Nelson Valdez stürmt für Rubin Kasan und würde in Deutschland nur noch für Werder spielen

Der „Eisverkäufer“ verdient gut in Russland

+
Valdez fühlt sich bei Rubin Kasan wohl.

Werder-Bremen - KASAN · In Bremen begann die Profi-Karriere von Nelson Valdez – und geht es nach dem Stürmer, könnte sie auch dort enden. Doch aktuell rollt beim Südamerikaner erst einmal der Rubel. Der Angreifer kickt seit Sommer beim zahlungskräftigen russischen Verein Rubin Kasan.

„Ich verdiene gut“, gesteht Valdez. Auch von der Qualität der russischen Liga ist er beeindruckt: „Es ist besser, als ich es mir vorgestellt habe. Als Torjäger hat man es aber schwer. Es wird sehr defensiv gespielt. Die Zahlen zeigen es. Auch ein Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau, Anm. d. Red.), der in der Bundesliga häufig getroffen hat, war erst fünf- oder sechsmal erfolgreich.“ Valdez hat erst einen Ligatreffer auf seinem Konto, dafür aber vier Tore in sechs Europa-League-Spielen erzielt: „International sind die Spiele offener. Da hat man es als Stürmer leichter.“

Valdez‘ Vertrag bei Kasan läuft noch bis 2014 – und er fühlt sich sehr wohl: „Ich spüre das Vertrauen des Trainers, obwohl ich nicht so viele Tore geschossen habe. Der Trainer mag mich, mag meine Spielweise, das Engagement und die Leidenschaft.“ Von der soll auch wieder Paraguay profitieren. Zweimal hat er mit seinem Heimatland schon bei einer WM gespielt, eine Teilnahme an der Quasi-Heim-WM 2014 in Brasilien wäre die Krönung. Doch in der Quali lief es bislang gar nicht, deshalb fordert Valdez: „Fünf Spiele haben wir in diesem Jahr. Da müssen wir punkten, um noch eine Chance zu haben.“

Ein bisschen wird sein Herz aber auch immer für Bremen schlagen. Hier wurde er nicht nur Fußball-Profi, sondern lernte auch seine Frau Matinka kennen. Und hier lebt eben auch der ehemalige Werder-Boss Jürgen L. Born. „Jürgen ist wie ein väterlicher Freund für mich. Er hat mich nach Deutschland geholt und meine Karriere maßgeblich beeinflusst. Mindestens einmal im Jahr treffen wir uns in Bremen. Ich bin noch oft dort, gerade erst vor Weihnachten“, berichtet der 27-Jährige und versichert: „Wenn ich nochmals nach Deutschland zurückkehre, dann nur zu Werder.“

In der Hansestadt besitzt Valdez Kult-Status, weil er auf dem Platz immer um sein Leben gerannt ist. Unvergessen bleibt, wie er 2004 im entscheidenden Gruppenspiel der Champions League beim FC Valencia mit einem Doppelpack das sensationelle Weiterkommen sicherte. Richtig durchgesetzt hat sich Valdez bei Werder jedoch nie. An Ivan Klasnic und Miroslav Klose kam er nicht vorbei. Ihm blieb meist nur die Rolle des Jokers.

Deshalb war der Paraguayer Feuer und Flamme, als im Sommer 2006 Borussia Dortmund anklopfte. Werder ebenso, denn der BVB überwies stolze 4,5 Millionen Euro an die Weser. Auch für Valdez lohnte sich der Transfer, der ihm in den Bremer Fan-Foren den Spitznamen „Eisverkäufer“ einbrachte, weil er damals gesagt hatte: „Ich muss an mich denken. Einem Profi bleibt nur eine kurze Zeit, um für das weitere Leben vorzubeugen. Ich habe keine Lust, später als Eisverkäufer durch Paraguay zu reisen.“

Bei der Borussia eroberte sich der Mittelstürmer zwar einen Stammplatz, doch den echten Durchbruch schaffte Valdez auch dort nicht. Im August 2010 wechselte der Rechtsfuß zum spanischen Erstliga-Aufsteiger Hercules Alicante. Ablöse: vier Millionen Euro. „Vielleicht bin ich ein bisschen zu früh gewechselt“, seufzt Valdez mit Blick auf die Dortmunder Meisterschaft ein Jahr nach seinem Abschied: „Trotzdem habe ich den Wechsel nicht bereut.“ Nachvollziehbar, denn gleich mit seinem ersten Auftritt im Alicante-Trikot sorgte er Furore. Beim 2:0-Sensationssieg gegen den großen FC Barcelona erzielte Valdez beide Treffer, war natürlich der Matchwinner und schon ein kleiner Star in der Primera Divison. So erfolgreich ging‘s allerdings nicht weiter. Der Verein, geplagt von finanziellen Problemen, taumelte in Richtung Tabellen-Keller und stieg am Ende ab. Noch heute wartet Valdez auf einen Teil seines Gehaltes und befindet sich im Rechtsstreit mit dem Ex-Arbeitgeber. Doch dank der reichen Russen kann er das finanziell ganz gut verkraften. · bis

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Meistgelesene Artikel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Luca Caldirola plus Mr. X

Luca Caldirola plus Mr. X

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Nouri rechnet mit Kruse-Einsatz

Nouri rechnet mit Kruse-Einsatz

Kommentare