Werder macht dank Hunt aus 0:2 noch 2:2

Erst furchtbar, dann unbesiegbar

„SCHÖNEN DANK!“ Trainer Thomas Schaaf (l.) und Manager Klaus Allofs empfangen Aaron Hunt nach dessen herrlichem Dropkick zum 2:2 mit warmen Worten.

Nürnberg - Von Björn Knips. Ballannahme mit der Brust und dann ein perfekter Dropkick mit dem Außenrist in den Winkel: Aaron Hunt hat Werder Bremen gestern in buchstäblich letzter Sekunde ein 2:2 (0:2) beim 1. FC Nürnberg gerettet.

Ein Wahnsinns-Tor! Trotz einer furchtbaren ersten Halbzeit blieben die Hanseaten damit auch im 17. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage und auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga. Danach hatte es lange Zeit ganz und gar nicht ausgesehen. Nach den Treffern von Christian Eigler (3.) und Albert Bunjaku (33.) waren die Gastgeber lange Zeit auf dem Weg zu einem Überraschungssieg, ehe Hunt (71.) mit seinem ersten Tor die erfolgreiche Aufholjagd einläutete.

Borowski auf der Bank

„Unsere erste Halbzeit war eine Katastrophe“, gestand Hunt und bezeichnete den Punktgewinn als glücklich. So sah’s auch Sportchef Klaus Allofs, der die Mannschaft aber eher loben als kritisieren wollte: „Erst war das gar nichts, aber dann haben wir Moral gezeigt und unsere Serie aufrechterhalten. Das war ganz wichtig.“

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Werder-Coach Thomas Schaaf hatte Markus Rosenberg „begnadigt“ und im Sturm für den verletzten Claudio Pizarro gebracht. Überraschend musste dagegen Tim Borowski trotz seiner zwei Tore in den letzten beiden Spielen für Philipp Bargfrede auf der Bank Platz nehmen. Von dort sah er eine Werder-Mannschaft, die mit den Gedanken überall, nur nicht beim Spiel war. „Wir sind arrogant aufgetreten“, schimpfte Wiese nach der Partie. Wie schon vor einer Woche in Bochum wurde das Bremer Fehlverhalten sofort bestraft. Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte von Andreas Wolf griffen sowohl Per Mertesacker als auch Naldo nicht ein, der herausgeeilte Keeper Tim Wiese schlug über den Ball – und Christian Eigler bedankte sich mit dem 1:0 (3.). Ein ganz peinlicher Treffer aus Bremer Sicht.

Genauso peinlich ging’s weiter. Diesmal patzte Clemens Fritz, doch Wiese konnte den Schuss von Albert Bunjaku gerade noch parieren (14.). Zwei Minuten später war der Werder-Keeper machtlos, doch Bunjakus Treffer zählte nicht. Schiedsrichter Guido Winkmann wollte zuvor ein Handspiel gesehen haben. Eine umstrittene Entscheidung.

Der Ärger darüber war jedoch schnell verfolgen. Denn nachdem Peer Kluge den Pfosten getroffen und Marek Mintal das Tor knapp verfehlt hatten (beides 28.), durfte der Club erneut jubeln: Bunjakus Kopfball nach einer Frantz-Ecke konnte Torsten Frings erst hinter der Torlinie mit der Hacke klären – 2:0 (33.).

Wer war hier eigentlich das Kellerkind und wer der Titelanwärter? Werder spielte so schlecht wie seit Monaten nicht mehr. Dazu passte, dass Rosenberg die einzige gute Torchance kläglich vergab (34.). Die Nürnberger führten hochverdient und steckten es auch locker weg, dass der Gelb-Rot-gefährdete Ex-Bremer Dennis Diekmeier vorzeitig runter musste (36.).

Nach dem Wechsel änderte sich erst einmal nichts. Mintal (46. und 51.) und Wolf (48) verpassten sogar die Vorentscheidung. Werder machte lediglich durch einen Naldo-Kopfball ans Aluminium (51.) auf sich aufmerksam.

Doch plötzlich wendete sich das Blatt, weil die Gäste endlich kämpften: Flanke Sebastian Boenisch, Kopfball Hunt – da stand’s nur noch 2:1 für Nürnberg (71.). Der eingewechselte Borowski hätte den Ausgleich machen müssen, doch sein Kopfball landete direkt in den Armen von FCN-Keeper Raphael Schäfer (87.). War’s das mit der Super-Serie? Nein! Denn Hunt hatte noch einen Schuss im Köcher – 2:2. Werder jubelte, Nürnberg jammerte – und der Schiri pfiff umgehend ab.

„Dieses Unentschieden ist wie ein Sieg. Vielleicht wird dieser Punkt irgendwann noch einmal richtig wichtig sein“, blickte Wiese schon einmal hoffnungsvoll voraus. Aber dann muss dieser „Warnschuss“ (Per Mertesacker) auch ernst genommen werden. Den Beweis dafür kann Werder schon am Donnerstag in der Europa League gegen Austria Wien abliefern. Dann wird aber wohl Torsten Frings fehlen. Der Kapitän zog sich gestern eine Oberschenkelverletzung zu.

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