„Ich habe eine Formkrise“ / Doch der Werder-Profi hält nichts vom Mentalcoach

Endlich raus aus dem Tief, nur Hunt steckt noch drin

Aaron Hunt verzichtet auf mentale Hilfe und will lieber mit harter Trainingsarbeit wieder auf die Beine kommen.

Werder-Bremen - Von Björn Knips · Aaron Hunt versucht erst gar nicht, seine Situation schön zu reden. „Bei mir ist der Wurm drin“, gesteht der 24-Jährige: „Ich habe eine Formkrise, die ich nicht erklären kann.“

Der Mittelfeldspieler von Werder Bremen ist ratlos. Nichts will ihm mehr gelingen, dabei hat sein Club längst die Wende geschafft, ist seit fünf Spielen unbesiegt. „Wir hatten hier alle ein Tief, aber ich stecke immer noch drin“, seufzt Hunt: „Ich hoffe, dass ich da endlich mal rauskomme.“

Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Aber wie? Er probiert’s mit harter Trainingsarbeit. „Ich gebe Vollgas, versuche so, mir Selbstvertrauen zurückzuholen.“ Die eine oder andere gute Szene ist dabei, aber es läuft auch einiges schief. Da werden sofort Erinnerungen an den vergangenen Samstag wach. Hunt wird eingewechselt, bekommt erstmals den Ball – und verliert ihn prompt durch einen grob fahrlässigen Risiko-Ball. Und das im Abstiegskampf beim Stand von 1:1 gegen einen direkten Konkurrenten. „Da habe ich mich selbst am meisten drüber geärgert. Ich hätte einen einfachen Ball spielen müssen, das darf mir nicht passieren“, entschuldigt sich Hunt. Die Szene war umso bitterer, weil‘s diesmal bei der Einwechslung des Eigengewächses Beifall statt Pfiffe gegeben hatte. Futsch war nun der Bonus, den eine Pro-Hunt-Fan-Aktion aufgebaut hatte.

Training am Mittwoch

Training bei Werder Bremen am Mittwoch

Der Betroffene quälte sich durch die Schlussphase der Partie. Immerhin blieb ihm ein weiterer großer Bock erspart, doch Positives gab’s auch nicht. Eine Verstärkung ist Hunt in dieser Verfassung nicht – nicht einmal als Joker. Seinen Stammplatz hat er ohnehin schon verloren. Nach der denkwürdigen 0:4-Klatsche in Hamburg hatte ihn Trainer Thomas Schaaf – genauso wie Marko Marin und Marko Arnautovic – aussortiert. „Es hätte zwar auch andere treffen können, aber nach der Leistung war das nachvollziehbar“, sagt Hunt und will nicht klagen: „Ich muss das akzeptieren, in dieser Phase darf man sich als einzelner nicht so wichtig nehmen.“

Es passt zum introvertierten Aaron Hunt, dass er auch keine Hilfe annehmen will. Dabei liegt es so nahe, dass ihm eine Einzelstunde bei Mentalcoach Jörg Löhr sehr gut bekommen könnte. Schließlich schwärmen seine Kollegen von den Fähigkeiten des ehemaligen Handball-Profis. Doch Hunt sagt: „Das ist nicht so mein Ding, ich habe da andere Ansichten.“ Aber vielleicht lässt sich der Nationalspieler (ein Spiel) doch noch umstimmen. Schließlich hat er wegen einer Verletzungspause bislang nur an zwei Teamsitzungen mit Löhr teilgenommen. Die nächste kommt bestimmt. Doch damit will sich Hunt nicht beschäftigen, sondern er konzentriert sich lieber voll auf die Partie morgen in Frankfurt: „Wenn ich spiele, gebe ich alles, um der Mannschaft irgendwie zu helfen.“ Und ein Tapetenwechsel im Sommer ist für Hunt (Vertrag bis 2014) schon mal gar kein Thema: „Es wäre doch Schwachsinn, wegen einer schlechten Saison wegzulaufen. Es sei denn, der Verein will mich nicht mehr, aber davon weiß ich nichts.“

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