Werder gibt dem Coach eine Jobgarantie

Erstes Endspiel für Schaaf

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Thomas Schaaf macht weiter seine Arbeit und erklärt Assani Lukimya, wie richtig verteidigt wird. ·

Bremen - Die Rückendeckung für Thomas Schaaf ist beim abstiegsbedrohten SV Werder zwar noch vorhanden, aber längst nicht mehr so groß wie noch vor wenigen Wochen. Dass Werder nach der Saison über eine Ablösung nachdenkt, war schon am Sonntag bekannt geworden (wir berichteten).

Nun gilt der Treueschwur der Geschäftsführung sogar nur noch bis Samstag. Sportchef Thomas Eichin wollte gestern partout nicht weiter in die Werder-Zukunft des Trainers schauen. Somit wird die Bundesliga-Partie am Samstag in Leverkusen (15.30 Uhr) zu Schaafs erstem Endspiel.

Es war ein besonderer Morgen in Bremen: Das Weserstadion wurde gestern von Medienvertretern geradezu belagert. Jeder wollte sehen, wie Schaaf nach der 0:3-Bankrotterklärung am Samstag gegen Wolfsburg seine Mannschaft am normalerweise freien Montag trainiert. Wie immer, lautete die Erkenntnis nach der gut einstündigen Einheit, die nach dem Aufwärmprogramm einige Zweikampfübungen sowie ein Abschlussspiel beinhaltet hatte. Nachfragen beim Coach – auch zum weiteren Procedere in dieser Woche – waren nicht möglich. „Donnerstag ist wieder Pressekonferenz“, bügelte Schaaf Interviewwünsche ab. Ansonsten stellt er sich nach dem Training fast immer kurz zur Verfügung.

Diesen Job übernahm gestern Thomas Eichin. Und der Sportchef, der erst Mitte Februar vom Eishockey-Erstligisten Kölner Haie an die Weser gewechselt war, zeigte sich ziemlich überrascht von dem großen Medieninteresse. „Hui – was ist den hier los?“, begrüßte der 46-Jährige die rund 30 Medienvertreter. Normalerweise schauen höchsten fünf, sechs Journalisten beim Training des Bundesligisten vorbei.

Und Eichin musste schnell Farbe bekennen. Wackelt Schaaf? „Es ist ja klar, dass der Druck steigt“, wich der Manager erst einmal aus: „Wir haben am Samstagabend die Situation gemeinsam mit Thomas Schaaf analysiert – auch gestern und heute morgen haben wir noch mal gesprochen und überlegt, wie präpariert wir zum nächsten Spiel nach Leverkusen fahren. Thomas ist auch am Samstag auf der Bank.“ Es folgte, was folgen musste – die Frage nach einem Ultimatum. „Ich spreche nicht von Ultimaten. Wir sind uns momentan sicher, dass wir aus dieser Situation mit Thomas Schaaf am besten herauskommen“, erwiderte Eichin. Er bot mit dem Wörtchen „momentan“ nicht nur jede Menge Raum für Spekulationen, Eichin ließ sich damit auch die Hintertür offen, nach einem schlechten Werder-Spieltag doch noch zu reagieren.

Quasi als Bestätigung dafür folgte gleich mehrfach die strikte Ablehnung, beim Thema Schaaf über den Samstag hinauszuschauen. „Jetzt gehen wir erst einmal das nächste Spiel an und diskutieren nicht, was irgendwann mal sein wird“, antwortete Eichin auf die Frage, ob Schaaf am 10. Mai, seinem 14. Jahrestag als Trainer der Werder-Profis, noch im Amt sein werde. Und eine Jobgarantie für den 51-Jährigen für die kommende Saison gab es schon mal gar nicht. „Über Dinge, die im Sommer, im Winter, 2014 oder 2015 passieren könnten, werde ich heute nicht reden. Wir haben eine Situation, die müssen wir jetzt meistern. Deshalb konzentrieren wir uns voll auf das Spiel in Leverkusen“, erklärte Eichin – und nicht nur das: „Wir diskutieren genauso über die Situation und den Trainer wie anderswo. Thomas Schaaf ist hier keine heilige Kuh. Aber es gibt genug Fälle in der Bundesliga, wo solche Trainerwechsel im Aktionismus überhaupt nichts gebracht haben.“

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Auch deshalb hat Schaaf dieses Endspiel in Leverkusen bekommen. Eichin wird diese Woche ganz genau hinschauen, welche Maßnahmen der Trainer ergreifen wird. „Er hat genug Erfahrung – auch mit solchen Situationen. Er weiß, was zu tun ist. Thomas ist Herr der Lage“, behauptete der Ex-Profi, der sich aber allein darauf nicht verlassen will. Der Sportchef mischt sich ein, stattete dem Team gestern Morgen einen Kabinenbesuch ab – und berichtete anschließend: „Die Mannschaft weiß, was los ist. Ich hoffe, dass der Groschen gefallen ist.“ · kni

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