Nur einen Witz erlaubt sich Frings, sonst schweigt er / Wie verkraftet er die Ausbootung?

„Endlich mal ‘was los in Bremen…“

Wie lange hat Torsten Frings am unfreiwilligen Ende seiner Karriere als Nationalspieler zu knabbern?

Werder-Bremen - BREMEN (csa) · Das Stoppschild rammte Mediendirektor Tino Polster in den Boden. Keine Fragen an Torsten Frings! Er würde sowieso nichts zu seinem WM-Aus sagen, teilte Polster gestern mit: „Weil er nicht will. Das Thema soll uns außerdem nicht bis Samstag begleiten.“ Denn am Samstag, also morgen, geht’s gegen Bayern München und nicht nur um Frings.

Der von Bundestrainer Joachim Löw zum Ex-Nationalspieler gemachte 33-Jährige handelte dann auch wie angekündigt. Ohne Aussage zur Sache rauschte Frings am Nachmittag an den wartenden Kamerateams und Journalisten vorbei. Weil das nicht gerade wenige waren, konnte er sich einen Spruch aber nicht verkneifen. „Endlich mal ’was los in Bremen“, witzelte der Werder-Kapitän und demonstrierte gute Laune und Gelassenheit. Dass er jetzt weiß, dass seine Zeit im Nationalteam abgelaufen ist, scheint ihn nicht bis ins Mark zu treffen.

So vermittelt es jedenfalls der Augenschein. Trainer Thomas Schaaf wusste aber zu berichten, dass der Geschasste „riesig enttäuscht“ sei. Am Mittwoch, direkt nach dem Treffen mit Löw im Bremer Park-Hotel, habe Frings ihn angerufen. Nicht, um sich auszuweinen, sondern um seinen Club-Trainer in Kenntnis zu setzen. Der Frust sei ihm im Gespräch anzumerken gewesen, so Schaaf, aber niedergeschlagen? Nein, das sei Frings nicht gewesen. „Er ist alt und erfahren genug. Ich glaube, dass Torsten mit der Situation gut umgehen kann“, so Schaaf.

Die Gefahr besteht jedoch, dass Torsten Frings die Enttäuschung als Ballast mit in die Bayern-Partie nimmt. So wie einst Oliver Kahn. Als der „Titan“ im April 2006 – übrigens ebenfalls drei Tage vor einem Werder-Bayern-Duell – von Löw-Vorgänger Jürgen Klinsmann zur Nummer zwei für die Heim-WM degradiert worden war, hätte er sich am liebsten verkrochen. Die Reise nach Bremen wollte er erst gar nicht mitmachen. Was wohl auch besser gewesen wäre. Denn Kahn war seinem Team keine große Hilfe – 0:3 gingen die Bayern in Bremen unter.

Torsten Frings, da ist sich Thomas Schaaf absolut sicher, wird morgen keine Schwäche zeigen. Eher werde das Gegenteil eintreten: „Torsten will beweisen, dass er auf absolutem Top-Niveau spielt, und deutlich machen, dass es eine falsche Entscheidung ist, ihn nicht mit zur WM zu nehmen.“

Schaaf hätte – wen wundert’s? – Frings natürlich das Südafrika-Ticket ausgestellt. Die Kritik an Löws Entscheidung fällt entsprechend aus. „Körperlich ist Torsten absolut fit, und mit seinen Qualitäten wäre er eine Bereicherung für das Nationalteam. Die Enttäuschung, dass er nicht mitfährt, ist bei uns allen groß“, sagte Schaaf.

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