Werder bekommt endlich die Bankbürgschaften aus Brasilien – und gibt Wesley frei

Das Ende des Kaugummi-Transfers

Wesley durfte bisher nur im Kraftraum trainieren – ab sofort kann er bei Palmeiras richtig einsteigen. ·

Bremen - Es ist vollbracht! Wesley gehört nicht mehr Werder Bremen. Gestern erhielt der 24-jährige Brasilianer, der schon seit dem 10. Februar in seiner Heimat weilt und dort bislang nur im Kraftraum trainieren durfte, nach einer wochenlangen Hängepartie die Freigabe für einen Wechsel zu Palmeiras Sao Paulo.

Aber erst, nachdem der brasilianische Erstligist, der nun offensichtlich Geldgeber gefunden hat, die geforderten Bankgarantien vorgelegt hatte. „Alles, was wir für die Absicherung des Transfers brauchten, ist eingetroffen“, sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs und ergänzte: „Die Bürgschaften sind wie Bargeld.“ Werder darf sich demnach über die Zahlung der ersten von drei Raten über zwei Millionen Euro freuen.

Bis es endlich soweit war, hatten die Bremer reichlich Geduld aufbringen müssen. Zuletzt sorgte eine skurrile Spendenaktion für Aufsehen. Palmeiras hatte seine Fans im Internet aufgefordert, sich am Kauf des Neuen zu beteiligen. Und wegen des schleppenden Verlaufs schaltete sich Wesley sogar selbst ein, warb in einem Video um finanzielle Unterstützung. Die Aktion läuft noch 16 Tage, bis gestern waren etwa 200 000 Euro zusammengekommen.

„Die Refinanzierungsversuche von Palmeiras haben mit unserem Deal aber überhaupt nichts zu tun“, betonte Allofs erneut und fügte an: „Es gab sehr viele Spekulationen, am Preis ist jedoch kein Millimeter gerüttelt worden. Palmeiras hat ihn von Anfang an akzeptiert.“

Große Erleichterung, das Kapitel Wesley und Werder endlich abschließen zu können, war bei Allofs gestern nicht zu spüren. Er habe nicht am Zustandekommen des Transfers gezweifelt und gewusst, dass Palmeiras einige Zeit brauchen würde, um die Bürgschaften zu besorgen – und deshalb sei er auch nicht nervös geworden. „Die verabredeten Termine sind immer eingehalten worden, beide Seiten haben mit offenen Karten gespielt. Deshalb war es keine Überraschung für mich“, meinte Allofs.

Wesley war im August 2010 kurz vor Transferschluss für 7,5 Millionen Euro nach Bremen gekommen, hatte sich aber nie richtig durchsetzen können. Nach 26 Bundesliga-Spielen (zwei Treffer) ist er nun endgültig weg. · mr

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