Ekici-Berater Delonga glaubt noch an eine Zukunft bei Werder

„Das Ziel ist nicht die Trennung“

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Mehmet Ekici sieht in diesen Tagen alles andere als glücklich aus.

Tianjin - Als Mehmet Ekici beim Test in Changchun in der 75. Minute eingewechselt wird, da unkt einer aus der Bremer Reisedelegation: Nun wird er schon den Chinesen angeboten. So war es natürlich nicht. „Memo gehört ganz normal zu unserer Gruppe“, betont Thomas Eichin. Also kommt Ekici hin und wieder zum Einsatz. Der Werder-Sportchef macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er den Mittelfeldspieler gerne abgeben würde. Ekici weiß das, und entsprechend ist seine Stimmungslage.

Der in München aufgewachsene Türke ist oft in sich gekehrt. Beim Training geht er zwar durchaus mit vollem Einsatz zur Sache, wirkt aber schon im nächsten Moment irgendwie abwesend. Spaß an der Arbeit sieht anders aus.

Aber wer will es ihm verdenken? Die Situation ist schwierig. Drei Jahre ist er nun schon in Bremen, durchgesetzt hat er sich nie. Der 24-Jährige, für den Werder stolze fünf Millionen Euro an die Bayern überwiesen hat, ist der klassische Transferflop – und mit 1,8 Millionen Euro ein Großverdiener im Kader.

Eichin würde ihn aber nicht nur gerne von der Gehaltsliste bekommen, sondern muss eigentlich noch eine Ablöse im siebenstelligen Bereich erzielen. Doch es findet sich kein Abnehmer. Das liegt wohl auch an Ekici. Der türkische Ex-Nationalspieler soll sehr wählerisch und bereit sein, seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag notfalls auszusitzen.

Eine Behauptung, die der Spieler selbst nicht entkräften will. Ekici schweigt. Freundlich bittet er dafür um Verständnis und verweist an seinen Berater Daniel Delonga. „Es geht nicht darum, irgendetwas auszusitzen. Mehmet ist sicher kein Finanz-Maximierer, er ist ein Sportler. Seine Wünsche und Ziele sind sportlicher Art. Er will spielen“, versichert Delonga. Dass Werder Ekici loswerden will, weiß er. Aber das bedeutet für ihn nicht, das Bremer Buch zuzuschlagen. Im Gegenteil: „Das Ziel ist nicht die Trennung.“ So für sich stehend, klingt es wie eine Drohung an den Club. Doch Delonga ist noch nicht fertig: „Das Ziel ist aber auch nicht, dass Mehmet in der kommenden Saison 34 Spiele auf der Bank sitzt.“

Aber genau das droht ihm in Bremen. Eichin hat ganz klar gemacht, dass für den Türken in dieser Saison kein Platz im Kader ist. Trotzdem sagt Delonga: „Die Situation bei Werder kann sich auch noch drehen für Mehmet. Wir wissen doch, wie schnell es manchmal im Fußball geht.“

Doch gerade das Tempo spricht gegen Ekici. Der 24-Jährige macht das Spiel mit seiner Art, den Ball erst anzunehmen und dann lange zu führen, langsam. Er passt nicht ins Konzept – trotz großer technischer Fertigkeiten und der Intelligenz, ein Spiel zu lenken. Es klappt aber nur in einem niedrigen Gang, deshalb ist Ekici bei Werder ein Auslaufmodell.

Und die Interessenten stehen auch nicht gerade Schlange. Vor allem nicht in Deutschland, wo Ekici gerne bleiben würde. „Es gibt Interesse aus der Türkei, aber auch aus anderen Ländern. Aber die neue Herausforderung muss zu hundert Prozent passen“, sagt Delonga. Die Türkei wäre vor allem für Werder interessant, es winkt eine höhere Ablöse. Auch Ekici könnte dort gut verdienen, wenn er denn sein Geld bekommt. Die Zahlungsmoral seiner Landsleute lässt zu wünschen übrig. Es kann dauern, bis Ekici und Werder eine Lösung finden – in China wird das sicher nichts mehr.

kni/csa

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