1:1 in Augsburg, weil Werder schwach spielt und der Torschütze noch zwei Riesenchancen vergibt

Ein(mal) Pizarro reicht nicht

Er ist einfach ein großer Stürmer: Claudio Pizarro schraubt sich hoch und gibt dem Ball mit dem Kopf noch ordentlich Fahrt, damit er zum Ausgleich im Augsburger Kasten einschlägt. ·

AUGSBURG · Das war alles andere als berauschend. Nach zuvor zwei Niederlagen in Folge wollte Werder Bremen gestern Abend bei Aufsteiger FC Augsburg den Nachweis erbringen, dass die Mannschaft sehr wohl zur nationalen Spitze gehört. Das Gegenteil passierte. Nach einer schwachen Leistung stand am Ende ein mageres 1:1 (0:0).

Claudio Pizarro war dabei Held und Versager in Personalunion. Zwar glich er in der 68. Minute die von Axel Bellinghausen erzielte Augsburger Führung (49.) aus, vergab in der Folge aber zwei glasklare Möglichkeiten zum Siegtreffer.

Auf zwei Positionen hatte Trainer Thomas Schaaf das Team im Vergleich zur Niederlage gegen Borussia Dortmund verändert. Tim Wiese – das war klar – stand nach abgelaufener Rotsperre wieder im Werder-Tor, Sebastian Mielitz nahm auf der Bank Platz. Eher überraschend, aber dennoch logisch war Wechsel Nummer zwei. Aleksandar Ignjovski rückte für den zuletzt schwachen Philipp Bargfrede ins defensive Mittelfeld. Erklärung Schaaf: „Wir wollen eine bessere Quote im Spiel nach vorne haben. Da hat sich Philipp in den vergangenen Spielen etwas schwer getan.“

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Werder holt Punkt in Augsburg

Ignjovski machte dann auch mit einem gefährlichen Schuss von der Strafraumkante auf sich aufmerksam (8.), das Offensivspiel belebte der Serbe aber nur selten. Dabei wäre das dringend notwendig gewesen. Denn Werder spielte kompliziert, ohne Fluss und Kombinationen. Alles wirkte angestrengt, nichts leicht. Selbst Claudio Pizarro, sonst ein Garant für guten Fußball, stand neben sich.

Die erste richtig gute Chance entsprang bezeichnenderweise einer Standardsituation. Nach Freistoß Aaron Hunt aus dem Halbfeld verlängerte Markus Rosenberg per Kopf Richtung Augsburger Tor. In dem stand trotz des gebrochenen Ringfingers an der rechten Hand Simon Jentzsch und lenkte den Ball mit eben jener lädierten Hand an die Latte (21.).

Sekunden vor der Pause hätte Jentzsch vermutlich nichts machen können, wenn Rosenberg nach Vorlage Pizarro aus acht Metern wenigstens das Tor getroffen hätte. Die Szene war bezeichnend für die Bremer Harmlosigkeit im Angriff. Geschäftsführer Klaus Allofs schimpfte zur Pause: „Wir müssen auch mal Druck nach vorne machen.“

Und hinten die „viel zu vielen haarsträubenden Fehler“ (Allofs) abstellen. Mit Ballverlusten, schlechtem Stellungsspiel und Fehlpässen luden die Bremer den Aufsteiger immer wieder zu Kontern ein. Sokratis rettete in großer Not (14.), dann grätschte Naldo dem agilen Axel Bellinghausen gerade noch den Ball ab. Insgesamt war es nur dem Unvermögen der Augsburger zu verdanken, dass die Bremer Null stand.

Doch wer immer wieder zu Chancen eingeladen wird, sagt irgendwann nicht mehr nein. So nach 49 Minuten, als Andreas Wolf in einer harmlosen Situation im eigenen Strafraum über den Ball schlug, Sascha Mölders auf Bellinghausen passte und der 28-Jährige ins lange Eck vollendete. Es war die verdiente Quittung für indisponierte Bremer.

30 660 Zuschauer in der erstmals in dieser Saison ausverkauften SGL-Arena sahen den ersten Augsburger Heimsieg in Liga eins nahen und zählten die Minuten gegen immer stärker werdende Bremer. Weit kamen sie nicht. Denn nach einem Eckball verlängerte Wolf per Kopf auf Pizarro, der zum mittlerweile verdienten Ausgleich einnickte (68.). Lebensversicherung Pizarro? Das hätte jeder unterschrieben, wenn der Peruaner eine seiner zwei noch folgenden Chancen genutzt hätte. Acht Minuten nach dem Ausgleich kam er frei zum Abschluss, doch Jentzsch parierte. Noch klarer die Möglichkeit in Minute 81: Pizarro marschierte ungehindert auf Jentzsch zu, brachte den Ball aber nicht am FCA-Keeper vorbei. Und weil der Peruaner nach einer Langkamp-Attacke kurz vor Schluss keinen Elfer bekam, blieb‘s beim 1:1.

Die Vorgabe war nicht erfüllt: Werder wollte Zweiter sein, ist nun nur Dritter – und es können noch vier Teams vorbeiziehen. · csa

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