Werders unverständliche Maßnahme / Allofs bestreitet finanzielle Probleme

Eingefrorene Gehälter, heiße Spekulationen

„Ich könnte etwas dazu sagen, möchte es aber nicht.“ Werder-Sportchef Klaus Allofs über die pikante Gehalts-Reduzierung.

Werder-Bremen - Von Malte Rehnert und Arne Flügge · Was hat sich Werder bloß dabei gedacht? Die Geschichte klang unglaublich, doch nach Informationen dieser Zeitung ist sie tatsächlich wahr: Der Fußball-Bundesligist hat seinen Profis im September nur 50 Prozent des Grundgehalts bezahlt und den Rest vorübergehend „eingefroren“ – angeblich wegen schlechter Leistungen, wie die „Bild“ berichtet hatte.

Werder will das Geld aber nicht lange einbehalten, sondern bereits mit den nächsten Gehaltsschecks Ende Oktober überweisen. Bleibt die Frage, warum die Bremer so eine – noch nie dagewesene und unverständliche – Aktion dann überhaupt durchzogen.

Offenbar wollten sie ein deutliches Signal an ihre schwächelnde Belegschaft senden. Nach dem peinlichen 1:4 in Hannover (21. September) soll Werder- Boss Klaus Allofs genau diese Bestrafung angedroht und wenig später auch umgesetzt haben. Vor dem – dann mit 3:2 gewonnenen – Nordderby gegen den Hamburger SV am 25. September sollen die Spieler von der Reduzierung ihrer Gehälter erfahren und nicht energisch dagegen protestiert haben.

Werder hoffte offensichtlich darauf, dass diese Maßnahme intern bleibt. Doch so war’s nicht! „Ich gehe davon aus, dass so etwas nicht herauskommt. Das verlange ich auch von anderen“, sagte Allofs, der den Vorfall grundsätzlich nicht kommentieren wollte: „Ich könnte etwas dazu sagen, möchte es aber nicht. Ich halte es so, dass derartige Themen zwischen Spielern und Arbeitgeber geklärt und nicht öffentlich erläutert und diskutiert werden.“ Deswegen wollte der 53-Jährige die brisante Geschichte weder bestätigen noch dementieren: „Ich sage nicht ,Ja‘ und nicht ,Nein‘. Dass nun die Spekulationen ins Kraut schießen, kann ich nicht ändern.“

Aufflammende Gerüchte, wonach Werder in eine finanzielle Schieflage geraten ist und deshalb Teile der Gehälter zurückhält, löschte der Manager allerdings sofort. Der Verein sei weiter wirtschaftlich gesund, „sonst hätten wir ja die Lizenzierung nicht sofort und ohne Auflagen erhalten. Da muss sich keiner Sorgen machen.“

Aber warum dann das Ganze? Warum die Aktion? Warum die Geheimniskrämerei? Wenn die Bremer Verantwortlichen Härte und Strenge mit ihren Profis beweisen wollen, hätten sie öffentlich dazu stehen können. Das tun sie nicht. Keine Bestätigung, keine Pressemitteilung, nichts. Und als Abschreckung für das gut verdienende Personal dürfte die verspätete Zahlung ebenfalls kaum taugen. Vermutlich hat sich Allofs durch die Drohung Besserung erhofft, diese aber nicht gesehen – und dann seinen Worten Taten folgen lassen.

Den Spielern sind die Einbußen auf ihren Lohnzetteln zwar nicht verborgen geblieben – doch äußern wollte sich dazu gestern keiner. „Dazu will ich nichts sagen“, meinte Philipp Bargfrede stellvertretend für seine Teamkollegen. Und auch Trainer Thomas Schaaf mauerte: „Von mir gibt’s dazu keine Aussage.“ Wie von fast niemandem gestern an der Weser.

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