. Doch ein Sieg der Breisgauer, das räumte auch deren Trainer Christian Streich ein, wäre nicht gerecht gewesen. „Wir hätten gerne gewonnen, Bremen hätte gewinnen können – am Ende ist das Unentschieden in Ordnung“, sagte Streich, dessen Karriere als Bundesliga-Trainer einst als Assistent unter dem damaligen Freiburger Chefcoach Dutt begonnen hatte.

Dass der alte Boss gestern nicht alle drei Punkte in Bremen behielt, war zum einen der Abschlussschwäche des SV Werder geschuldet, zum anderen der starken Leistung von Oliver Baumann. Vor 40 423 Zuschauern im Weserstadion wurde die Partie fast schon zu einem Privatduell zwischen dem SC-Schlussmann und Werder-Stürmer Nils Petersen. Zweimal tauchte der Bremer frei vor Baumann auf (24., 90.), einmal versuchte er es mit einem Kopfball-Torpedo (44.) – und dreimal parierte der Freiburger. „Wir hatten die klareren Chancen“, resümierte Werder-Sportchef Thomas Eichin deshalb und forderte leicht verärgert: „Aber dann muss auch mal einer rein.“

Werder - Freiburg 0:0

Ausgerechnet Luca Caldirola, der Innenverteidiger, hätte diesen Auftrag beinahe umgesetzt. Eine Ecke verlängerte er Richtung Freiburger Tor, traf aber nur den Pfosten (56.). Pech für Werder. Pech auch für alle, die Robin Dutt gerne ausgelassen auf dem Freimarkt gesehen hätten. „Aber daraus wird bestimmt nichts bei diesem Ergebnis“, meinte er. Allerdings ist Dutt ohnehin kein Fan von Rummelplätzen, und statt auf dem Freimarkt gibt’s ihn heute im TV zu sehen. Ab 11.00 Uhr ist Dutt zu Gast im Doppelpass von Sport1. Dann werden aber vermutlich weniger die nicht gefallenen Tore in Bremen als vielmehr das nicht gefallene und doch gegebene (Phantom-)Tor von Sinsheim das Thema sein.

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Mega-Zoff nach Ekel-Prüfung - So war Tag Zehn im Dschungelcamp

Mega-Zoff nach Ekel-Prüfung - So war Tag Zehn im Dschungelcamp

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Meistgelesene Artikel

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Nouri wusste angeblich nichts von Gnabrys Unwohlsein

Nouri wusste angeblich nichts von Gnabrys Unwohlsein

Thomas Delaney: Ein Gewinner unter Verlierern

Thomas Delaney: Ein Gewinner unter Verlierern

Kommentare