Skripnik verrät noch nicht, was er mit Kruse vorhat

Erst ins „kalte Wasser“ – und wohin dann?

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Die Chemie scheint zu stimmen: Trainer Viktor Skripnik (rechts) scherzt während des Trainings mit Neuzugang Max Kruse, der bei Werder ein „Leader“ werden soll. 

Bremen - Eine lange Eingewöhnungszeit ist nicht erforderlich. Wenn Werder morgen sein Testspiel gegen den FC Chelsea bestreitet, hat Max Kruse erst vier Mal mit seiner neuen Mannschaft trainiert. Trotzdem wird er gegen die Londoner schon auflaufen.

„Wir werfen ihn gleich ins kalte Wasser“, sagte Trainer Viktor Skripnik gestern und fügte an: „Max ist sehr professionell. Er hat in Wolfsburg die Vorbereitung voll mitgemacht und überhaupt keinen Rückstand.“ Auf welcher Position Skripnik den 7,5-Millionen-Euro-Neuzugang künftig sieht, verrät er noch nicht. Es gibt aber mehrere Optionen.

Rückkehrer Kruse ist in der Offensive schon überall aufgetaucht: im Sturm, im zentralen Mittelfeld, auf den Außenbahnen. „Es ist ein Riesenvorteil, dass er alles spielen kann“, findet Sportchef Frank Baumann. „Max soll hier ein Leader sein. Durch ihn werden wir konkurrenzfähiger in der Bundesliga und noch flexibler“, freut sich Skripnik über weitere Variationsmöglichkeiten, die auch genutzt werden sollen. „Mit Max wird das Trainerteam neu überlegen und sich Gedanken über die Taktik machen“, meinte Baumann und fügte an: „Es ist gut möglich, dass da etwas verändert wird.“

Es bietet sich nun bestens an, an einem System mit zwei Stürmern zu feilen – das 3:5:2 soll auch als Alternative ins taktische Repertoire aufgenommen werden. Mit Kruse und Claudio Pizarro kann Werder mittlerweile auf zwei Torjäger zurückgreifen, die beide Gefahr ausstrahlen und Spiele im Alleingang entscheiden können. Die Arbeitsteilung könnte so aussehen: Pizarro ganz vorne drin, Kruse etwas zurückgezogen. „Wir werden die beiden ganz häufig zusammen auf dem Feld sehen“, kündigte Skripnik an. Der Coach schwärmt schon vom neuen Angriff und sprach von zwei Weltklasse-Stürmern, ruderte dann aber ein bisschen zurück: „Wir wollten vorne zwei Super-Bundesliga-Spieler haben, die den Unterschied machen können. Die haben wir jetzt.“

Ob Skripnik dauerhaft auf zwei Spitzen setzt, bleibt aber abzuwarten. Das zuletzt bevorzugte 4:1:4:1 (was auch schnell zu einem 4:2:3:1 werden kann) wird jedenfalls nicht eingemottet. Bei dieser Variante würde Kruse wohl in der Zentrale eingesetzt werden. Und dann wird der Konkurrenzkampf im Mittelfeld noch härter, als er ohnehin schon ist. Gesetzt auf einer der Halbpositionen in der Viererkette ist Kapitän Clemens Fritz als eher defensiv Denkender. Daneben würde sich der deutlich offensivere Kruse anbieten. Das bedeutet: Vor allem für Zlatko Junuzovic kann es richtig eng werden. Der Österreicher, der Wechselgedanken hegt(e), will auch gerne das Bremer Spiel lenken. Das ist ihm in der Vergangenheit allerdings nicht so gut gelungen, er kam eher über den Kampf, den Einsatz, die Lauffreude – und seine Standards. Kruse dagegen hat in seinen 166 Bundesligaspielen schon nachgewiesen, dass er nicht nur selbst treffen (42 Mal), sondern auch exzellent vorbereiten kann (43) kann – und zwar nicht nur bei ruhenden Bällen, sondern vor allem aus dem Spiel heraus.

Sollte der 28-Jährige im Mittelfeld auflaufen, hat das auch Auswirkungen auf zwei andere Bremer, die sich auf der zentralen, offensiven Position am wohlsten fühlen: Maximilian Eggestein und Laszlo Kleinheisler (inzwischen Ausleih-Kandidat) hätten einen Konkurrenten mehr – einen sehr starken.

Insgesamt wirkt Skripnik sehr zufrieden mit dem, was er in der Offensive nun zur Verfügung hat. Kruse, Pizarro, Junuzovic und auch Fin Bartels. „Das“, urteilte der 46-Jährige, „ist gut genug für jeden Gegner“. 

mr

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