Nach sieben fetten Jahren muss Werder die Ansprüche nun zurückschrauben

Das Ende einer Erfolgsgeschichte

Hat die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins internationale Geschäft nicht aufgegeben: Aaron Hunt.

Werder-Bremen - BREMEN (flü) · Cüneyt Cakir war es vorbehalten, ein Erfolgskapitel bei Werder zu schließen. Als der türkische Schiedsrichter gestern Abend die Champions-League-Partie zwischen den Bremern und Inter Mailand abpfiff, beendete er gleichzeitig sieben fette Jahre der Hanseaten auf internationaler Bühne.

Seit dem Meisterjahr 2004 hatte Werder entweder in der Königsklasse, dem UEFA-Pokal oder der Europa League überwintert – doch diesmal schieden die Norddeutschen frühzeitig sang- und klanglos aus. Grund genug, für Trainer Thomas Schaaf „mit Wut im Bauch“ auf die Leistungen in der Champions League in dieser Saison zurückzublicken und wehmütig ans nächste Jahr zu denken, in dem Werder im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre schaut: „Wenn es dann weitergeht, und ich nur vor dem Fernseher sitze, werde ich mich erst so richtig ärgern.“

Werder Bremen besiegt Inter Mailand 3:0

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Eine Rückkehr auf das liebgewonnene und auch finanziell lukrative Parkett schon im kommenden Jahr – das weiß auch Schaaf – scheint angesichts der momentanen Lage in der Liga äußerst schwierig. Im Klartext: Die Hymne der Champions League dürfte gestern Abend für mindestens 20 Monate das letzte Mal im Weserstadion erklungen sein. Etwa 15 Millionen Euro haben die Bremer in dieser Saison durch die Königsklasse eingenommen. Geld, das künftig nicht zur Verfügung steht. Verein und Umfeld müssen somit wieder in kleineren Kategorien denken.

Die Noten der Werder-Spieler

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In der Bremer Chefetage findet auch bereits ein Umdenken statt. Langfristig jedenfalls ist der teure Kader ohne die Zusatzeinnahmen nicht mehr zu finanzieren. „Zwei Jahre ohne Europacupgelder würden unsere Personalpolitik mittelfristig verändern“, räumt Werder-Sportchef Klaus Allofs ein. Was nur heißen kann: Stars müssen verkauft, hochdotierte Verträge können nicht mehr oder nur abgespeckt verlängert werden.

Doch daran will weder Allofs („Die Situation ist schwierig, aber das ist sie nicht zum ersten Mal“) noch die Mannschaft derzeit denken. „Wir haben in der letzten Saison 15 Punkte aufgeholt und sind noch Dritter geworden. Warum soll uns so etwas nicht noch einmal gelingen?“, hat beispielsweise Mittelfeldspieler Aaron Hunt den Kampf noch nicht aufgegeben. Und Innenverteidiger Sebastian Prödl fügt hinzu: „Wir werden in der Rückrunde alles daransetzen, doch noch einen internationalen Platz zu holen. Das muss unser Ziel sein.“ Der Grundstein dafür muss aber noch in den beiden Spielen vor der Winterpause am Samstag bei Herbstmeister Dortmund und dann daheim gegen Kaiserslautern gelegt werden. Ansonsten dürfte im kommenden Jahr nur das für 76 Millionen Euro umgebaute Weserstadion internationalen Ansprüchen genügen.

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