Der Niederländer würde sich nicht querstellen, wenn Werder ihn verkaufen will

Elia bald weg? „Ich kann mir einen Wechsel vorstellen“

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Den nachdenklichen, fast traurigen Blick kann Eljero Elia einfach nicht ablegen. Bei und mit Werder läuft es für ihn ganz anders als gedacht. 

Werder-Bremen - Bremen. Es ging lustig zu gestern Vormittag auf dem Trainingsgelände am Weserstadion. Da wurde während der Übungen geflachst, geneckt und auch ein wenig herumgetollt auf dem nassen Rasen.

Und dann legte Robin Dutt seinen Spielern auch noch paarweise große Gummibänder um die Hüften, und sie mussten so gemeinsam ihren Weg zum Tor finden – ob sie wollten oder nicht. „Teambuilding“ nennt man so etwas. Auch wenn es mitunter an ulkige Dreibeinläufe auf Kindergeburtstagen erinnerte, so erfüllte es zumindest einen Zweck: Es wurde viel gelacht an diesem trüben Vormittag.

„Das Spaßgefühl ist wichtig“, sagte Eljero Elia hinterher, „es hilft nichts, wenn man eine scheiß Einstellung zu seiner Arbeit hat. Man muss immer Spaß haben im Fußball.“ So recht konnte der Niederländer aber nicht verbergen, dass ihm derzeit der Zugang zur guten Laune versperrt ist. Denn erstmals seit dem dritten Spieltag hatte Elia gegen Gladbach nicht zur Bremer Startelf gehört, und das, obwohl Dutt ihn stets so vehement gegen alle Kritik verteidigt und immer wieder aufgestellt hatte. „Ich bin immer sauer, wenn ich nicht von Anfang an dabei bin“, gab Elia zu, doch er hatte eben auch keine ausreichenden Gegenargumente geliefert: „Die letzten beiden Spiele vor Gladbach haben wir nicht gut gespielt. Ich war auch nicht gut, das hat der Trainer mir gesagt.“ Daher entschied sich Dutt gegen ihn.

Dieser Dämpfer scheint dem 27-Jährigen einmal mehr bewusst gemacht zu haben, dass er sich die Liaison mit Werder doch irgendwie ganz anders vorgestellt hatte, als er im Sommer 2012 seinen Vierjahresvertrag unterschrieb. Damals war Klaus Allofs noch Geschäftsführer – und der hatte ihm vorgeschwärmt, dass Werders Ambitionen wieder Richtung Europa gingen und der Kader für die vorderen Tabellenregionen auch die nötige Qualität habe. Doch als Elia dann von Juventus Turin an die Weser kam, „war als erstes Naldo und dann Allofs weg. Das war schwierig.“ Und statt die Erfüllung hochfliegender Träume zu erleben, heißt die Realität: Tabellenkeller. Kein Wunder, dass Elia nun darüber nachdenkt, den Verein im Sommer wohlmöglich zu verlassen. „Ich kann mir das vorstellen“, erklärte er, „aber jetzt kann ich dazu noch nichts sagen. Erst am Saisonende kann man schauen, was passiert.“ Er habe bisher weder mit seinem Berater noch mit den Verantwortlichen bei Werder darüber gesprochen, doch die Gedankenspiele haben längst begonnen: „Ich spiele jetzt zwei Jahre hier – entweder Werder verkauft mich oder ich bleibe noch hier.“

Für den Verein ist es wohl auch eine Überlegung wert, angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage einen der Großverdiener von der Gehaltsliste zu bekommen. Doch da Elia mit seinen Leistungen bisher nicht wie erhofft für Furore sorgt, bleiben auch die lukrativen Nachfragen für den Flügelmann aus, der gut fünf Millionen Euro gekostet hatte. Elia selbst gibt sich für sein bisheriges Wirken bei Werder auch keine Bestnoten: „Das erste Jahr war unruhig. Ich wollte Tore machen, wichtig sein, all das. Dann kam es aber nicht so, hinzu kamen noch die Schwierigkeiten am Ende der Saison.“ Er wurde mit Marko Arnautovic nach einer nächtlichen Spritztour suspendiert. Seither ist er aber brav, hat sogar drei Tore geschossen. „Gemischte Gefühle“ habe er nun bei dieser Spielzeit, denn er tut sich schwer in einer Mannschaft ohne großes Selbstvertrauen, mit wenig Ballbesitz und vielen jungen Spielern und dazu Problemen im Vorwärtsgang, der eigentlich sein Ding ist. Die Mission Werder hat er jedoch noch nicht aufgegeben: „Im Moment ist es sehr schlecht für mich. Aber in zwei, drei Wochen ist es wieder anders. Ich werde Vollgas geben.“ · phi

Hunt weiter nicht im Training

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