Ergebnisse egal – Dutt hat das totale Vertrauen

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Verlierer-Talk: Robin Dutt sprach direkt nach der Partie mit seinen Spielern und stellte sich anschließend trotz der 1:5-Pleite vor seine Mannschaft. ·

Bremen - 0:0, 1:3, 1:5 – die Ergebnisse des SV Werder in der Rückrunde werden immer schlechter und die Abstiegszone rückt gefährlich näher.

Doch die Bremer machen weiter in Optimismus, quetschen die jüngste 1:5-Heimpackung gegen Dortmund so lange aus, bis doch noch etwas Positives heraustropft. Und Sportchef Thomas Eichin stärkt in Robin Dutt einen Trainer, der nun mit nur einem Punkt pro Spiel im Schnitt Aad de Mos als schlechtesten Werder-Coach der Bundesliga-Geschichte eingeholt hat.

„Robin Dutt steht bei mir überhaupt nicht zur Disposition. Auch nicht bei der Geschäftsführung und auch nicht beim Aufsichtsrat. Da sind wir uns absolut einig“, erklärte Eichin gestern in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ und nahm den Coach in Schutz: „Robin muss eine Entwicklung in einem Verein mitmachen, der auf junge Spieler setzt. Das ist eine ganz schwierige Phase. Er tut alles, um das umzusetzen. Ich vertraue ihm zu 100 Prozent.“

Größer kann die Rückendeckung für einen Coach nicht sein – und Eichin erweiterte sie sogar noch. „Man darf nicht alles nur an Ergebnissen bemessen“, sagte der Sportchef. Eichin will Ruhe und sich deshalb in Zukunft nicht mehr zum Trainerthema äußern. Wohl wissend, dass die Fragen wiederkehren, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Und in Borussia Mönchengladbach steht nach Dortmund schon die nächste Spitzenmannschaft vor der Tür des Weserstadions.

„Mit der Einstellung und den Fans im Rücken bin ich zuversichtlich, dass wir gegen Gladbach was holen werden“, meinte Nils Petersen und lieferte mit seinem Standardzitat den Höhepunkt Bremer Selbstüberschätzung. Werder fühlte sich doch tatsächlich gestärkt, weil der Auftritt gegen Dortmund besser war als der in Augsburg. Schlechter wäre auch nicht möglich gewesen. Doch in Krisenzeiten wird jeder Strohhalm sofort verhaftet. „Das Ergebnis tut weh, aber es war kein wehrloser Auftritt von uns. Wir waren über weite Strecken der ersten Halbzeit mit dem BVB auf Augenhöhe“, urteilte Sebastian Prödl. Dumm nur, dass Dortmund trotz Werders wiedergewonnener Wettkampfmentalität mit einem 2:0 in die Pause ging. Erzwungen durch ein beeindruckendes Gegenpressing und ein Spieltempo, dass die Werder-Profis nur von ihrer Playstation kennen.

Auch Dutt suchte die Nadel im Heuhaufen und wurde fündig bei dem „schönen Spielzug über links, als Franco Di Santo zum Abschluss kommt“. Weitere Kombinationen konnte er nicht benennen, weil es keine gab. So stellte der Coach ganz allgemein fest: „Ich habe ein paar spielerische Akzente in der ersten Halbzeit gesehen, die ich schon lange vermisst habe.“

Dutt bekam aber auch eine gute alte Tradition präsentiert: Gegentore – und zwar satt. Fünf an der Zahl. Eines schöner als das andere. Ausgenommen der Abstauber von Manuel Friedrich (48.). Robert Lewandowski (26., 85.) und Henrikh Mchitarjan (41., 62.) ließen es jeweils zweimal richtig krachen und führten die hilflosen Bremer vor.

Das große Ziel zu Saisonbeginn, die hohe Zahl der Gegentore (66 in der Vorsaison) deutlich zu verringern, „können wir nicht mehr erreichen“, meinte Dutt. Bei diesem Thema gibt der Coach also nach 45 Einschlägen in 20 Spielen auf. Doch er hat sogleich die Lösung parat: „Wir können mehr Spiele zu Null spielen als die anderen. Das ist eine andere Form von Qualität, das bringt Punkte.“ Tatsächlich: Sechs Mal hielt sich Werder in dieser Serie schadlos. Also wird Werder künftig den einfachsten Fußball der Welt spielen: hinten reinstellen und beten.

Werder Bremen - Borussia Dortmund

Dabei hatte Dutt vor der Saison versprochen, seinen neuen Club wieder zu alter spielerischer Klasse zu führen. Nicht sofort, aber in kleinen Schritten. Davon ist allerdings nichts zu sehen – und jetzt auch nicht mehr zu hören. „Wenn man 40 Punkte als Ziel ausgegeben hat, dann zeigt man damit doch, dass es mehr Leid als Freud geben wird und dass es eigentlich keine große spielerische Entwicklung geben kann“, redete sich der 49-Jährige heraus. Und schraubte damit die Erwartung weit nach unten. Frei nach dem Motto: Mit dieser Mannschaft kann man nichts bestellen, aber irgendwie wird es schon gutgehen. Wegen Dutt, wie er selbst betonte: „Ich habe diese Erfahrung als Trainer, denn ich habe mit dem SC Freiburg diese Situation schon oft durchgemacht – inklusive eines schlechten Starts in die Rückrunde.“

Die Noten der Spieler

Werder Bremen - BVB - die Noten

Die Saison 2009/10 ist dabei wirklich beeindruckend. Als Tabellen-13. ging der SC Freiburg damals in die Rückserie und feierte erst am 27. (!) Spieltag nach sechs Niederlagen und drei Unentschieden den ersten Sieg. Der Sportclub schaffte dann noch den Klassenerhalt. Ob Dutt bei Werder genauso viel Zeit bekommt? Die Worte von Eichin deuten darauf hin. · kni

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