Der neue SV Werder startet fröhlich, aber auch gewarnt in den DFB-Pokal

„Erst jetzt beginnt der Ernst des Lebens“

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Endlich echte Gegner! Gestern musste sich Kevin De Bruyne noch mit Attrappen auseinandersetzen, aber schon morgen warten mutige Münsteraner auf den Bremer Neuzugang.

Bremen - Thomas Schaaf lächelt, Klaus Allofs auch. Genauso wie Lukas Schmitz. Sebastian Prödl macht es ebenso. Kurzum: Werder ist so glücklich wie lange nicht. Wer hätte das vor 100 Tagen gedacht? Niemand!

Nach der Katastrophen-Rückrunde und dem Räumungsverkauf galt Werder als Abstiegskandidat. Jetzt macht sogar schon das Wort vom Geheimtipp die Runde. Doch da spielt die Gute-Laune-Truppe (noch) nicht mit, sie lässt sich vor dem DFB-Pokalspiel beim Drittligisten Preußen Münster (morgen, 16 Uhr/Sky live) nicht von der harmonischen Vorbereitung blenden. „Erst jetzt beginnt der Ernst des Lebens“, stellt Schmitz klar.

Der Linksverteidiger befindet sich mit seiner Warnung in bester Gesellschaft. Auch Abwehrkollege Sebastian Prödl sagt: „Hier wurden viele Schrauben in die richtige Richtung gedreht. Die Mannschaft ist gut zusammengestellt. Es herrscht viel Respekt untereinander, es gibt wenig Egoismus. Aber all das muss sich noch im Wettbewerb bewähren.“

Training am Freitag

Werder Training am Freitag vorm Pokalspiel

Zunächst im DFB-Pokal. Eigentlich eine dankbare Aufgabe zum Pflichtspielauftakt, weil es nicht gegen einen Bundesligisten geht. Doch Duelle mit einem Drittligisten wie Münster haben es in sich. Die Begeisterung in der Studentenstadt ist riesig, das altehrwürdige Stadion an der Hammer Straße mit 18 000 Zuschauern pickepackevoll – und der Gegner schon seit Wochen im Ligabetrieb. „Das ist ein Vorteil“, sagt Zlatko Junuzovic. Dem Österreicher ist auch nicht entgangen, dass Münster viele Punkte gesammelt hat: „Die sind in der Tabelle oben dabei. Das ist ein dicker Brocken.“ Aber bei allem Respekt, Junuzovic hebt auch hervor: „Es muss unser Anspruch sein, dass wir uns dort durchsetzen.“

So war es vor einem Jahr auch in Heidenheim, doch Werder schied aus. Ein Desaster. „Das letzte Jahr habe ich total verdrängt“, sagt Schaaf und grinst. Warum zurückblicken, wenn die Gegenwart so schön ist? Und so antwortet er lieber ausführlich auf die Frage, was diese runderneuerte Werder-Truppe gerade so auszeichnet: „Sie tritt sehr geschlossen auf. Es wird akzeptiert, dass der eine oder andere eine Besonderheit einbringen darf. Und es ist eine große Begeisterung da, man will Ergebnisse erzielen.“ Dass er der Gute-Laune-Bär ist und die Stimmung hoch hält, davon will der 51-Jährige nichts hören: „Das kommt nicht von uns. Das ist nichts Aufgesetztes. Die Spieler leben das, es wird von ihnen getragen.“

Auch nach außen. „Wir wollen die Fans mit ins Boot nehmen“, sagt Prödl: „Wir wissen doch, dass es ihnen zuletzt nicht gut ging.“ Das ist Vergangenheit. Jetzt wird in Bremen wieder gelächelt. Die Stadt freut sich auf Werder, sie ist neugierig auf diese neue Mannschaft.

Klaus Allofs denkt ähnlich, auch der Werder-Boss ist zufrieden, auch er gönnt sich bei der Vorschau auf die Partie in Münster ein fröhliches Gesicht. Aber er ist nicht euphorisch, hebt nicht ab. Dafür kennt der 55-Jährige das Geschäft viel zu lange – und so ist seine Antwort auf die Frage, worauf er sich am Sonntag nach 100 Tagen ohne Pflichtspiel am meisten freut, ganz pragmatisch: „Auf den Schlusspfiff, und dass wir dann gewonnen haben.“ · kni

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