Publikumsliebling Naldo

Das erste Tor in der Bundesliga – ausgerechnet gegen Wolfsburg

Bremen - Jetzt ist er endgültig weg! Gestern Nachmittag wurde Naldo als Neuzugang beim VfL Wolfsburg vorgestellt – nach misslungenem Medizincheck hatte der 29-jährige Brasilianer die Nachuntersuchungen am Knie erfolgreich überstanden und einen Dreijahresvertrag unterschrieben.

Werder verliert somit einen Innenverteidiger, der in seinen sieben Bremer Jahren – wegen Top-Leistungen und seiner sympathischen, erfrischenden Art – ein absoluter Publikumsliebling war. Einige Momente seiner Werder-Zeit bleiben besonders haften:

Naldos Zeit bei Werder

Naldo wechselt nach Wolfburg: Seine Zeit bei Werder Bremen

29. Juli 2005: Ronaldo Aparecido Rodrigues, so Naldos voller Name, unterschreibt einen Vierjahresvertrag (Jahresgehalt etwa 600 000 Euro). Bei seiner Vorstellung sagt der 22-Jährige, der aus seiner brasilianischen Heimat vom EC Juventude kommt: „Ich bin sehr dankbar, dass mir so viel Vertrauen entgegengebracht wird. Das werde ich mit guten Leistungen zurückzahlen.“ Das gelingt dem Nachfolger von Valerien Ismael (zum FC Bayern). Der in Londrina geborene 1,95-Meter-Schlaks, der die Nummer vier von Fabian Ernst er- und immer behält, ist sofort Stammspieler, bestreitet in seiner ersten Saison 32 Bundesliga-Partien – alle von Anfang an. Naldo ist schnell voll integriert.

19. November 2005: Beim 6:1-Heimsieg gegen – Achtung! – Wolfsburg trifft Naldo per Kopf erstmals in der Bundesliga und schwärmt: „Erst werde ich Vater, dann das Tor – was für eine fantastische Woche.“ Wenige Tage zuvor war sein Sohn Naldinho geboren. 2009 folgt dann noch Tochter Liz.

9. Dezember 2006: Ein Highlight! Beim 6:2 in Frankfurt schießt Naldo zum einzigen Mal drei Tore, darunter einer seiner gefürchteten Freistoß-Knaller. In sieben Jahren trifft er in der Bundesliga 22 Mal für Werder.

3. Februar 2008: Die erste von zwei Roten Karten. Wegen einer Notbremse am Bochumer Sestak fliegt Naldo beim 1:2 runter. Das gleiche Vergehen (diesmal am Münchner Schweinsteiger) führt etwa ein Jahr später zum zweiten Platzverweis. Gelb-Rot sieht Naldo in 173 Bundesliga-Spielen nie. Auch die 19 Gelben Karten sind für einen Innenverteidiger erstaunlich wenig.

20. Mai 2009: Die bitterste Niederlage. Im Uefa-Cup-Finale in Istanbul gegen Schachtjor Donezk gleicht Naldo per Freistoß zum 1:1 aus, doch Werder verliert in der Verlängerung (1:2). Naldo weint hemmungslos und sagt: „Ich bin sehr traurig.“ Auch darüber, dass Landsmann und Kumpel Diego kurz darauf seinen Wechsel nach Turin verkündet.

30. Mai 2009: Zehn Tage später gibt’s das dicke Trostpflaster. Werder holt durch ein 1:0 gegen Leverkusen den DFB-Pokal – und Naldo, der überragend spielt, seinen einzigen Titel im grün-weißen Trikot.

10. September 2011: Was für ein Comeback! 16 Monate hat Naldo wegen einer schweren Verletzung im rechten Knie pausiert. Nach einem Zweikampf mit Wolfsburgs Grafite im April 2010 hatte sich ein Knochenödem gebildet. Trotz der Warnungen deutscher Fachärzte und Werders Bedenken lässt er sich im Januar 2011 in Brasilien operieren. Nun ist er wieder da, wird beim 2:0 gegen den HSV kurz vor Schluss eingewechselt – und das auch noch an seinem 29. Geburtstag. Das ausverkaufte Weserstadion bebt, Naldo strahlt: „Ich spüre unglaubliche Freude.“

3. Januar 2012: Mit Wechselgedanken hat er mehrfach gespielt, nun drängt Naldo auf einen sofortigen Wechsel nach Brasilien. Mit Porto Alegre sei er sich einig, doch der Club bietet zu wenig Ablöse – und Naldo, der an einem Außenbandanriss im linken Knie laboriert, sagt zerknirscht: „Ich bleibe bei Werder.“

21. April 2012: Die letzten Pflichtspiel-Tore für Werder: Beim 1:2 gegen die Bayern trifft Naldo erst ins richtige, dann völlig unbedrängt ins falsche Tor. „Ich dachte, der Müller ist hinter mir und wollte zur Ecke klären“, sagt er.

17. Juli 2012: Werder-Sportchef Klaus Allofs verkündet Naldos Wechsel zum VfL Wolfsburg, doch der Brasilianer fällt einen Tag später durch den Medizincheck. Tags darauf wird er nach weiteren Untersuchungen am Knie dann doch verpflichtet, absolviert in Form eines Waldlaufs seine erste Einheit für den VfL. „Ich fand die Aufregung etwas übertrieben, mein Knie ist in Ordnung“, sagt Naldo und fügt schon mal kämpferisch an: „Mein Ziel ist es, wieder Champions League zu spielen – und da ist Wolfsburg der richtige Verein.“ · mr

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