Elfmeterschütze, Torjäger, Spielmacher, Psychologe

Tausendsassa Pizarro

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Anweisungen von Claudio Pizarro können in der Tonart auch schon mal heftig sein.

Belek - Clemens Fritz tritt am Saisonende bei Werder Bremen ab – Claudio Pizarro auch? Denkbar ist es, schließlich ist er noch mal zwei Jahre älter als der 35 Lenze zählende Kapitän. Aber Pizarro hat es nicht so mit den früh getroffenen Entscheidungen.

„Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat“ will er auf sich wirken lassen, wie wohl er sich noch fühlt auf dem Fußballplatz. Gemessen an dem, was er gestern zu erzählen hatte, wird es nach der Saison noch weitergehen für ihn. Denn in Pizarro steckt der totale Tatendrang. Und es ist bezeichnend für die aktuelle Situation der Mannschaft, dass sich auf den Team-Oldie die größten Hoffnungen projizieren.

Es geht damit los, dass Pizarro künftig die Elfmeter schießen soll. Bitte gerne, meint der Peruaner und lacht: „Das übernehme ich gerne. Elfmeter bringen mir mehr Tore, das ist gut für mich.“ Denn in der ewigen Torjägerliste fehlen ihm nur noch drei Treffer, um mit dann 181 Toren Platz fünf zu erobern. „Das will ich schaffen“, erklärt Pizarro.

Aber nicht nur das. Pizarro will/soll sich im hohen Fußballer-Alter auch noch mal neu erfinden. Als Spielmacher. Schon in der Hinrunde hat er sich vereinzelt im zentral-offensiven Mittelfeld beweisen müssen – mit mäßigem Erfolg. In der Rückrunde soll dennoch ein System daraus werden. Pizarro erklärt: „In Heimspielen, wenn wir von Anfang an Druck machen müssen, werde ich wahrscheinlich neben Tony Ujah zweite Spitze spielen. In Auswärtsspielen agieren ich dann eher auf der Zehn. Das ist die Idee, darüber habe ich mit den Trainern gesprochen.“ Ob er das kann? Klar kann er – sagt er jedenfalls: „Für mich sind beide Positionen kein Problem.“

Ein bisschen wirkt es so, als solle sich Pizarro, die Tore, die er schießt, auch noch selbst auflegen. Darüber hinaus ist er als Psychologe gefordert, der – gut dosiert – seine Ratschläge gibt. In der ersten Halbserie seit seiner Rückkehr habe er gelernt, wie er welchen Kollegen auf dem Platz ansprechen kann: „Jetzt weiß ich: Zu dem kann ich härter sein, zu dem muss ich weicher sein. Jeder nimmt Kritik ja anders auf.“ mr/csa

Bilder vom Werder-Training am Donnerstag

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