EM-Gastkommentar von Krisztian Lisztes

Wenn der Kiraly noch spielt...

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Krisztian Lisztes

Gastkommentar von Krisztian Lisztes - Das ist ein großer Tag für Ungarn. Wir sind so stolz. Endlich sind wir mal wieder dabei – und wie gerne würde ich selbst spielen. Warum eigentlich nicht? Gabor Kiraly ist schließlich mein Jahrgang! Aber er steht ja im Tor, muss nicht so viel laufen. Fünf Minuten und das Siegtor würde ich mir schon noch zutrauen...

Spaß beiseite: Ich glaube schon, dass wir heute gewinnen. Mein Bauch sagt mir ein 2:1. Denn gegen Österreich haben wir immer gut ausgesehen. Die unterschätzen uns gerne. Sie haben die besseren Spieler, ja. Aber wir haben eine echte Mannschaft und einen sehr guten Trainer. Hut ab vor Bernd Storck. Er hatte es als Nachfolger von Pal Dardai nicht so leicht und musste eine schwierige Zeit überstehen. Ausländische Trainer werden bei uns immer sehr kritisch gesehen. Der Ungar denkt dann, das können wir doch selbst viel besser. Bernd hat sehr, sehr viel gearbeitet, das weiß ich. Er ist ein harter Hund. Aber einer mit Herz.

Und Andi Möller ist ein perfekter Co-Trainer, weil er die nötige Lockerheit reinbringt. Das ist sehr wichtig. Andi genießt in Ungarn großen Respekt, er kann den Spielern gute Tipps geben – gerade den jungen. Zum Beispiel Laszlo Kleinheisler. Den finde ich klasse, so eine Aggressivität wie er hat kein anderer Spieler in unserem Team. Laszlo hat in seinem halben Jahr bei Werder Bremen viel gelernt, er kann unser Überraschungsspieler werden. Ein György Garics würde uns auch gut tun. Aber er hat sich für Österreich entschieden. Das müssen wir respektieren.

Ich bin gespannt, ob er wirklich – wie von ihm angekündigt – beide Nationalhymnen mitsingen wird. Ich werde ganz genau hinschauen. Es wäre schon eine tolle Sache. Es würde auch passen. Denn zwischen Ungarn und Österreich ist das ganz anders als zum Beispiel zwischen Deutschland und Holland. Wir sind freundschaftlich verbunden. Es wäre super, wenn beide Mannschaften ins Achtelfinale einziehen würden.

Zur Person

Der Ungar Krisztian Lisztes (39) hat 49 Mal für sein Land gespielt (neun Tore). In der Bundesliga führte sein Weg vom VfB Stuttgart (109 Spiel/zwölf Tore) über Werder Bremen (92/8 – Double-Sieg 2004) zu Borussia Mönchengladbach (5). Es folgten mehrere Stationen im Ausland, ehe er 2015 aufhörte. Er betreibt ein Restaurant in Budapest.

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