Ekici droht wieder die Ersatzbank

Erste Reihe nur als Zwischenstation?

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Mehmet Ekici. ·

Bremen - Für das eigene Land zu spielen, ist für Fußballer das Größte. Sagen sie jedenfalls. Für Aleksandar Ignjovski und Mehmet Ekici können die Einsätze für ihre Nationalteams aber auch zur Falle werden.

Beide haben sich gerade in die erste Werder-Elf gespielt, beide fehlen nun bei den Übungseinheiten, sind erst am Freitag, einen Tag vor dem Bremer Spiel beim VfB Stuttgart, zurück im Teamtraining. Speziell für Ekici könnte das zum Problem werden. Geht es wieder ins zweite Glied?

Nach dem Sieg über Hannover 96 strahlte dem türkischen Nationalspieler das Glück noch aus den Augen. Der zweite Startelfeinsatz in Folge, nachdem es in der gesamten Hinrunde nur zu drei Kurzauftritten gereicht hatte – Ekici kann sich wieder als vollwertiger Profi fühlen. Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der 22-Jährige in beiden Partien durch Sperren, Verletzungen und Krankheiten von Teamkollegen in die erste Reihe gespült worden war.

Egal. Am Freitag war er endlich mal wieder ein Sieger. Seine Zufriedenheit kleidete er nach dem 2:0 im 50. „kleinen“ Nordderby allerdings nur in Worte, die das Kollektiv betrafen. „Wir haben Stärke gezeigt und die Nerven bewahrt“, sagte der Mittelfeldspieler und meinte gewiss nicht nur alle anderen, sondern auch sich. Ekici war Teil dieser Mannschaft, die die trüben Gedanken an den Fehlstart in die Rückrunde einfach ignoriert und entschlossen das gegnerische Tor berannt hatte – letztlich erfolgreich. Da darf jeder Einzelne glücklich sein. Ekici war es fraglos. „Wir wollen weiter so auftreten, dürfen nicht nachlassen“, sagte er. Wieder hätte das „Wir“ auch ein „Ich“ sein können.

Ekici hofft nach einer soliden, engagierten, aber keineswegs überragenden Leistung natürlich auf die nächste Chance in Stuttgart. Aber Kapitän Clemens Fritz hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen, steht am Samstag wieder zur Verfügung. Ebenso Marko Arnautovic. Und wenn zwei zurück ins Team drängen, müssen zwei weichen. Einer könnte Mehmet Ekici sein. Zumal er gegen Hannover so etwas wie den Joker im Team gegeben hatte. Zunächst spielte er Linksaußen, später auf einer Halbposition im Mittelfeld.

Wenn Trainer Thomas Schaaf am Freitag das Spielerkarussell anschmeißt, könnte das dabei herauskommen: Arnautovic wieder auf rechts, Elia dafür nach links, Kevin De Bruyne und Aaron Hunt auf die Halbpositionen, Fritz als „Sechser“ vor die Abwehr oder auf die Bank. Die Wahrscheinlichkeit, dort auf Sitznachbar Ekici zu treffen, ist groß. Denn im Training kann er nicht um seine Chance kämpfen, er spielt ja morgen mit der Türkei gegen den Werder-Kollegen Theodor Gebre Selassie und Tschechien.

Aleksandar Ignjovski muss auf Zypern ran. Länderspiel mit Serbien in Larnaca. „Nicht optimal“ findet der Allrounder die Unterbrechung, nachdem er gerade Gebre Selassie als Rechtsverteidiger verdrängt hat. „Ich bin glücklich, dass ich gespielt habe“, sagte er. Gar nicht glücklich ist er dagegen mit seiner Reiseroute. Zwei Zwischenstopps muss er am Donnerstag auf der Flugroute von Larnaca nach Bremen einlegen – um sich einen Tag später mit Werder auf den Weg nach Stuttgart zu machen. „Anstrengend“ wird‘s, das weiß „Iggy“ schon jetzt. Doch sein Glück ist, dass Konkurrent Gebre Selassie im Formtief steckt, sich zudem ebenfalls nicht bei Schaaf aufdrängen kann. Der Tscheche muss morgen in der Türkei ran. Also darf sich Ignjovski berechtigte Hoffnungen machen, am Samstag zum zweiten Mal in Folge auf ein und derselben Position zu spielen. Für ihn ist das alles andere als selbstverständlich. Gegen den HSV war der 22-Jährige noch als Rechtsaußen aufgeboten worden, für Serbien agiert er regelmäßig im defensiven Mittelfeld. Ein Wechselspiel, für das man gemacht sein muss. Ignjovski kann es, er besitzt die Vielfältigkeit, gibt aber auch zu: „Es ist leichter, immer auf der gleichen Position zu spielen.“

Aber wenn’s sein muss, macht der stille Serbe eben alles – notfalls stellt er sich auch zwischen die Pfosten. Er verfügt mit 1,75 m zwar nicht über ein Torwart-Gardemaß, „aber ich habe gute Reflexe…“ · csa

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