Paradoxe Situation für Bargfrede und Ignjovski: Sportlich steigt ihr Wert, doch das Gehalt soll fallen

Das erklär mal einem…

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Sie haben sich in der Rückrunde als feste Größen im Bremer Team etabliert. Die Zukunft der im Sommer ablösefreien, weil vertraglosen Philipp Bargfrede

Bremen - Selbst Aleksandar Ignjovski macht es. Von dem stillen Serben hatte man eigentlich geglaubt, er würde nur auf ein Angebot von Werder Bremen zur Vertragsverlängerung warten, um es dann nach einer Bedenkzeit im Sekundenbruchteilbereich anzunehmen und zu unterschreiben. Aber nichts da.

Auch ein Profi der Marke Ignjovski – mehr graue Maus als schillernder Star – sagt nicht mehr uneingeschränkt Ja zum SV Werder. Das zeigt, wie sehr die Attraktivität des Fußball-Standortes Bremen in den letzten Jahren gelitten hat. Der Mannschaft droht sogar der Komplettverlust ihrer zentralen Achse.

Wie stark der innere Magnet eines Clubs auf Spieler wirkt, hängt in erster Linie natürlich vom Geld ab. Das ist im Profi-Fußball so und lässt sich nicht wegdiskutieren. Weil Werder aber seit dem Auszug aus der Beletage Europas nur noch über sehr begrenzte Mittel verfügt, ist es nicht mehr so weit her mit der Attraktivität. Was dazu führt, dass Personalien wie die eines Aleksandar Ignjovski, der als verlässlich und treu sowie als wenig umworben gilt, nicht mal eben im Handstreich zu erledigen sind. Bis er sich entscheide, könne es noch Wochen dauern, hatte „Iggy“ zuletzt mitgeteilt.

Die Zukunft der im Sommer ablösefreien, weil vertraglosen Philipp Bargfrede und Aleksandar Ignjovski ist aber völlig offen. ·

Wieso die Wartezeit? Weil nicht klar ist, wie der Etat für das kickende Personal in der kommenden Saison verteilt wird. Stand jetzt beißen teure, aber kaum benötigte Spieler wie Mehmet Ekici und Eljero Elia noch ein weiteres Jahr ein großes Stück vom kleineren Kuchen ab. Folglich bleibt für andere weniger. Und Sportchef Thomas Eichin kann nicht mehr bieten, was Vorgänger Klaus Allofs einst als Verdienst in nun auslaufende Kontrakte geschrieben hat. Das betrifft Ignjovski und auch Philipp Bargfrede. Sie stehen vor einer einigermaßen paradoxen Situation. Denn beide verzeichnen dreieinhalb Monate vor Ablauf des Vertrages eine deutliche sportliche Wertsteigerung auf dem Platz, sollen bei einer Vertragsverlängerung aber weniger verdienen. Das erklär mal einem…

Thomas Eichin versucht es. „Mich interessiert nicht, was früher war“, sagt er, „für mich zählt nur das Preis-Leistungsverhältnis.“ Wobei die Spieler die Leistung bestimmen und er den Preis: „Wir haben einen Konsolidierungsplan. Und der wird eingehalten.“ Allenfalls bei maximalem sportlichen Erfolg sind künftig wohl noch Verdienste in gewohnter Höhe möglich. Eichin dazu: „Die Spieler müssen akzeptieren, dass die Kasse nicht mehr so voll ist wie zu Champions-League-Zeiten. Sie können aber mit ihrer Leistung dazu beitragen, dass sich die Kasse wieder füllt. Daran können sie dann auch partizipieren.“

Nur bei Aaron Hunt wäre alles anders gewesen. Für den einzigen kreativen Kopf im Mittelfeld ist Eichin „bis an die Schmerzgrenze“ gegangen. Hunt hätte weiterhin 2,6 Millionen Euro pro Jahr verdienen können – brutto. Doch der 27-Jährige wird Werder am Saisonende nach Informationen dieser Zeitung verlassen. Ziel noch unbekannt.

Damit geht ein Fixpunkt des Bremer Teams. Umso wichtiger ist es, dass hinter ihm die Pfeiler stehen bleiben. Doch Bargfrede als Säule im defensiven Mittelfeld wackelt aus beschriebenen Gründen. „Wir sind uns noch nicht einig“, hatte der 25-Jährige unlängst zum Stand der Verhandlungen gesagt. Und Sebastian Prödl – der Turm in der Bremer Viererkette und hinteres Ende der zentralen Achse – hat sich trotz seines noch bis 2015 laufenden Vertrages bereits in Position gebracht für einen Absprung im Sommer. Schon ein Jahr vor Vertragsablauf will er Klarheit haben, wie es bei Werder allgemein und mit ihm speziell weitergeht. Ansonsten würde der Österreicher nach einem anderen Club Ausschau halten.

Es sind dies die Drohgebärden eines Spielers, der sich Wertschätzung wünscht. Von Trainer Robin Dutt bekommt Prödl selbige in Hülle und Fülle. Jeden dieser Spieler, „die momentan Leistungsträger sind“, würde er „dringend weiter in meiner Mannschaft benötigen“, sagte der 49-Jährige und formulierte seinen Wunsch, „hoffentlich keinen radikalen Umbruch“ im Team zu erleben.

Hunt, Bargfrede, Ignjovski, Prödl – wenn alle gehen sollten, wäre das schon radikal zu nennen. Doch so weit wird es definitiv nicht kommen, behauptet Thomas Eichin. „Es gibt keinen radikalen Umbruch. Der Großteil der Mannschaft bleibt. Wir kämpfen aktuell um drei Verträge. Und ich bin zuversichtlich, dass ich den einen oder anderen zum Bleiben bewegen kann.“ Damit sind wohl Bargfrede und Ignjovski gemeint. · csa

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