Transfer rückt immer näher

Elia heute schon im Schlepptau?

Kapitän bleibt Kapitän: Clemens Fritz durfte gestern nicht nur ans Ruder der Fähre nach Norderney, sondern wird auch bei Werder weiter die Binde des Mannschaftsführers tragen.

NORDERNEY. Dienstfahrt ohne den Club-Chef. Als Werder Bremen gestern Vormittag ins Trainingslager nach Norderney aufbrach, blieb Klaus Allofs daheim. Oder besser: in seinem Büro. Dringende Geschäfte seien der Grund, teilte Allofs mit. Konkret wurde er zwar nicht, aber dass es sich bei den Geschäften um die Verpflichtung des Niederländers Eljero Elia von Juventus Turin handelte, liegt auf der Hand.

Eine Einigung, so hatte es gestern den Anschein, steht unmittelbar bevor. Allofs: „Wenn alles gut läuft, werde ich nicht allein nachreisen.“ Heute, so der Plan, geht es auch für ihn gen Norderney. Mit Elia im Schlepptau?

Den prominenten Wunschspieler lässt sich Werder laut italienischer Medien einiges kosten. So soll sich Juventus bei der Form des Transfers durchgesetzt haben – heißt: verkaufen, nicht ausleihen. Und Werder zahlt angeblich sechs Millionen Euro für den Außenstürmer. Wahrheitsgehalt? Derzeit nicht ermittelbar. Klar ist: Sechs Millionen Euro wären ein großer Batzen für einen Verein, der sich gerade mit dem Hinweis auf Sparzwänge von einer ganzen Reihe teils namhafter Spieler (Pizarro, Wiese, Marin) getrennt hat. Und es wäre ein Transfer ohne Netz und doppelten Boden. Zwar gibt es an Elias fußballerischem Potenzial keinen Zweifel, doch der 25-Jährige hat auch den Ruf eines schwer zu führenden, weil besonders sensiblen, launischen Profis. Obwohl die Bremer zuletzt mit speziellen Charakteren schlechte Erfahrungen gesammelt haben, scheuen sie vor Eljero Elia nicht zurück. „Angst haben wir keine“, bekräftigt Allofs, dem eigentlich noch immer die Finger, die er sich an 7,8-Millionen-Euro-Flop Carlos Alberto verbrannt hat, schmerzen müssten. Aber Allofs sieht vor allem die Chance, einen außergewöhnlichen Fußballer nach Bremen zu holen. „Wenn man gar keine Risiken mehr eingeht, kann man die Arbeit einstellen“, sagt er.

Werder auf dem Weg nach Norderney

Auf dem Weg nach Norderney

Auf Berichte über diese und jene Macke bei Eljero Elia gibt er sowieso nichts und hakt den Fußball-Tratsch als wertlos ab. „Ich bevorzuge es, mir mein eigenes Bild zu machen, indem ich Menschen befrage, die den Spieler gut kennen“, meint er und führt zur Verdeutlichung das Beispiel Marko Arnautovic an: „Wenn ich zu ihm eine Befragung machen würde, kriege ich auch immer nur Aussagen in eine Richtung. Aber die andere Seite sieht niemand.“ Vielleicht, weil Arnautovic sie gut zu verbergen weiß?

Von Elia wünscht sich Werder, dass er zeigt, was er in den ersten Monaten beim Hamburger SV präsentiert hat. Damals staunte die ganze Liga über den schnellen, technisch perfekten und nicht zu stoppenden Niederländer. So soll es wieder sein – wenn der Transfer vollzogen, wenn er erfolgreich integriert ist.

Integration – das ist ohnehin das Stichwort für Norderney und die folgenden Trainingslager im Zillertal und in Donaueschingen. Denn auf der Fähre gen Nordseeinsel schipperte gestern ein Team, das sich erst neu finden muss, der Zukunft entgegen. Der Kapitän bleibt zwar der Kapitän, denn über Clemens Fritz und sein Amt hat sich Trainer Thomas Schaaf „noch gar keine Gedanken gemacht, also gibt es auch keine Zweifel“. Aber wer wo wie und was spielen wird, ist noch ungewiss. Elias Verpflichtung ist mehr als nur ein Fingerzeig in Richtung neues System. Ob das am Ende ein 4-2-3-1, wie es die meisten EM-Teams gespielt hatten, sein wird oder ein 4-1-4-1 – Schaaf weiß es noch nicht. Klar ist nur, dass die Raute nicht mehr in Stein gemeißelt ist. „Wir werden einige Dinge versuchen und schauen, was von der Mannschaft am besten angenommen wird, wie es am besten zusammenpasst“, erklärt der Coach.

Sechs Wochen sind es noch, bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal – viel Zeit. Aber die wird Werder auch brauchen, um ein „Gefüge mit Harmonie und Abstimmung herzustellen“ (Zitat Schaaf).

Nachdem am Vormittag noch in Bremen trainiert worden war, rief der 51-Jährige die 26 Spieler umfassende Mannschaft gestern um 17.30 Uhr zur ersten Einheit auf Norderney zusammen. Nicht mit dabei waren neben den EM-Teilnehmern Sokratis und Theodor Gebrselassie auch die Nachwuchsspieler Cimo Röcker und Johannes Wurtz. Röcker klagt wieder über stärkere Rückenprobleme, Angreifer Wurtz (kam vom 1. FC Saarbrücken) war im Training umgeknickt. Beide werden nicht mehr nach Norderney nachreisen. Klaus Allofs schon. Vielleicht allein, vielleicht in Begleitung.

Von Carsten Sander

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