Werder gräbt beim 0:0 gegen Frankfurt die Leidenschaft wieder aus, beendet aber nicht die Krise

Ein erster Hoffnungsschimmer

Der Einsatz stimmte wieder: Sebastian Prödl (am Boden) stoppt Frankfurts Caio.

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Nein, der erhoffte große Befreiungsschlag war es nicht. Mit dem 0:0 gegen Eintracht Frankfurt nahm Werder Bremen aber das Tempo aus der rasanten Talfahrt.

„Ein guter Start. Aber es muss noch einiges besser werden“, sagte Trainer Thomas Schaaf, nachdem seine Mannschaft gegen den Tabellenvierten wenigstens ein klein bisschen Wiedergutmachung für das 0:6-Desaster gegen den VfB Stuttgart betrieben hatte.

Von einem Ende der Krise wollte indes niemand sprechen. „Vielleicht sind wir jetzt halb raus“, sagte Sportchef Klaus Allofs, bei dem absolute Zufriedenheit auch noch nicht aufkommen wollte: „Wenn man unsere Ambitionen hat, dann kann man auf dieses Unentschieden eigentlich nicht stolz sein.“

Unentschieden: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 0:0

Unentschieden: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 0:0

Eigentlich, wohl gemerkt. Denn nach den Leistungen und den Ergebnissen in den vergangenen Wochen sind die Bremer von ihren Zielen ohnehin Lichtjahre entfernt. Und so begnügte sich Allofs schließlich auch mit der Feststellung, diesmal wenigstens den nötigen Einsatz gesehen und endlich mal wieder zu Null gespielt zu haben: „Ich bin froh über die Art und Weise, wie die Mannschaft auf das 0:6 reagiert hat. Es war heute eine Kehrtwende.“ Ziel müsse es nun sein, „weiter dranzubleiben“, wie Torwart Tim Wiese sagte: „Zuletzt hat die Einstellung gefehlt. Die war wieder da. Wenn wir alle unsere Qualitäten abrufen, sind wir eine große Mannschaft, aber nicht, wenn wir so spielen wie in Stuttgart, dann sind wir gar nichts.“

Die Noten der Werder-Spieler

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Gegen Frankfurt waren die Bremer irgendwo dazwischen. Noch weit weg von spielerischem Glanz, stimmten zumindest der Einsatz und die taktische Disziplin im Defensivverhalten. Dinge, die eigentlich zum Grundgepäck eines jeden Fußballers gehören; die Werder zuletzt aber vollends hatte vermissen lassen. „Wir sind endlich wieder die Wege gegangen, die wehtun. Dadurch standen wir besser und haben wenig zugelassen“, sagte Kapitän Torsten Frings. „Gut strukturiert und konzentriert“, nannte Innenverteidiger Per Mertesacker die Bremer Abwehrarbeit. Doch auch der 26-Jährige weiß, dass dieses 0:0 am Ende nur ein kleiner Teilerfolg war, der zwar ein wenig verlorenes Selbstvertrauen zurückbrachte, die Bremer in der Liga aber weiter auf der Stelle treten lässt. „Wir können diesen Punkt im Stillen mitnehmen, stolz sind wir nicht darauf“, erklärte „Merte“.

Denn es war am Samstag mehr drin gewesen für Werder. Doch wieder einmal brachte sich die Mannschaft aufgrund einer schlechten Chancenverwertung um ein weitaus besseres Ergebnis. „Wir haben uns nicht mit drei Punkten belohnt“, klagte Schaaf.

Werder gegen Oka Nikolov hieß es über weite Strecken des Spiels. Frankfurts Keeper zeigte sich in überragender Form, parierte mehrfach gegen Marko Marin, einmal gegen Daniel Jensen, dann noch einen Schuss von Torsten Frings. „Nikolov hat super gehalten“, räumte Marin ein und seufzte: „Es hat uns leider das Quäntchen Glück gefehlt.“

Das wollen sich die Bremer nun Stück für Stück zurückholen. „Dann machen wir auch wieder die Tore und gewinnen die Spiele“, gab sich Wesley zuversichtlich. Wie alle anderen hatte auch der Brasilianer verinnerlicht: „Es gibt keinen Grund, über das 0:0 zu jubeln oder sich darauf auszuruhen. Es war nur ein kleiner Anfang.“

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