Von einer Mitternachts-SMS bis zum Anpfiff:

Er hatte nur 91 Stunden...

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Los geht’s: Werder-Coach Viktor Skripnik (links) wartet mit seinem Trainerteam auf den Anpfiff. Ganz rechts auf der Bank sitzt Profifußball-Direktor Rouven Schröder – das ist neu. Sportchef Thomas Eichin nimmt künftig auf der Tribüne Platz.

Bremen/Chemnitz - Gestern, 19.00 Uhr, Stadionbaustelle an der Gellertstraße in Chemnitz. Für Viktor Skripnik ertönt der erste Anpfiff als Cheftrainer des SV Werder. Dass er in diesem Moment dort stehen würde, hätte er sich am Freitagabend noch nicht vorstellen können. Doch von Samstag 0.00 Uhr bis zu diesem Moment vergehen 91 turbulente Stunden für den 44 Jahre alten Coach.

Freitagabend: Mitternacht naht, das Handy brummt. Eine SMS von Sportchef Thomas Eichin geht ein. Inhalt: Skripnik soll am nächsten Morgen um 9.00 Uhr in die Geschäftsstelle kommen. Wie er darauf reagiert hat? „Ich bin schlafen gegangen“, sagt Skripnik.

Samstagmorgen: Skripnik ist pünktlich. Eichin bespricht mit ihm die Lage, stellt die entscheidende Frage: Bist du bereit, das Bundesliga-Team zu übernehmen? Skripnik sagt sofort zu und informiert seine Assistenten Torsten Frings, Christian Vander und Florian Kohfeldt. Letzterer ist noch mit der U15 gen Lübeck unterwegs.

Samstagnachmittag: Um 15.20 Uhr verschickt Werder die Nachricht, dass Viktor Skripnik den erfolglosen Robin Dutt ablöst. Von jetzt an, weiß Skripnik, „bin ich der, der jeden Tag Stress hat“.

Samstagabend: Skripnik trommelt sein Trainerteam das erste Mal zusammen.

Sonntagmorgen: Robin Dutt hat sich von der Mannschaft verabschiedet, das Trainerbüro geräumt. Skripnik zieht ein. Um 12.00 Uhr stellt er sich dem Team vor, hält seine Antrittsrede.

Werder-Noten zur Skripnik-Premiere

Sonntagnachmittag: 13.30 Uhr, jetzt geht es raus. Das erste Training steht an. Bei 1000 Zuschauern herrscht Aufbruchstimmung, obwohl Skripnik noch nicht ein öffentliches Wort gesprochen und keine Einheit geleitet hat. Um 15.30 Uhr wird er der Öffentlichkeit vorgestellt. „Es ist für mich ein Traum, Trainer der Bundesliga-Mannschaft zu sein“, sagt er.

Sonntagabend: Noch schnell ein Interview mit Werder-TV. Danach die nächste Besprechung mit seinem Trainerteam.

Montagmorgen: Schon um 8.00 Uhr ist Skripnik im Stadion. Er bereitet das Abschlusstraining vor.

Montagnachmittag: 14.00 Uhr, Abschlusstraining. Am Ende die ersten Entscheidungen: Cedrick Makiadi und Eljero Elia fahren nicht mit nach Chemnitz, dafür aber Ludovic Obraniak und Levent Aycicek. Das zeigt: Für manche weht jetzt ein anderer Wind bei Werder.

Skripnik-Premiere: Werder gewinnt in Chemnitz

Montagabend: Landung in Altenburg um 18.00 Uhr, Weiterfahrt per Bus ins Hotel nach Chemnitz. 19.00 Uhr Abendessen. Skripnik führt noch Gespräche.

Dienstagmorgen: Um 10.00 Uhr bittet Skripnik das Team zum Anschwitzen auf den Platz von Fortuna Chemnitz.

Dienstagnachmittag: Abfahrt zum Stadion um 17.00 Uhr. Die Anspannung steigt.

Dienstagabend: Skripnik inspiziert den Platz, gibt dem TV-Sender „Sky“ kurz vor dem Anpfiff noch ein Interview und sagt: „Wir sind hier der Favorit, genauso wollen wir uns verkaufen. Wir wollen das Beste zeigen, was wir in den Knochen haben.“ csa

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