Die Bundesliga-Shootingstars Hartherz und Trybull müssen in der Regionalliga einen Neuanfang starten

Erst hochgejubelt, dann tief gefallen

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In der Rückrunde war ihre Werder-Welt noch in Ordnung: Tom Trybull und Florian Hartherz.

Bremen - Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während die Kollegen gestern in Dortmund vor 80 000 Zuschauern die 50. Bundesliga-Saison eröffnen durften, müssen Florian Hartherz und Tom Trybull heute vor wahrscheinlich gerade mal 300 Zuschauern in Hamburg ran, beim Regionalligisten SC Victoria.

Die Shootingstars der vergangenen Saison sind abgestürzt. Es reicht nicht einmal mehr zu einem Platz im 18er-Kader. Aber warum?

„Die anderen sind vorne“, sagt Trainer Thomas Schaaf ganz nüchtern. In der Rückrunde hatte er die beiden 19-Jährigen zu Stammspielern gemacht. Linksverteidiger Hartherz kam auf zehn Einsätze in der Startelf, Mittelfeldspieler Trybull sogar auf 14. Sie galten als Hoffnungsträger, waren die Gesichter der Bremer Frischzellenkur. Doch das ist Vergangenheit. In der Vorbereitung zeichnete sich schnell ab: Trybull und Hartherz sind nicht mehr erste, sondern nur noch dritte Wahl.

Der Umgang damit ist für einen jungen Profi nicht einfach. Wer lässt sich schon gerne von Wolke sieben stoßen? „Ich habe eine Erklärung dafür, aber ich möchte nicht darüber reden“, sagt Trybull und wirkt dabei extrem frustriert. Dass er überhaupt spricht, ist schon eine kleine Überraschung. Normalerweise lehnt er Nachfragen fast wortlos mit einem Kopfschütteln und strengem Blick ab. Von dem grinsenden und eloquenten Sunnyboy des Frühjahrs ist nichts mehr zu sehen.

Ganz anders Florian Hartherz. Der Abwehrspieler lächelt immer noch freundlich und stellt sich den Fragen – auch den unangenehmen. „Es gibt immer eine Chance, wenn man Gas gibt“, antwortet Hartherz und grinst. Der 19-Jährige glaubt an sich: „Der Trainer wird auch mich wieder ausprobieren – und diese Chance muss ich dann nutzen. Ich will mich auf lange Sicht in der Bundesliga durchsetzen, ich bin ja noch jung.“

Für Schaaf ist das die richtige Einstellung. Es wäre völlig falsch, nun den Kopf in den Sand zu stecken und die Regionalliga als Bestrafung anzusehen, so Schaaf: „Ich darf nicht überlegen, ob ich U 23 spiele oder woanders. Ich muss nur daran denken, wie ich meine Aufgabe erfüllen kann.“ Gleiches gelte fürs Training. Da erwartet Schaaf von den Trybulls und Hartherz‘, „dass sie sich beweisen und zeigen, dass sie wieder vorne sein wollen“.

Die Konkurrenz ist groß: Hartherz hat Aleksandar Ignjovski und Lukas Schmitz auf der linken Abwehrseite vor der Nase. Trybulls Mitstreiter auf der Sechser-Position heißen Clemens Fritz und Philipp Bargfrede. Und die werden ihre Plätze sicher nicht herschenken. · kni

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