Bei Aufsteiger Braunschweig beginnt für Werder die Saison und der Abstiegskampf

Das erste Sechs-Punkte-Spiel

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Robin Dutt (li.) und Thomas Eichin wissen, dass keine glanzvolle Saison von Werder zu erwarten ist. Sie werben schon vor dem Start bei Eintracht Braunschweig für Verständnis und eine faire Beurteilung.

Bremen - Der Videotext auf dem Fernsehschirm links über den Köpfen von Robin Dutt und Thomas Eichin ist ein fieser Geselle. Obwohl die neue, die 51. Saison der Fußball-Bundesliga noch gar nicht gestartet ist, wird Werder Bremen in der Tabelle mit lauter Nullen auf dem letzten Platz geführt. Sicher nur ein blöder Zufall. Oder doch ein böses Omen?

Trainer Dutt und Sportchef Eichin würdigen das TV-Gerät keines Blickes, als sie auf dem Podium im Mediensaal des Weserstadions Platz nehmen. Bereit für die erste Pressekonferenz der neuen Punktspielsaison. Bereit, zu erklären, dass nach der blamablen Pleite im DFB-Pokal beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken (1:3 n.V.) kein Grund zur Panik bestehe. Wenn morgen (18.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig die Bundesliga wieder losgeht, „geht es nicht um das, was gewesen ist“, sagt Eichin. Ein schlauer Satz. Denn damit sind die vergangene Saison und die zwei davor genauso weggewischt wie die gründlich verhunzte Ouvertüre der neuen Spielzeit. Was zählt, ist Braunschweig und ein erfolgreicher Bundesliga-Auftakt. „Wir wissen“, sagt Eichin, „dass der Erfolgsdruck groß ist.“

Eine Niederlage gegen die nach 28 Jahren ins Oberhaus zurückgekehrte Eintracht wäre in der Summe mit dem Pokal-Aus nichts anderes als ein kapitaler Fehlstart für die Bremer. Und ein Fehlstart sorgt für Unruhe in einer Zeit, in der Ruhe das höchste Gut ist – jedenfalls für Trainer Dutt und seine Spieler. Gemeinsam wollen sie den Neuanfang vorantreiben, werben für Geduld und Verständnis bei Rückschlägen. „Die letzten drei Jahre waren ein schwerer Rucksack für Werder Bremen. Aber wir bitten darum, dass dieser Rucksack nicht komplett uns als neuer sportlicher Leitung aufgezogen wird. Sondern dass wir unsere eigene Zeit dafür bekommen, etwas Positives aufzubauen“, sagt Robin Dutt, dem aber auch klar ist: Parallel zu Forschung und Entwicklung müssen auch Punkte geholt werden – speziell, wenn nach einer Pokal-Blamage bei den Fans schon die Angst umgeht. „Am besten fangen wir gleich gegen Braunschweig mit dem Punktesammeln an“, erteilt Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic einen ziemlich logischen Ratschlag. Zumal gegen Braunschweig gewonnene Zähler im Abstiegskampf am Ende doppelt zählen könnten. Schließlich wird beiden Teams eine schwierige, von Sorgen um den Klassenerhalt geprägte Saison prognostiziert. Junuzovic will diese Möglichkeit auch gar nicht wegreden, sagt aber etwas kryptisch: „Das ist sicher mal ein Spiel, wo du eventuell punkten müsstest.“ Natürlich gehe das aber nicht mit einer blutleeren Leistung wie in Saarbrücken, „alles muss zu 100 Prozent besser werden“, meint Junuzovic.

Konkreter formuliert es Kollege Cedric Makiadi: „Einen lauteren Warnschuss als den gegen Saarbrücken gibt es nicht. Wenn wir jetzt nicht verstanden haben, dass es nur über den Kampf geht, dann werden wir es in der gesamten Saison nicht verstehen. Du musst gegen jede Mannschaft fighten.“

Erst recht gegen ein Team wie Braunschweig, das trotz der Pokal-Niederlage gegen Arminia Bielefeld (1:2) noch auf der Welle der Aufstiegseuphorie in die neue Saison reitet. Makiadi erwartet deshalb eine „Hölle“ in dem mit 23 325 Zuschauern ausverkauften Eintracht-Stadion, Junuzovic den üblichen „Hexenkessel“. Dutt dagegen hat es nicht so mit den plakativen Begriffen und schaut auf eine ausgeglichene Partie voraus. Obwohl er die Videotexttafel nicht registriert hat, formuliert er einen Satz, der deutlich macht, dass Werder tatsächlich von ziemlich weit unten in die Saison startet. „Eigentlich“, sagt Dutt vor seinem ersten Punktspiel als Bremer Coach, „müsste Werder auf Grund der Größe der Vereine Favorit sein gegen Braunschweig. Aber wir sind es nicht. Wir würden gerne mal wieder Favorit sein. Aber dafür brauchen wir Zeit.“ · csa

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