Ermittlungsverfahren nach Derby-Unglück eingestellt

Bremen - (ole) · Bei dem tragischen Unfall im Gästeblock des Weserstadions am 25. September 2010, bei dem 30 Fans des Hamburger SV sowie Polizisten zum Teil schwer verletzt worden waren, handelt es sich nicht um fahrlässige Körperverletzung – weder von der Polizei noch von den Fans. Der Unfall sei nicht zu vermeiden gewesen, urteilte die Staatsanwaltschaft Bremen gestern und stellte das Ermittlungsverfahren ein.

Dennoch: Die Bremer Polizei räumte ein, nicht das beste Bild abgegeben zu haben. „Wenn man eine Zeit ankündigt, muss man die auch einhalten“, gestand Polizeipräsident Holger Münch. Die Beamten hatten die Gästefans 20 Minuten in deren Block im Oberrang der Westkurve festhalten wollen, um ein Aufeinandertreffen rivalisierender Gruppen außerhalb des Stadions zu verhindern. Laut Panikforscher Michael Schreckenberg, der von Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer sowie Werder mit einem Gutachten zur Stadionsicherheit beauftragt worden war und gestern die Ergebnisse präsentierte, war der Ausgang nach 24 Minuten aber immer noch versperrt. Die Folge: Einige Fans drängelten von hinten, bis die Blocksperre der Polizei brach. Mehrere Anhänger und Polizisten stürzten eine Treppe hinab. Ein Fan verletzte sich so schwer, dass er reanimiert werden musste. „Allen Beteiligten geht es aber wieder gut oder besser, das begrüßen wir sehr“, erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry.

Um solche Vorfälle künftig zu verhindern, „gilt es, die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen“, forderte Mäurer. Polizeipräsident Münch hat bereits angekündigt, dass es solche Sperren im Gästeblock künftig nicht mehr geben soll. Und Werder hat inzwischen die Beschilderungen verbessert und ein zusätzliches Notausgangstor geschaffen, betonte Hinrich von Hallen von der Weserstadion GmbH.

Das größte Problem ist laut Schreckenberg aber noch ungelöst: Der Sicherheitsbereich der Gäste außerhalb des Stadions sei zu klein, urteilte der Professor der Uni Duisburg-Essen. Mäurer will sich um „neue Erschließungsflächen“ kümmern und denkt dabei an das Areal des direkt angrenzenden Tennisvereins Rot-Gelb. Das Gelände gehört der Stadt Bremen – und Mäurer hofft auf eine „einvernehmliche Lösung“ mit dem Pächter: „Im Dienste der Sicherheit können wir aber auch kündigen.“ Wenngleich dies natürlich nicht kurzfristig ginge.

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