„Ich will spielen – entsprechend muss ich handeln“

Ekici läutet Abschied ein

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Mehmet Ekici wird nicht nur das gelbe Trainingsleibchen ausziehen, sondern wohl auch das Werder-Trikot. Eine Zukunft in Bremen scheint ausgeschlossen. ·

Bremen - Jetzt, da die Saison vorbei ist, traut sich Mehmet Ekici aus der Defensive. Der Mittelfeldmann, der Medienanfragen wochenlang beharrlich abgelehnt hatte, stellte sich nach dem 10:1-Testspielsieg in Bega. Er sprach über eine weitere verkorkste Saison bei Werder, über seine Unzufriedenheit und die Zukunft – und die wird, das ist inzwischen die Absicht aller, nicht in Bremen liegen.

Die beiden Spiele heute in Heeslingen und Freitag in Teistungen (jeweils 19 Uhr) werden wohl seine letzten für Werder sein.

„Natürlich bin ich unzufrieden. Ich will spielen – und dementsprechend muss ich auch handeln“, erklärte Ekici. Noch ein verschenktes Jahr auf der Ersatzbank oder gar der Tribüne kommt für ihn nicht infrage: „Das ist nicht mein Anspruch. Ich kenne meine Qualitäten und weiß, dass ich das Zeug für mehr habe.“

Werders Verantwortliche werden es gerne hören, dass Ekici seinen Vertrag nicht aussitzen will. Sie sind (auch wenn sie es nicht öffentlich sagen) ohnehin bestrebt, den Gut-Verdiener von der Gehaltsliste zu bekommen und möglichst noch ein paar Euro für ihn zu kassieren. Das sieht auch Ekici so: „Ich denke schon, dass Werder die Möglichkeit nutzen will, noch ein bisschen Ablöse zu bekommen. Das ist legitim, denn nächstes Jahr bin ich ablösefrei. Und das ist für den Verein dann nicht so gut“, sagte er, ergänzte aber mit Blick auf seinen bis 2015 gültigen Vertrag: „Im Endeffekt entscheide ich, wie es weitergeht.“

Der 24-Jährige will abwarten, „was in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten passiert, was sich entwickelt. Das kann ich jetzt noch nicht sagen.“ Nur so viel: Andere Clubs sollen an ihm interessiert sein. „Es gibt Gespräche und Interessenten“, behauptet Ekici, „aus der Bundesliga und dem Ausland. Und da nicht nur aus der Türkei“. Clubs aus der Süper Lig hatten schon im Winter angeklopft, doch ein Wechsel kam nicht zustande. Vor allem, weil Ekici die Interessenten seinerseits nicht sonderlich interessant fand. Der türkische Nationalspieler will nicht irgendwo hingehen und hofft auf eine verlockende Offerte.

Dass Ekici (2011 für fünf Millionen Euro vom FC Bayern geholt) in Bremen noch den Durchbruch schafft, scheint ausgeschlossen. Sein drittes Jahr bei Werder war – wie das vorherige – unterm Strich eine einzige Enttäuschung. Zu Beginn schien er noch auf einem guten Weg zu sein. Er war ein großer Gewinner der Saisonvorbereitung, blühte (von Trainer Robin Dutt vom offensiven Mittelfeldmann zum „Sechser“ rückverwandelt) förmlich auf und schwärmte: „Ich fühle mich viel freier und selbstbewusster. Es macht einfach großen Spaß.“

In den ersten drei Bundesliga-Spielen durfte Ekici dann auch von Anfang an ran. Insgesamt war die Hinrunde mit elf Einsätzen (sieben in der Startelf) noch recht passabel, doch dann ging’s wieder rapide bergab. Im Trainingslager im spanischen Jerez de la Frontera zog sich Ekici eine Fußverletzung zu, fiel länger aus und verlor völlig den Anschluss. Dass er, als er wieder fit war, überhaupt keine Rolle mehr spielte, keinen einzigen Rückrunden-Einsatz hatte und es acht Mal nicht in den 18er Kader schaffte, kann sich der gebürtige Münchner indes nicht erklären: „Ich weiß nicht, warum ich nicht gespielt habe. Trainer und Manager haben mir bestätigt, dass ich mich professionell verhalten und im Training immer Gas gegeben habe. Mir wurde nur Positives gesagt – und nicht, woran es liegt.“

Öffentlich hingegen erklärte Dutt, warum Ekici außen vor war/ist: „Wenn man mal geschlampt hat und das wieder korrigieren will, ist es nicht so, dass die Tür sofort wieder aufgeht und alles gut ist“, sagte der Coach Mitte März. Das heißt: Ekici hat nach seiner Verletzung die Vehemenz vermissen lassen, unbedingt wieder ins Team zu wollen. Den Eindruck, gegen seine missliche Lage nicht energisch genug anzukämpfen und sich in sein Schicksal zu ergeben, hat der Deutsch-Türke schon häufiger erweckt. Er selbst sieht das anders: „Eines weiß ich: Ich muss mir keine Vorwürfe machen.“ · mr

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