Ende der Affäre!? Born entnervt

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Jürgen L. Born war schweren Vorwürfen ausgesetzt. Eine detaillierte Untersuchung hat ihn entlastet – doch rechte Freude will bei ihm nicht aufkommen.

Bremen - Für den Schlussstrich, den Jürgen L. Born am liebsten unter die ganze Angelegenheit ziehen möchte, bräuchte der ehemalige Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung wohl einen XXL-Edding.

In den vergangenen sieben Monaten hatte sich der 68-Jährige mit Vorwürfen auseinandersetzen müssen, er habe sich in zwei Fällen auf Kosten Werder Bremens bei Vertragsabschlüssen mit Spielern bereichert. Dass dem nicht so ist, hat eine Untersuchung der von Werder beauftragten Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (Frankfurt) ergeben. Born ist entlastet, Born ist rehabilitiert – und Born ist entnervt. „Ich habe jetzt keine Lust mehr auf das Thema“, sagte er gestern.

Doch so ganz lässt es ihn noch nicht los. Denn: Unklar bleibt in der vom Bremer Aufsichtsrat verfassten und veröffentlichten Erklärung, wofür Jürgen L. Born von Spielerberater Carlos Delgado (Peru) 50 000 US-Dollar (2001) sowie 20 000 US-Dollar (2004) erhalten hat. Für eine weitere Zahlung von 20 000 Euro, die in der Erklärung des Aufsichtsrates aufgeführt wird, „fehlen die entsprechenden Unterlagen“, sagt Born und behauptet sogar: „Der genannte Geldfluss hat nicht stattgefunden.“

Die anderen beiden Beträge hat er an Dritte weitergeleitet. Wer die Empfänger sind, steht nicht geschrieben. Jedenfalls nicht in der Erklärung, wohl aber im Abschlussbericht von PricewaterhouseCoopers. Und das muss reichen, meint Born: „Die Empfänger haben die Zahlungen quittiert, die Schriftstücke sind zum Teil notariell beglaubigt – mehr geht nicht.“

Tatsächlich steht er in keiner Erklärungspflicht mehr. Zumal das Communique des Aufsichtsrates offen lässt, ob die zwei Zahlungen überhaupt mit den Vertragsabschlüssen Roberto Silva (2001) und Nelson Valdez (2003) ursächlich in Verbindung stehen. In der Erklärung ist lediglich von einem „zeitlichen Zusammenhang“ die Rede. Jürgen L. Born sagt, dass es um andere Dinge ging zwischen dem auf dem südamerikanischen Fußballmarkt sehr erfolgreichem Delgado und ihm: „Ich habe schließlich schon Kontakt zu ihm gehabt, bevor ich nach Deutschland zurückkam.“

Born war über viele Jahre im Auftrag der Deutschen Bank in Südamerika tätig. 1999 übernahm er bei Werder ehrenamtlich den Vorsitz der Geschäftsführung. Am 13. März trat er zurück.

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