Elia kommt im Lamborghini zum U23-Training

610 PS, aber kein Ziel im Navi

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Eljero Elia klettert aus seinem Lamborghini – so kommt selten ein Spieler zum Training eines Drittligisten.

Bremen - Zu sehen war er noch nicht. Aber zu hören. Das Röhren des 610-PS-Motors seines Lamborghini Huracan schallte den Osterdeich entlang, dann bog Eljero Elia in seiner 200000 Euro teuren Karosse um die Ecke. Man hätte meinen können, dass sich gleich ein Hollywood-Star oder irgendein anderer Super-Promi aus der platten Flunder schält, aber nein, es war nur ein derzeit unterbeschäftigter Fußballer, der zum Training eines Drittligisten erschien.

Einige Minuten später stand der 28-Jährige mit Spielern auf dem Platz, die im Golf, Scirocco oder mit dem Fahrrad zum Training kommen. Selbst sein mit ihm im Schicksal vereinter Kollege Ludovic Obraniak kam in einer vergleichsweise sehr bescheidenen Mercedes B-Klasse. Zusammen erlebten die beiden zum Verkauf stehenden Profis dann, was es bedeutet, zur U23 verbannt zu sein. Das Aufwärmprogramm und die Ballübungen durfte das Duo mitmachen. Als die Co-Trainer Florian Bruns und Thorsten Bolder aber zum Trainingsspiel baten, waren Obraniak und Elia plötzlich außen vor. Sie mussten um den Platz laufen, während der Rest der Truppe ein Spiel 9-gegen-9 bestritt.

10-gegen-10 wäre sicher auch möglich gewesen. Gewollt war es gestern, am ersten Tag als „Gastspieler“ aber nicht. Nicht schön für das Duo, doch beide schluckten die Kröte. Er müsse es ja mitmachen, meinte Obraniak, „ich habe ja keine andere Wahl“. Und Elia presste sich zur ganzen Situation nur zwei Sätze heraus: „Ich mache meine Arbeit. Ich mache, was Werder will.“ Mehr wollte er nicht sagen. Auch nicht, ob ihn das Navi seiner 610-PS-Kutsche demnächst nach Rotterdam leiten wird. Das Interesse von Feyenoord betreffend ist der Stand der Dinge unklar.

Elia und Obraniak im U23-Training

Was auch für Ludovic Obraniak und den Kontakt zu Zweitligist 1860 München gilt. Alles liege bei seinem Agenten, sagte er, „ich weiß nichts“. Aber er muss natürlich das grundsätzliche Okay für einen Gang ins Unterhaus geben. Also – zweite Liga, ja oder nein? „Wieso nicht?“, antwortete Obraniak: „Ich suche eine neue Herausforderung.“

csa

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