Frings – Stationen einer großartigen Karriere

Am ersten Tag gleich bestohlen

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Pokalsieger mit Werder im Jahr 1999 und  . . .

Bremen - Es war kalt an diesem Dezember-Tag 1996. Ein eisiger Wind pfiff von der Weser herüber in Richtung Stadion. Vor dem „Villa Verde“ hielt eine schwarze Limousine mit Kölner Kennzeichen. Am Steuer saß Norbert Pflippen – und im Schlepptau hatte der Spielerberater einen jungen, schüchternen und etwas verloren wirkenden Mann mit kurz geschorenen Haaren. Sein Name: Torsten Frings, gerade 20 Jahre geworden.

Als Stürmer war er von Regionalligist Alemannia Aachen von Werder Bremen verpflichtet worden. Zunächst einmal für die Amateure unter Trainer Thomas Schaaf. Sein erstes Spiel für Werder bestritt Frings nach der Winterpause am 23. Februar 1997 mit den Amateuren bei Göttingen 05 – und schoss beim 2:0-Sieg in der 87. Minute auch gleich sein erstes Tor.

Schnell erkannte Bundesliga-Coach „Dixie“ Dörner die Qualitäten des jungen Spielers – und schon bald wurde Frings Stammkraft bei Werder. Gut eineinhalb Jahre und drei Trainer später der erste Karriereknick, denn Coach Felix Magath sah in Frings, mittlerweile Rechtsverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler, nicht den talentierten Fußballer, den andere in ihm sahen. Frings fand sich häufiger auf der Tribüne wieder – und mit Magath sollte er später noch einmal kollidieren . . .

Als Thomas Schaaf im Mai 1999 Werder-Trainer wurde, ging es mit Frings wieder bergauf. Er wurde sogar Nationalspieler. Sein Debüt gab er am 27. Februar 2001 in Paris beim 0:1 gegen Frankreich – mit 24 Jahren. Es sollten noch 78 weitere Partien für Deutschland folgen, in denen Frings 2002 Vizeweltmeister, 2006 WM-Dritter und 2008 Vize-Europameister wurde. „Leider hat es nie zu einem Titel gereicht“, sagt er. Sein letztes Länderspiel bestritt Frings am 11. Februar 2009 (0:1 gegen Norwegen). Am 20. Januar 2010 erfuhr er von Bundestrainer Joachim Löw in einem Gespräch im Bremer Parkhotel („Frings: „Das hat keine zwei Minuten gedauert“), dass er in den Planungen für die WM 2010 keine Rolle spielt. Frings war deswegen lange verbittert. Noch bitterer aber war, „als ich 2006 nach dem Argentinien-Spiel für das WM-Halbfinale gegen Italien gesperrt wurde. Das war mit Abstand der schlimmste Moment in meiner Karriere“, sagt der heute 36-Jährige.

Titel feierte Frings dafür mit seinen Clubmannschaften. Zwei Mal (1999 und 2009) wurde er mit Werder Pokalsieger, 2005 holte er mit dem FC Bayern das Double, ehe er nach Bremen zurückkehrte. Bayern-Trainer Magath (Frings: „Wir werden sicher keine Freunde mehr“) hatte daran großen „Anteil“. Kein Titel ragte besonders heraus. „Da will ich keinen hervorheben. Das waren alles super Momente“, erklärt Frings, der die Löwen-Mähne mittlerweile zu seinem Markenzeichen gemacht und sich zahlreiche Tattoos gestochen hat.

Von dem schüchternen Jungen, der 1996 aus der dunklen Limousine stieg, ist nicht viel übrig geblieben. Außer dem absoluten Willen, die Dinge, die anzupacken sind, auch richtig anzupacken. Ohne Kompromisse. Dennoch wird Frings seinen ersten Werder-Tag nie vergessen: „Als wir wieder zum Wagen gingen, waren die Scheiben eingeschlagen und das Autotelefon war geklaut . . .“ · flü

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