Einstimmig zum Aufsichtsratschef gewählt

Kein Büro für Boss Bode

Marco Bode
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Marco Bode

Bremem - Jetzt ist er der Boss! Nachdem der Aufsichtsrat am Samstagnachmittag die Entlassung von Trainer Robin Dutt abgenickt hatte, widmete sich das sechsköpfige Gremium dem eigentlichen Grund der Zusammenkunft und wählte Marco Bode einstimmig zu seinem neuen Vorsitzenden. Der Generationswechsel von Willi Lemke (68) zu Bode (45) an der Spitze der obersten Vereinsinstanz ist damit vollzogen. Doch was ändert sich dadurch tatsächlich?

Bode sagt, es sei „kein kompletter Turnaround“, den der Aufsichtsrat unter seiner Führung nun vollziehen werde. Der Ex-Profi sagt zwar leise ja zu wirtschaftlichen Risiken, wirbt aber laut dafür, den Weg des Maßhaltens nicht zu verlassen: „Wir sind uns einig, dass wir Risiken eingehen und mutig sein müssen, um wieder Schritte vorwärts zu machen. Aber wir werden nicht unvernünftig sein.“ Wie das in der Praxis gelebt wird, muss sich erst noch zeigen.

In seiner personellen Besetzung bleibt der Aufsichtsrat unverändert. Lemke ist nun normales Mitglied, behält aber vermutlich wie alle anderen auch seine Standpunkte bei. Weshalb die bislang strittigen Themen wie eine Verschuldung wohl weiter hochkontrovers diskutiert werden. Bode sagt, er sei dabei wie bisher nur eines von sechs gleichgestellten Mitgliedern, könne niemanden lenken oder überstimmen: „Es gibt im Aufsichtsrat nicht den einen, der bestimmt – und alle anderen laufen hinterher.“ Das sei unter Lemke nicht so gewesen, das wird unter ihm nicht so sein: „Da sind sechs Menschen, die alle ihre Meinung haben.“

Als Vorsitzender wird Marco Bode seine Meinung künftig noch häufiger öffentlich kundtun müssen. Er wird sich nicht scheuen, will es aber auch nicht übertreiben. Und schon gar nicht will er als „heimlicher Geschäftsführer“ des Vereins gesehen werden: „Das bin ich nicht. Ich stehe der Geschäftsführung zur Verfügung, als jemand, der berät und strategisch mitdenkt. Aber ich bin nicht der neue Boss, der operativ eingreifen wird. Ich werde auch nicht täglich für Werder unterwegs sein, habe kein Büro im Stadion.“

csa

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