DFB entzieht Bremen Gibraltar-Länderspiel - Verlegung nach Nürnberg

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Gibraltar-Länderspiel nicht im Weserstadion

Frankfurt/Main - Nürnberg statt Bremen: Nur drei Tage nach dem Vorstoß der Hansestadt zur Kostenbeteiligung des Fußballs an Polizeieinsätzen schlägt der DFB zurück. Das Spiel von Joachim Löws Weltmeistern gegen Gibraltar findet in Franken statt. Die Debatte ist noch lange nicht beendet.

Im Streit um Kosten für Polizeieinsätze hat der Deutsche Fußball-Bund Bremen die EM-Qualifikationspartie gegen Gibraltar entzogen und die Hansestadt mit einem Länderspiel-Bann belegt. Das Duell des Teams von Bundestrainer Joachim Löw mit dem großen Außenseiter am 14. November soll nun in Nürnberg stattfinden, entschied das Verbands-Präsidium am Freitag in Frankfurt/Main. „Es tut uns sehr leid für die Fans in Bremen, die unsere Weltmeister gerne gesehen hätten“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Vorerst soll es auch keine Auftritte von deutschen Frauen- oder Jugend-Teams in Bremen mehr geben, erklärte Ligapräsident Reinhard Rauball.

Die rot-grüne Landesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass die Hansestadt als erstes Bundesland den Fußball an den Kosten für Polizeieinsätze bei Risikospielen in der Bundesliga beteiligen will. „Wir haben aber eine klare Vereinbarung mit der Innenminister-Konferenz, dass wir unsere Präventivmaßnahmen verstärken und im Gegenzug die aus unserer Sicht verfassungswidrige Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen weiterhin nicht thematisiert wird. Diese Vereinbarung hat Bremen durch seinen Alleingang gebrochen“, erläuterte Niersbach und fügte hinzu: „Natürlich sind wir offen für Gespräche, die uns wieder auf eine gemeinsame Linie bringen.“

Rauball bezeichnete die DFB-Entscheidung als „richtig und notwendig“. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) kritisierte den Beschluss:„Wir hätten von den beiden Fußballverbänden erwartet, dass sie mit scharfen Argumenten in die Auseinandersetzungen gehen und nicht mit fragwürdigen Strafaktionen.“ Die „Boykottaktion“ ziele auf die Fußballfreunde. „Der DFB schädigt mit dieser Entscheidung die Bremer Wirtschaft und will zugleich damit ein Signal an die anderen Länder abgeben, es ja nicht zu wagen, sich Bremen anzuschließen.“ Das kleinste Bundesland steht mit seinem Vorstoß bislang alleine da - selbst Parteifreunde aus Hamburg oder Nordrhein-Westfalen hatten die Pläne nicht unterstützt. Sollte Bremen seine Ankündigung umsetzen, hatte die Deutsche Fußball-Liga als betroffener Verband bereits mit juristischen Konsequenzen gedroht. Es droht ein langer Rechtsstreit.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisierte die deutschen Verbände massiv. „Das ist der ungeheuerliche Versuch, vor den Augen der Öffentlichkeit ein gewähltes Landesparlament zu erpressen“, erklärte der Bundesvorsitzende der DPolG, Rainer Wendt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Kosten „allein vom Steuerzahler getragen werden“, wurde Wendt in einer Mitteilung zitiert. Seine Kollegen von der Gewerkschaft der Polizei hatten allerdings zuvor bemängelt, dass das Vorhaben der Hansestadt das Ziel der Eindämmung von Gewalt verfehle. „Die Verbände sollen Geld in die Hand nehmen, um Fanarbeit gegen Gewalt zu leisten“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow.
dpa

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