Bei einer Pleite gegen Dortmund überwintert Werder als Letzter / „Schlechte Laune“ bei Skripnik

Große Sorgen wegen morgen

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Ernste Miene bei Werder-Coach Viktor Skripnik – und der Grund ist im Hintergrund zu sehen. Die Bremer sind Tabellenletzter und werden es definitiv bis zur Rückrunde bleiben, wenn sie morgen das Kellerduell gegen Borussia Dortmund verlieren.

Bremen - Die letzte Vor-dem-Spiel-Pressekonferenz des Jahres war anders als die anderen. Bisher hatte Werder-Trainer Viktor Skripnik trotz der sportlich prekären Lage zwischendurch immer noch mal einen lockeren Spruch auf den Lippen – oder Sportchef Thomas Eichin. Gestern aber wirkten beide extrem niedergeschlagen und angespannt, das 1:4 in Gladbach am Vorabend wirkte noch nach. Keine Scherze, kein Lachen.

Diese gedrückte Stimmung passt zur deprimierenden Gesamtsituation: Wenn Werder (14 Punkte) morgen (15.30 Uhr) zum Hinrunden-Abschluss gegen Borussia Dortmund (15) verliert, bleiben die Bremer auf jeden Fall Tabellenletzter und überwintern als Bundesliga-Schlusslicht.

Skripnik, der sonst fast immer sehr ausführlich auf Fragen antwortet, war gestern einige Male ziemlich wortkarg. Er habe beim Amtsantritt Ende Oktober gewusst, dass Werder eine sehr schwierige Rest-Saison bevorsteht. Nun fühlt sich der 45-Jährige schon bestätigt – er gestand: „Wir sind frustriert. Ich habe schlechte Laune und mache mir natürlich auch Sorgen.“ Genau wie Eichin. „Sorgen, Sorgen, Sorgen – ich bin seit fast 20 Jahren im Geschäft und mache mir jeden Tag Sorgen. Wenn ich morgens mal aufstehe und keine Sorgen habe, mache ich mir eine Stunde später schon wieder Sorgen, warum ich mir keine Sorgen gemacht habe.“ Klingt amüsant, war aber total ernst gemeint und nicht etwa mit einem Schmunzeln garniert. Da Gegner Dortmund, vom Meisterschaftskandidaten zum Kellerkind (Platz 16) mutiert, aber ebenfalls großen Kummer hat, wittert Eichin eine Chance für Werder: „Wir wollen mal schauen, wer am Samstag um 17.15 Uhr auf dem letzten Platz steht.“

Eine kleine verbale Attacke, mehr Angriffslust versprühte der sonst oft forsche 48-Jährige gestern nicht. Ansonsten versuchten sowohl Eichin als auch Skripnik, der verunsicherten Mannschaft und sich selbst Mut für das Hinrunden-Finale und die Zukunft zu machen. Beide erinnerten dabei an die Vergangenheit. Skripnik blickte sogar über 15 Jahre zurück. In die Saison 1998/99, als er selbst noch Spieler war und unter den Trainern Wolfgang Sidka, Felix Magath und dann auch Thomas Schaaf gegen den Abstieg kämpfte – letztlich erfolgreich. Er habe seiner Mannschaft erklärt, „wie das damals abgelaufen ist“, sagte Skripnik und fügte an: „Wir standen total in der Kritik, aber wir haben zusammengehalten und es geschafft. Ich hoffe, es ist wieder so. Wir wissen, wo es langgeht und dass wir es durchziehen müssen.“

Eichin führt als Mutmacher die vergangene Saison an. Werder hatte mit 2:3 bei Hertha BSC verloren und als 14. nur zwei Punkte mehr auf dem Konto als aktuell. Am letzten Hinrunden-Spieltag kam der Tabellenzweite Leverkusen ins Weserstadion und wurde mit 1:0 besiegt. „Das hat doch vorher keiner geglaubt. Und warum sollte uns das gegen Dortmund nicht auch gelingen?“, fragt Eichin. Skripnik wäre heilfroh, wenn die verkorkste Hinrunde im ausverkauften Weserstadion wenigstens ein versöhnliches Ende in Form eines Heimsiegs gegen den BVB nehmen würde: „Wir können vieles gutmachen und dann mit einem positiven Gefühl in die Winterpause gehen.“

mr

Verabschiedung von Klaus-Dieter Fischer

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