Aaron Hunt verspricht Offensivfußball

Endlich ganz oben auf dem Elfmeter-Zettel

Mit seinen 25 Jahren ist Aaron Hunt zwar noch jung, im Werder-Gefüge aber ein alter Hase. Der Mittelfeldmann will in der kommenden Saison zum echten Führungsspieler werden. ·

Donaueschingen · Immer nur her mit der Verantwortung! So lautet in dieser Saison das Motto von Aaron Hunt. Das hat er schon zu Beginn der Vorbereitung angekündigt – und nun lässt er Taten folgen.

Etwa als potenzieller Vize-Kapitän („Natürlich würde ich das machen“) oder als neuer Elfmeterschütze und damit Nachfolger von Claudio Pizarro.

„Der Trainer schreibt vor den Spielen immer drei Namen auf, ich bin der erste Schütze“, verrät Hunt und ergänzt mit einem Schmunzeln: „In der Vergangenheit stand ich immer irgendwo auf dem Zettel mit drauf, aber nie ganz oben.“

Jetzt ist er Kandidat Nummer eins – wenn er sich denn gut und sicher fühlt. So wie am Wochenende, als er im Finale des Liga-total-Cups gegen Dortmund gleich zwei Mal vom Punkt traf – im Elfmeterschießen und vorher in der regulären Spielzeit, obwohl er selbst gefoult worden war. „Er sendet damit Signale“, hat Sportchef Klaus Allofs erkannt – und damit Recht. Hunt, der dienstälteste Werder-Profi, will „vorangehen. Ich bin am längsten dabei und erwarte, dass ich in die Rolle eine Führungsspielers hereinwachse.“

Training am Mittwoch

Werder Training am Mittwoch in Donaueschingen

Das erwarten auch die Veranwortlichen von dem Mittelfeldmann, der seit 2004 bei den Werder-Profis spielt. „Man muss sich nur die Altersstruktur ansehen. Dann ist schon klar, dass er so eine Aufgabe übernehmen muss“, sagt Trainer Thomas Schaaf über den 25-Jährigen, der nach Kapitän Clemens Fritz (31), Ersatzkeeper Christian Vander (31) und Assani Lukimya (26) der Viertälteste im Kader ist. Vorher hatte schon Allofs seine Entwicklungswünsche an Hunt geäußert: „Es wäre gut, wenn er verletzungsfrei bleibt und diesen Schritt nach vorn macht. Er kann in dieser Saison eine Schlüsselrolle spielen.“

Und genau das will er endlich tun, betont Hunt. Vergangene Saison hat es nicht geklappt. Nach einer starken Vorrunde (getrübt durch eine Rote Karte im Dezember 2011 in München) riss ihn eine Leistenverletzung komplett raus. Er verpasste fast die komplette Rückrunde. Und das sei auch der Hauptgrund, warum er zu Beginn dieser Spielzeit Probleme hatte. „Er hat sich schwergetan, war nicht so frisch“, sagt Schaaf. Und Hunt bestätigt: „Ich bin nicht gut reingekommen. Aber nun fühle ich mich besser und kann die Wege machen, die am Anfang wehgetan haben.“

Als bester Beweis seines deutlichen Formanstiegs dient der Liga-total-Cup. „Da war er auffällig. Aaron kommt immer besser in Schwung“, findet Schaaf. Das hängt auch mit dem neuen System zusammen, von dem Hunt schwärmt: „Wir haben die Spieler dafür, sind unberechenbar. Ich gehe davon aus, dass wir wieder erfrischenden Offensivfußball spielen.“ Ihm selbst fällt es im 4:1:4:1 oder auch 4:3:3 „leichter, weil ich jetzt drei Spieler vor mir und mehr Anspielstationen habe – und einen Spieler neben mir. Das ist auch ein Vorteil.“ Bisher war es meistens Zlatko Junuzovic. „Wir ergänzen uns gut, das Zusammenspiel wird immer besser“, urteilt Hunt. Dass in Kevin De Bruyne nun „ein guter Fußballer“ dazugekommen ist, der prädestiniert für die Halbpositionen im Mittelfeld ist, beunruhigt Hunt nicht. Er geht davon aus, dass er spielen wird.

Als Stamm- und Führungskraft will er dann mit Werder zurück auf die europäische Bühne. „Dieses Ziel haben wir alle – und ich denke, es ist realistisch. Wenn wir Zweiter oder Dritter werden, wäre das eine Überraschung. Aber nicht, wenn wir in die Europa League kommen. Bayern und Dortmund sind besser besetzt, aber vor den anderen brauchen wir uns nicht zu verstecken.“ · mr

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