Einschwören auf den Endspurt

Werder-Kapitän Clemens Fritz hat sich für die letzten fünf Spiele einiges vorgenommen: „Wir stehen gut da und wollen das festigen.“

Bremen - Von Malte Rehnert. In Gladbach, gegen Stuttgart, bei Rekordmeister Bayern München, gegen den unberechenbaren VfL Wolfsburg und zuletzt auf Schalke: Vor der Winterpause warten auf Werder in der Bundesliga noch fünf hammerharte Wochen. Und die können ein Weichensteller für die weitere Saison des Tabellendritten sein.

Entweder die Bremer bleiben oben – und Sportchef Klaus Allofs kann mit guten Argumenten in die Vertragsverhandlungen mit Leistungsträgern wie Tim Wiese oder Claudio Pizarro gehen. Oder Werder rutscht ins Mittelmaß. Dann droht die zweite Saison hintereinander ohne internationales Geschäft – und die Gespräche mit den Stars werden sehr schwierig.

So weit – und so negativ – wollen die Bremer aber nicht denken. „Wir haben jetzt einige schöne Spiele vor uns. Da können wir zeigen, dass wir da, wo wir jetzt stehen, auch wirklich hingehören“, sagt Marko Marin und fügt noch selbstbewusst an: „Ich denke, wir gehören dahin. Das haben wir schon oft bewiesen.“ Mittelfeldkollege Aaron Hunt schlägt in die gleiche Kerbe und urteilt: „Der Saisonverlauf war bisher sehr positiv. Wir sind zu Recht oben dabei.“

Damit das so bleibt, brauchen die Bremer Punkte – so viele wie möglich, was aber angesichts der anstehenden Aufgaben wahrlich nicht leicht wird. „Wir haben sehr schwere Spiele, die meisten davon auswärts. Da müssen wir aufpassen und möglichst in jeder Partie punkten. Mit einer guten Hinrunde im Rücken in die Pause zu gehen, ist auch wichtig für den Kopf“, sagt Hunt. Kapitän Clemens Fritz sieht Werder ebenfalls vor einer „wichtigen Phase – ganz klar. Wir stehen gut da und wollen das festigen, wollen oben dranbleiben.“

Eine breite Brust müssen sich die Bremer für den satten Fünferpack vor Weihnachten nicht noch antrainieren. Die haben sie schon. Beispiel eins: Fritz: „Natürlich bin ich optimistisch. Wenn wir wieder mehr Kompaktheit reinkriegen, brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken.“ Beispiel zwei: Hunt: „Es gibt keine Mannschaft, wo man sagt: Gegen die haben wir keine Chance.“ Beispiel drei: Keeper Tim Wiese: „Wir sind punktgleich mit dem Tabellenzweiten Dortmund, haben zuletzt ordentlich Selbstvertrauen getankt und können nun frei aufspielen.“ Beispiel vier: Sportchef Klaus Allofs: „Wir haben die Überzeugung und den Glauben, eine gute Mannschaft zu sein.“

Werder-Training am Dienstag und Mittwoch

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Von Wochen der Wahrheit mag Allofs jedoch nicht sprechen. „Wir haben eine sehr große Chance, oben dranzubleiben – an den Rängen, die wir anstreben. Das stimmt. Aber die Wochen der Wahrheit hatten wir schon – und sie gehen weiter. Es ist sozusagen die Saison der Wahrheit“, sagt der 54-Jährige und fügt mit Blick auf die kommenden Partien an: „Wir können doch nicht sagen: Bisher war’s leicht, jetzt wird’s ernst. Wir müssen uns immer konzentrieren, sind jede Woche gefordert.“

Wiese empfiehlt deshalb, „von Spiel zu Spiel zu denken“. Der Bremer Schlussmann würde sich natürlich gerne schon in den nächsten Spielen ein ordentliches Polster für den Rest der Spielzeit anlegen. Doch selbst, wenn das nicht klappt, würde er nicht schwarz sehen: „In der vorletzten Saison haben wir in der Rückrunde fast 15 Punkte Rückstand aufgeholt und sind noch in die Champions-League-Qualifikation gekommen. Es ist also egal, wann du die Punkte holst. Hauptsache, du holst sie.“

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