Engländer halten Eichin weiter in Bereitschaft / Hajrovic nach Eibar ausgeliehen

Für unmoralische Angebote bleibt das Telefon noch an

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Telefonate, SMS, E-Mails: Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin (rechts) und Sportdirektor Rouven Schröder hatten in dieser Transferperiode alle Hände voll zu tun.

Bremen - Heute Nacht war es vorbei – eigentlich vorbei: Zwar schloss das Transferfenster nach Deutschland, doch die Engländer machen ihre Insel erst heute Abend dicht. Deshalb ist Thomas Eichin weiter „auf Empfang“, wie er sagt, dabei allerdings nur wenig empfänglich. Lediglich ein unmoralisches Angebot für Jannik Vestergaard könne noch mal für Betriebsamkeit bei ihm und Sportdirektor Rouven Schröder sorgen. Doch da deutete sich gestern Abend nichts an – und Werder will Vestergaard auch gar nicht abgeben.

„Natürlich gab es Anfragen für Jannik“, verrät Eichin und schwärmt vom Auftritt des Dänen beim 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach: „Er hat den Innenverteidiger so gespielt, wie es besser nicht geht.“ Doch Vestergaard sei ein bodenständiger Typ, der sich nicht vom erstbesten Angebot verrückt machen lasse. Werder auch nicht. Der 23-Jährige soll in Bremen weiter reifen. Erst wenn englische Topclubs anklopfen würden, wäre es Zeit zu überlegen. Vielleicht also in einem Jahr.

Dann dürften auch andere Werder-Profis für den englischen Markt interessant sein – wie zum Beispiel Anthony Ujah, den perfektem Deckel auf dem Bremer Topf. Selten hat ein Neuzugang auf Anhieb so gut funktioniert. Das gilt genauso für Keeper Felix Wiedwald und Ulisses Garcia. Und ein Stück weit auch für Aron Johannsson, der schon nach wenigen Wochen „die Bundesliga versteht“, wie Eichin lobt: „Er ackert und klaut sich die Bälle.“ Zudem traf er gegen Mönchengladbach ganz cool per Strafstoß.

„Unser Kader ist ganz gewiss nicht schlechter als vor einem Jahr“, urteilt Eichin. Ein gewisser Stolz in seiner Stimme ist nicht zu überhören, schließlich gab es jede Menge und ziemlich namhafte Abgänge. Allen voran Franco Di Santo. Aber auch Davie Selke und Sebastian Prödl haben eine wichtige Rolle bei Werder gespielt. Izet Hajrovic dagegen nicht. Deshalb war der Bosnier gestern der zehnte Spieler in diesem Sommer, der Werder verließ. Aber nur auf Leihbasis. Für ein Jahr zum spanischen Erstligisten SD Eibar. „Eine gute Partnerschaft“, sagt Eichin zum Deal ohne Kaufoption mit den Basken. Die haben ein Spielsystem mit Außenstürmern, die Bremer seit dem Trainerwechsel nicht mehr. Deshalb ist Hajrovic bei Werder über, der 24-Jährige soll nun in der Primera Division für Furore sorgen, seinen Marktwert steigern und dann verkauft werden. Vor einem Jahr war der Nationalspieler zwar ablösefrei von Galatasaray Istanbul gekommen, kostet aber jede Menge Gehalt. Das übernimmt nun zum großen Teil Eibar.

Geld, das Werder laut Eichin braucht, um die Zahlen in Ordnung zu bringen, aber auch, um im Winter für vielleicht notwendige Verstärkungen flüssig zu sein. Deshalb hat sich der Club einen Last-Minute-Transfer gespart.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten. „Es war schon hektisch“, sagt Eichin: „Aber eigentlich war es wie immer, nur die Summen sind spektakulärer.“ Dafür sorgten die Engländer, die sich dann auch noch einen Tag mehr Transfertheater gönnen.

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