5:1 in Hannover – aber die ganz große Euphorie bleibt bei Werder aus

Ende der Krise ist kein Grund für Träumereien

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Clemens Fritz versucht Hannovers Arouna Kone den Ball abzunehmen

Hannover (flü). An der Weser ist wieder Ruhe eingekehrt. Nach dem ebenso deutlichen wie beeindruckenden 5:1 (4:0)-Triumph bei Hannover 96 hat Werder Bremen wohl endgültig in die Erfolgsspur zurückgefunden. „Nach drei gewonnenen Spielen brauchen wir nicht mehr von einer Krise zu reden“, erklärte Rechtsverteidiger Clemens Fritz das Tal der Tränen als durchschritten: „Jetzt müssen wir einfach konzentriert bleiben, denn wir wissen, es läuft noch nicht alles rund.“

Von neuer Euphorie in Bremen ist nichts zu spüren. Aus gutem Grund. Die Erinnerungen an die jüngste Krise, die Spieler und Verein kräftig durchgeschüttelt hatte, sind noch viel zu frisch. Von daher wird das 5:1 in Hannover zwar gern und freudestrahlend zur Kenntnis genommen – mehr aber auch nicht. „Wir haben uns schon mal auf einem hohen Sieg ausgeruht, das wird uns nicht noch einmal passieren“, versprach Abwehrspieler Per Mertesacker. Am 13. Spieltag hatte Werder 6:0 in Freiburg gewonnen, von Traumfußball und Meisterschaft war bereits die Rede gewesen, was den Blick auf das Wesentliche allerdings versperrte. Was folgte, war eine Krise von sieben sieglosen Spielen mit fünf Niederlagen in Folge.

Werder ist also gewarnt, will die Fehler der letzten Wochen nicht wiederholen. „Und deswegen befassen wir uns jetzt nur noch mit der täglichen Arbeit“, kündigte Mertesacker an. Auch Kapitän Torsten Frings warnte davor, „jetzt schon wieder in irgendwelche Träumereien zu verfallen“.

Schließlich hatte es Hannover den Bremern auch sehr, sehr einfach gemacht. Völlig ohne Gegenwehr und in allen Belangen katastrophal ließ „96“ Werder gewähren. Die Tore von Peter Niemeyer (11.), Naldo (18.), Leon Andreasen (Eigentor/36.) und Aaron Hunt (44.) bedeuteten eine Demütigung bereits zur Pause. Dem Ex-Bremer Christian Schulz gelang nach dem Wechsel der Ehrentreffer (59.), ehe Claudio Pizarro den alten Abstand wieder herstellte (68.). Dabei mussten die Bremer nicht einmal spielerisch groß glänzen, um den Gegner am Nasenring durch die AWD-Arena zu ziehen. Einfache und effektive fußballerische Mittel wie Laufbereitschaft, Kampf und Konzentration haben gereicht. „Wir sind inzwischen wieder bereit, den Gegner zunächst niederzukämpfen, bevor wir unsere spielerische Überlegenheit zur Geltung bringen“, sagte Frings.

Und diese Einsatzbereitschaft sei ausschlaggebend für die Wende gewesen, glaubt Klaus Allofs. „Die Spieler erledigen wieder ihre Aufgaben auf dem Platz, sie laufen mehr, sie arbeiten mehr“, sagte der Werder-Sportchef: „Ich denke, jetzt hat jeder verinnerlicht, dass Verlieren einfach keinen Spaß macht.“

Allofs ist froh, dass die Spieler nach den Siegen gegen Berlin und Hoffenheim nun auch in Hannover den Aufwärtstrend fortgesetzt haben. „In der Mannschaft weht absolut ein anderer Wind. Man spürt wieder eine größere mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben wieder Fahrt aufgenommen“, frohlockte der Werder-Boss.

Und das rechtzeitig vor den anstehenden englischen Wochen mit den schweren Spielen in der Europa League gegen Twente Enschede aus Holland sowie dem Bundesliga-Knüller am kommenden Sonntag im Weserstadion gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen. Als Signal an die Konkurrenz wollte Allofs das 5:1 in Hannover zwar nicht verstanden wissen, doch er meinte selbstbewusst: „Ich bin sicher, die Konkurrenz weiß, dass Werder immer ein Kandidat für ganz oben ist, wenn die Dinge richtig umgesetzt werden.“

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