Elia würde gerne wieder stürmen

Glücklich unglücklich

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Eljero Elia würde es gerne sehen, wenn der Trainer die Taktik ändert.

Bremen - Eljero Elia kommt schnell zur Sache, als er nach seiner Kurzanalyse des Bremer Saisonstarts feststellt: „Wir müssen mehr Tore machen.“ Den Hinweis, er könne ja selbst dafür sorgen, kontert der Werder-Profi mit einem: „Ich stehe nicht mehr vorne.“ Trainer Robin Dutt hat ihn zurückgezogen, lässt den Niederländer seit der zweiten Halbzeit in Berlin nicht mehr stürmen, sondern im Mittelfeld spielen. „Das ist nicht die von mir favorisierte Position, der Trainer weiß das auch“, sagt Elia und wirkt dabei etwas grimmig.

Der 27-Jährige ist unglücklich. Nicht mit der Gesamtsituation. „Ich bin glücklich, dass ich spiele“, erklärt Elia und unterstreicht noch einmal: „Aber es nicht meine Position. Normalerweise spiele ich links vorne, und die Mittelfeldspieler schicken mich, jetzt muss ich das machen. Ich bin nicht so ein Mittelfeldspieler, ich bin ein Flügelstürmer. Aber wir spielen dieses System nicht. Damit muss ich klarkommen.“

„Wir sind eine

Familie geworden“

Elia gelingt das ganz gut, weil ihm der Trainer die Situation erklärt habe: „Er hat mir gesagt: ,Ich brauche dich da.‘“ Denn nach der Pause in Berlin und dann auch gegen Hoffenheim wollte es Dutt im Angriff mit zwei großen Stürmern, Franco Di Santo und Davie Selke, probieren. Da musste Elia, der die komplette Vorbereitung vorne gespielt hatte, zurückweichen. Seine Leistung fand er dabei ganz okay: „Ich muss mich daran gewöhnen und hoffen, dass es besser wird.“ Doch am liebsten würde er es sehen, wenn Dutt die Taktik ändert oder ihn zumindest wieder nach vorne beordern würde: „Da habe ich einfach mehr Freiheiten.“

Hängen lassen wird sich Elia deshalb aber auf keinen Fall. „So lange ich für Werder spiele, gebe ich alles“, betont der Niederländer, für den ein Wechsel in dieser Transferperiode kein Thema war. „Ich habe nie gesagt, dass ich weg will“, stellt Elia klar. Der Club sei es gewesen, der von einem Verkauf gesprochen habe, falls ein sehr gutes Angebot eingegangen wäre: „Wenn Werder zu mir sagt, wir wollen dich verkaufen, weil du zu teuer bist, dann ist das die Sache von Werder.“ Mit zwei Millionen Euro Jahresgehalt gehört Elia zu den Spitzenverdienern. 5,5 Millionen Euro Ablöse hatten die Bremer vor zwei Jahren für den Ex-Nationalspieler bezahlt.

Nach langer Anlaufzeit kommt Elia nun immer besser in Fahrt, gehört spätestens seit diesem Sommer zu den Leistungsträgern. „Ich habe immer gesagt, ich freue mich, dass ich bei Werder Bremen spiele. Alle die mit mir arbeiten, sind glücklich mit mir“, hebt Elia hervor und lobt den Teamgeist: „Das hat im letzten Jahr von Thomas Schaaf angefangen. Wir sind jetzt fast alle drei Jahre zusammen, wir wissen alles voneinander, machen alles zusammen. Wir sind eine Familie geworden.“

Und deshalb auch schwer zu bezwingen. Wie am vergangenen Samstag. „Hoffenheim hat so viele Millionen investiert – und nach 60, 70 Minuten sind sie hier kaputt. Wir haben nur eine Million in Spieler investiert – und am Ende waren wir besser“, berichtet Elia mit leuchtenden Augen. Die Bremer Fitness sei richtig gut, aber auch keine Überraschung. „Wir trainieren so viel“, stöhnt Elia und vergleicht: „Wir haben fast nie frei. Die anderen Vereine machen jetzt zwei, drei Tage Pause. Wir trainieren zweimal am Tag und kriegen nur morgen frei. Aber das ist gut so, das spüren wir ja auch.“

kni

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