„Im Sommer muss ich mir etwas überlegen“

Ekici will kein Abzocker sein

+
Mehmet Ekici

Bremen - Mehmet Ekici zögert. Nach der wie immer freundlichen Begrüßung möchte er eigentlich gar nicht groß weitersprechen. Schließlich ist seine sportliche Situation bei Werder gerade alles andere als angenehm.

Er ist raus, gehörte beim 2:0-Sieg am Wochenende in Nürnberg nicht einmal mehr zum Kader. Ausgerechnet in Nürnberg, wo er sich als Leihspieler des FC Bayern in den Fokus gespielt hatte. Werder holte ihn damals – also 2011 – für eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro und braucht ihn jetzt nicht mehr. Das frustriert.

„Natürlich bin ich enttäuscht“, gesteht der 23-Jährige, betont aber zugleich: „Es bringt nichts, mich öffentlich zu beschweren. Ich muss weiter Gas geben, mich im Training anbieten und dann abwarten, wie der Trainer entscheidet.“

Der türkische Nationalspieler ist erfahren und clever genug, nun nicht zu jammern und vor allem nicht Trainer Robin Dutt zu kritisieren. Ekici erklärt lediglich, dass ihm nicht gesagt wurde, warum er keine Rolle mehr spielt. Den Hinweis, dass er vielleicht den Ball im Mittelfeld zu lange halten würde, kontert er kurz und knapp: „Man muss den Ball auch irgendwohin spielen können.“

Es ist dieser Tage bei Werder nicht einfach für Spielertypen wie Ekici. In Bremen wird Fußball gearbeitet und nicht gespielt, um die Klasse zu halten. Dutt hat den Spielmacher zu Saisonbeginn als Sechser ausprobiert und ihn schnell als gute Lösung gepriesen, um ihn fast genauso schnell wieder fallen zu lassen. Damit war Ekici erneut dort angekommen, wo er in den zwei Jahren zuvor unter Thomas Schaaf auch oft gesessen hatte: auf der Bank. Inzwischen geht es sogar auf die Tribüne. Ein inakzeptabler Zustand für den 23-Jährigen: „Ich will spielen, das ist doch klar. Und wenn ich hier keine Chance mehr bekomme, dann muss ich mir im Sommer etwas überlegen.“

Werder hätte sich diese Denkweise schon im Winter gewünscht. Der in München geborene Türke stand zum Verkauf, wollte aber nicht wechseln. Zumindest nicht in die Türkei oder nach Russland, wo es Interessenten gab. Bei einem Angebot aus der Bundesliga hätte es wohl anders ausgesehen.

Training am Dienstag

Training am Dienstag

Sein Vertrag bei Werder läuft noch bis Sommer 2015. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ekici nach den letzten zweieinhalb Spielzeiten woanders ähnlich gut verdienen wird wie in Bremen. Er könnte es sich hier also noch ein Jahr lang gut gehen lassen, doch Ekici möchte kein Abzocker sein: „Ich will mein Geld nicht auf der Tribüne verdienen.“ Deshalb gibt er sich auch mit der aktuellen Zuschauerrolle nicht zufrieden und verspricht: „Ich werde mich nicht hängen lassen.“ · kni

Weitere Überlebende aus verschüttetem Hotel gerettet

Weitere Überlebende aus verschüttetem Hotel gerettet

Promi-Auflauf in Kitzbühel: Die Bilder

Promi-Auflauf in Kitzbühel: Die Bilder

Heftige Schneefälle sorgen in Spanien für Chaos

Heftige Schneefälle sorgen in Spanien für Chaos

„Boot 2017“: Das sind die Attraktionen

„Boot 2017“: Das sind die Attraktionen

Meistgelesene Artikel

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Werder-Boss Filbry wünscht sich EM-Spiele 2024 in Bremen

Werder-Boss Filbry wünscht sich EM-Spiele 2024 in Bremen

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Kommentare